Um den Posten des künftigen Vorstandschefs der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel will sich auch Vorstand Helmut Sicken bewerben. Die Frist läuft Ende des Monats ab. Am zwölf Millionen Euro teuren Umbau des KSK-Hauptsitzes in Daun wird trotz Kostenexplosion festgehalten.
Neuer Vorstandschef gesucht: Wer an die Stelle von Dieter Grau tritt und Helmut Sicken (links) unterstützt, ist noch unklar. TV-Foto: Mario Hübner; Tv-Montage: Birgit Keiser
Daun/Gerolstein. Noch zehn Tage, exakt bis zum 31. März, läuft die Bewerbungsfrist für die Stelle des Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel. Nachdem der langjährige KSK-Chef Dieter Grau, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft, Mitte Januar beurlaubt worden war, war die Stelle neu ausgeschrieben worden - im TV und in der Sparkassenzeitung, dem brancheninternen Fachblatt, das bundesweit verteilt wird.
Erst Vorauswahl
Nach Worten des KSK-Verwaltungsratsvorsitzenden und Landrats Heinz Onnertz ist die Resonanz "positiv". Bislang seien bereits "einige schriftliche Bewerbungen eingegangen". Wie viele, wollte Onnertz nicht sagen. Die Bewerber stammten aus dem gesamten Bundesgebiet, jedoch keiner aus dem Bankenstandort Luxemburg.
Onnertz zeigte sich zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass gegen Ende der Frist noch einige Bewerbungen reinkommen, sodass wir am Schluss zehn plus x und somit eine gute Auswahl haben werden."
Auch Vorstand Helmut Sicken, dessen Vertrag im September 2013 zur Verlängerung ansteht, will seinen Hut noch in den Ring werfen. Das sagte er auf TV-Nachfrage: "Ja, ich werde mich ebenfalls auf den Posten bewerben."
Für das weitere Vorgehen sind bereits Entscheidungen getroffen worden. So ist für den 16. April eine außerordentliche Sitzung des KSK-Verwaltungsrats anberaumt worden, bei der es um die Personalie gehen wird.
Dann soll eine Vorauswahl unter den schriftlichen Bewerbungen vorgenommen und sich darauf geeinigt werden, wer für eine Vorstellung eingeladen werden soll. Noch nicht festgelegt ist der Arbeitsbeginn des Neuen. In der Ausschreibung hieß es dazu lediglich "zum nächstmöglichen Zeitpunkt".
Onnertz sagte: "Der 1.7. wäre schön." Ob das allerdings klappt, ist zumindest fraglich, denn neben dem Auswahlverfahren brauchen auch die Genehmigungen durch die Sparkassenaufsicht des Landes und die Bankenaufsicht des Bundes Zeit.
Weshalb er sich eine "zeitnahe Lösung" wünscht, sagte der KSK-Verwaltungsratschef unumwunden: "Für den verbliebenen Vorstand ist es eine kolossale Belastung."
Damit spielte er darauf an, dass Helmut Sicken seit der Beurlaubung von Dieter Grau erstens alleine die Geschäfte der Bank leitet und sich zweitens federführend um Aufstockung und Umbau des Dauner Hauptsitzes der KSK kümmert.
Die wird - obwohl die Kosten von ursprünglich veranschlagten sechs auf zwölf Millionen Euro explodiert sind - wie geplant realisiert. Das hat der KSK-Verwaltungsrat in seiner jüngsten Sitzung erneut bekräftigt. Über das Schreiben des beurlaubten Vorstandschefs Grau, der angesichts der Kostenexplosion und der Doppelbelastung für Sicken gefordert hatte, das Vorhaben vorerst auf Eis zu legen (der TV berichtete), ist laut Heinz Onnertz "nicht großartig gesprochen worden". Er habe es aber zum Gegenstand der Sitzung gemacht.
Mit dem Umbau soll Ende Mai begonnen werden, es wird mit zwei Jahren Bauzeit gerechnet.