Andreas Meier aus Berndorf feiert ein seltenes Jubiläum: Seit 50 Jahren steht er ununterbrochen im Dienst der Ortsgemeinde. Inzwischen ist er 82 Jahre alt, will aber erst 2014 endgültig aufhören.
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Andreas Meier zeigt Fotos seines Heimatortes: So sah es dort früher aus – rechts eine Postkarte aus der Zeit, als der heute 82-Jährige Mitglied des Gemeinderats wurde, links eine Postkarte aus den 20er Jahren. TV-Foto: vladi Nowakowski
422 Ratsitzungen: Diese Zahl steht ganz oben auf dem Zettel von Ortsbürgermeister Egon Klaes. Gemeint sind die Sitzungen, an denen Andreas Meier teilgenommen und somit seit 1961 die Geschicke der Ortsgemeinde Berndorf maßgeblich mitgestaltet hat. "Das heißt, seit dem 22. April 1961 hat Andreas Meier nur 27 Sitzungen verpasst - und bei denen war er entschuldigt", sagt Klaes. Der Bürgermeister hat ausgerechnet, dass Meier damit rund 1250 Stunden in Sitzungen verbracht hat.
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"Aber nur, wenn man die Dauer einer Sitzung mit drei Stunden berechnet - viele dauerten länger." Andreas Meier findet daran nichts Außergewöhnliches - überhaupt ist ihm der Rummel um seine Person nicht besonders angenehm. "Ich hatte schon seit meiner Jugend viel mit dem Gemeinderat zu tun", erzählt der 82-Jährige. Im Alter von 17 Jahren fing für ihn die harte Arbeit im Gemeindewald an: Bäume pflanzen, Bäume abhauen - die Wälder kannte ich wie meine Westentasche." Die Menschen in Berndorf, die in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts überwiegend von der Landwirtschaft lebten, gingen bei Familie Meier ohnehin ein und aus. "Wir hatten den Gemeindebullen, somit war täglicher Kontakt zur Bevölkerung normal", sagt Meier. Seine Wahl zum Mitglied des Gemeinderats Anfang der 60er Jahre sei einfach der nächste logische Schritt gewesen: "Alle kannten mich und ich kannte alle", sagt Meier.
Überdies kannte sich der Jubilar bestens aus, was Besitzverhältnisse anging: "In den 60er Jahren waren die Grundstücke rund um Berndorf in unzählige kleine Parzellen unterteilt", erzählt Meier. "Mich hat stets die Flurbereinigung interessiert - wir mussten einfach etwas machen, damit Berndorf nicht nur als Ort gut aussieht. Auch die vielen nicht zu bewirtschaftenden, teils winzigen landwirtschaftlichen Flächen mussten wir neu zuordnen."
So war Meier auch der Vorsitzende der Teilnehmergesellschaft der Flurbereinigung. "Ich wollte nach dreißig Jahren im Gemeinderat - also Anfang der 90er bereits aufhören", erzählt Meier.
"Doch die Flurbereinigung war damals noch längst nicht abgeschlossen und der Gemeinderat brauchte meine Hilfe. Also blieb ich dabei." Letztendlich zog sich die Prozedur bis 2005 hin und der 82-Jährige ist weiterhin Mitglied des Gemeinderates. "Aber 2014 höre ich endgültig auf", sagt er.
Für Egon Klaes, der seit 13 Jahren Ortsbürgermeister Berndorfs ist, war und bleibt das älteste Mitglied des Gemeinderates ein wichtiger Mann. "Wenn ich Zahlen oder Fakten aus den vergangenen Jahrzehnten brauche, muss ich nicht alte Akten wälzen", sagt Klaes. "Dann frage ich einfach Andreas Meier - der weiß alles."
Extra
Seit dem Eintritt von Andreas Meier in den Berndorfer Gemeinderat sind etliche wichtige Projekte angestoßen und ausgeführt worden. Unter anderem der Umbau und die Erweiterung der ehemaligen Volksschule zum Gemeindehaus, der Bau des Sportplatzes, der Anschluss des Ortes an das Abwassernetz, Erneuerung der Ortsstraßen und der Bau eines Schlachthauses. Als Dank und Anerkennung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit erhielt Andreas Meier die Landesehrennadel und die Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebundes. Andreas Meier wurde am 13.11.1930 in Berndorf geboren und ist verheiratet und Vater von fünf Töchtern. now
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