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Auch nach 1500 Krippen ist noch nicht Schluss

(Strotzbüsch/Immerath) Nach seiner Erkrankung hat Elmar Schmitz nach einem Hobby gesucht und den Krippenbau entdeckt. Er selbst mag die in orientalischem Stil, aber die "gehen in der Eifel gar nicht".

11.11.2017
Helmut Gassen
Wenn die Adventszeit naht, ist für Elmar Schmitz aus Strotzbüsch Hochsaison. Seit 1998 baut der 68-Jährige Krippen in unterschiedlichen Größen, auch Miniaturvarianten hat es im Angebot. Nach einer schweren Herzerkrankung musste der gebürtige Immerather seine Arbeit im Bausektor aufgeben, doch gar nichts mehr tun, das war für Schmitz auch nichts. "Von 200 auf null und den ganzen Tag in der Küche zu sitzen, das geht nicht. Also habe ich, da ich eigentlich früher Schreiner werden wollte, was mein Vater aber nicht wollte, mit dem Krippenbau angefangen. Um aus meinem krankheitsbedingten Loch zu kommen", erzählt Schmitz, der Kaufmann gelernt hatte.

Seiner Frau Walburga ist es recht, dass ihr Mann ein Hobby gefunden hat. "Ich bin froh, dass er sich oft in der Werkstatt aufhält. Wenn er nur nicht so viel sammeln würde", sagt sie. Denn auf Spaziergängen ist die Natur für Schmitz immer wieder auch Fundstelle von besonderen Dingen, wie Ästen oder Wurzeln aus Holz. In seiner Werkstatt im alten Wohnhaus hat er sein Handwerkerreich, wo alle notwendigen Holzbearbeitungsmaschinen von der Fräs-, Hobel-, Säge-, Dreh- bis zur Bohrmaschine stehen. Dort entstehen die Krippen aus verschiedenen Materialien, wobei Schmitz die aus der Natur bevorzugt. Ob Baumwurzeln, Pilze, Äste, Zapfen oder das Holz von Ahorn, Eiche, Fichten, Birnbaum oder Linde - Schmitz hat genug davon auf Lager. Zuerst hat er nur Kleinkrippen auf Baumpilzen gebaut, nach und nach wurden die Krippen und Landschaften rundum größer und schmuckvoller. Ob im alpenländischen Stil, Orient- oder Ruinenkrippen, Elmar Schmitz hat den Bogen raus und kann auf eine große Erfahrung zurückgreifen.

"Ich habe immer einen klaren Plan und baue so, wie das Holz es hergibt und wie ich es habe", erklärt der Krippenbauer. Von 30 Stunden bis auch einmal 120 Stunden dauert es, bis eine Krippe fertig ist. Normalerweise baut er das ganze Jahr über Krippen, in diesem Jahr waren es aber nur wenige, da er noch so viele auf Lager hat und damit auch Platzprobleme hat. "Ich habe bestimmt noch 100 Krippen hier stehen." Doch der Absatz der Krippen stockt, das hat der Strotzbüscher schon lange gemerkt. "Was früher gefragt war, geht nicht mehr. Bei den jungen Leuten spielt Weihnachten nicht mehr eine so große Rolle", sagt Schmitz. Rund 1500 Krippen, schätzt er, hat er in all den Jahren gebaut. Was sind seine Lieblinge? "Ich habe am liebsten Orientkrippen, aber die gehen hier in der Eifel gar nicht". Und wie lange will er sein Hobby noch ausüben? "Solange ich kann, will ich noch etwas weitermachen. Aber ich lasse es jetzt bald langsam auslaufen. Man muss viel Zeit dafür aufwenden, und die Leute sehen die Arbeit nicht, die dahinter steckt".
Extra: Krippenausstellung
Die Krippenausstellung in Strotzbüsch bei Elmar Schmitz in Strotzbüsch, Im Hofgarten 13 b öffnet wieder ab 18./19. November 2017. Die Öffnungszeiten sind jeweils von 13 bis 18 Uhr. Am Eröffnungs-Sonntag werden Kaffee und Kuchen durch die Jugend des MV Strotzbüsch zum Verzehr angeboten, und der Musikverein spielt auf. Der Verkaufserlös ist auch diesmal für die Jugendarbeit des Musikvereins bestimmt. Die Ausstellung in Strotzbüsch ist bis Weihnachten an den Wochenenden von 13 bis 18 Uhr geöffnet. An Wochentagen kann die Verkaufs-Ausstellung jederzeit nach Absprache unter Telefon 06573/615 besucht werden.