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Von der Eifel nach Köln: Oberstleutnant Kai Lootz verlässt Eifelkaserne nach zwei Jahren

Von der Eifel nach Köln: Oberstleutnant Kai Lootz verlässt Eifelkaserne nach zwei Jahren - 130 Posten neu besetzt

(Gerolstein) Oberstleutnant Kai Lootz gibt nach zwei Jahren das Kommando über das Führungsunterstützungsbataillon 281 in Gerolstein ab, das an etlichen Auslandseinsätzen beteiligt ist, und wechselt nach Köln. In seiner Dienstzeit wurden 130 zusätzliche Posten besetzt, zudem sind alle seine Soldaten unversehrt aus dem Einsatz zurückgekehrt.

29.02.2016
Mario Hübner
Gerolstein. Wieder nach Hause zurückkehren: Das ist für alle Soldaten, die fernab der Heimat ihren Dienst tun, der größte Wunsch. Ein Wunsch, der für alle Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 281, die in den vergangenen beiden Jahren im Kosovo, in Afghanistan, an der türkisch-syrischen Grenze oder in Mali eingesetzt waren, in Erfüllung gegangen ist.

Zum Glück, wie auch der scheidende Kommandeur, Oberstleutnant Kai Lootz, sagt: "Ich bin heilfroh, dass während meiner Dienstzeit meine Soldaten nie in besonders brenzlige Situationen geraten sind und letztlich nichts passiert ist." Er habe früher schon einmal einer Familie eine Todesnachricht überbringen müssen. Daher habe er auch von Anfang an gewusst, welch große Verantwortung man als Kommandeur des Gerolsteiner Bataillons trage.

Denn beinahe überall dort, wo Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz sind, sind auch die Gerolsteiner Fernmelder und IT-Spezialisten dabei. Denn sie stellen die Kommunikation unter den Einheiten und vor allem in die Heimat sicher. Eine zentrale Aufgabe. "Und deswegen hat die Einsatzvorbereitung auch stets besonders hohe Priorität gehabt", sagt Lootz - wohlwissend, dass es keine Garantie für eine unversehrte Rückkehr gibt.

Auch für ihn gibt es mit seiner Versetzung ins Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr in Köln eine Rückkehr - zur Familie, die in Bergheim lebt. "Nach sieben Jahren komme ich erstmals täglich wieder nach Hause. Da freuen wir uns drauf", sagt der 46-Jährige.

Dennoch blickt er auf eine schöne Zeit in Gerolstein zurück. Sie sei zwar sehr fordernd, aber eben auch erfolgreich gewesen.

Neben der Sicherstellung des Auftrags, die stets ganz oben steht, hat sich Lootz zwei Schwerpunktthemen gesetzt: Nachwuchsgewinnung und eine bessere Betreuung der Soldaten und ihrer Familien. Bei beidem gibt es sichtbare Erfolge. "Bei meinem Start waren rund 450 Dienstposten besetzt, jetzt sind es 580 - und bis 2018 kommen nochmals 30 IT-Spezialisten dazu, die jetzt bereits in der Ausbildung sind", sagt Lootz.

Mit vielerlei Aktionen hat er versucht zu überzeugen, dass die Bundeswehr ein guter Arbeitgeber sei: Er hat eigens zwei Feldwebel freigestellt, die sich um die Rekrutierung von IT-Nachwuchs kümmern. Es gab IT-Camps für Schüler, einen Austausch mit der Berufsbildenden Schule in Gerolstein und einen Treff mit 46 Unternehmern aus der Vulkaneifel. "Die wenigsten wussten, welche Möglichkeiten und wie viele top ausgebildete Fachkräfte wir hier haben", sagt der Kommandeur und verweist auf ein Beispiel: So sei einer seiner IT-Feldwebel inzwischen Systemadministrator beim Gerolsteiner Brunnen.

Und er rührt weiter die Werbetrommel: "Wir haben noch 100 Dienstposten frei - davon 70 für IT-Spezialisten, die wir bis zur Meisterebene ausbilden. Wer danach abgeht, hat gute Chancen, einen Top-Job zu bekommen."

Auch die Betreuung der Soldaten und ihrer Familien lag Lootz am Herzen: So wurde die 2006 aus Kostengründen geschlossene Familienbetreuungsstelle im August 2014 wieder eröffnet. Auch dafür hat der Kommandeur einen Soldaten freigestellt. Daneben ließ er ein Freizeitbüro einrichten. Dort kann man Bücher, Spiele, Konsolen und Fahrräder ausleihen. Es werden Filmabende oder Ausflüge organisiert, zudem bekommen die Soldaten dort Informationen über die Eifel. Die wird der neue Kommandeur wohl nicht brauchen: Oberstleutnant Christian Sohns ist gebürtiger Gerolsteiner.

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