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Lack-Schmierereien und Parolen: Vandalismus macht Wehrleute in Gerolstein-Lissingen wütend

(Gerolstein-Lissingen) Die Kameraden der Feuerwehr Lissingen sind außer sich: Ein Unbekannter hat das erst vor einem Jahr komplett in Eigenleistung errichtete Gerätehaus mit Graffiti-Schmierereien und Schmähparolen gegen Wehrführer Hans-Josef Haas und dessen Familie verunstaltet. Es ist nicht das erste Mal. Die Polizei ist eingeschaltet.

05.02.2016
Mario Hübner
Gerolstein-Lissingen. Einen Tag nach dem Farbanschlag aufs neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lissingen ist nichts mehr zu sehen. Eine kurzerhand beauftragte Firma hat mit Speziallösungsmittel die schwarzen Lackschmierereien auf dem weißen Putz, dem großen Garagentor sowie auf dem Aushangkasten und dem Feuermelder beseitigt - mithilfe einiger Wehrleute. "Wir haben stundenlang geschrubbt, bis alles weg war", berichtet Dominik Schmitz, stellvertretender Wehrführer und Schwiegersohn des langjährigen Wehrführers Hans-Josef Haas.

Vor allem gegen den Wehrführer und seine Familie waren einige der Lackschmierereien gerichtet. "Weg mit dir" sowie "Haas weg" stand unter anderem in großen Schreibschrift-Lettern auf dem Garagentor. Dazu ringsum auf den weißen Wänden des Gerätehauses, das die Wehr erst vor einem Jahr komplett in Eigenleistung errichtet hatte, weitere Kritzeleien mit schwarzem Lack-spray.

"Als ich das am Morgen gesehen habe, nachdem mich der Zeitungsträger angerufen hat, hat sich mir der Magen gehoben. Mir fällt nichts mehr ein", sagt Haas, der die 32 aktive Mitglieder umfassende Wehr seit 2000 führt.
Die ganze Nacht über habe er kein Auge zugemacht und gegrübelt, wer dahintersteckt. "Ich habe keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte. Und ich weiß auch nicht, was das soll. Wenn einer mit mir Probleme hat, soll er mir das sagen. Vielleicht stört da jemanden, dass es bei uns in der Wehr gut läuft", sagt Haas. Besonders ärgert ihn, dass auch seine Familie verunglimpft und dass die gemeinsame Arbeitsleistung der Wehr angegriffen wurde. "Wir haben das Gerätehaus fast komplett in Eigenleistung gebaut. Da haben viele Kameraden viele Stunden ihrer Freizeit reingesteckt", berichtet er. Daher habe er auch sofort am Abend nach dem Vorfall eine Versammlung einberufen, zu der 30 (!) Leute gekommen sind - denn die Sache hatte sich im Dorf naturgemäß wie ein Lauffeuer verbreitet.

"Alle waren schockiert, und nicht wenige sind sehr wütend. Hoffentlich fasst die Polizei den Übeltäter rasch", sagt Dominik Schmitz, der zudem berichtet, dass auch über eine Absage des von der Feuerwehr vorbereiteten Karnevalsabends am Samstag gesprochen worden sei. "Das kommt aber nicht in die Tüte, dass wir uns von so einem den Spaß verderben lassen". Schließlich hätten sich viele monatelang auf ihren Auftritt vorbereitet.

Schon einmal ein Farbanschlag


Monate, wenn nicht Jahre, habe es auch gedauert, bis Wehrführer Haas und seine Familie den ersten Farbanschlag "verdaut" hatten. Denn der Vorfall war nicht der erste dieser Art. Haas berichtet: "Vor 13 Jahren hat schon mal einer unser Wohnhaus und unser Auto mit schwarzem Lackspray verschandelt. Die Sache ist aber im Sande verlaufen, es wurde niemand gefasst. Das läuft diesmal hoffentlich anders. Deshalb gehe ich nun damit auch an die Öffentlichkeit". Und wenn man die Bilder von damals und heute vergleicht, so könnte man angesichts der Schrift auf die Idee kommen, dass da eventuell ein und derselbe Täter sein Unwesen getrieben hat - in einem Stadtteil mit 570 Einwohnern, "wo jeder jeden kennt", wie Haas sagt.

Durch die Farbschmierereien am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lissingen ist laut Polizei ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro entstanden. Die Polizei Gerolstein bittet um Zeugenhinweise unter Telefon 06591/95260.

 

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