region/gerolstein
29.03.2017
Mario Hübner

Friedensaktivisten bleiben Büchel treu

(Büchel) Büchel Eventuell ein juristisches Nachspiel wird die Demonstration vor dem Fliegerhorst in Büchel vom Montagmorgen haben. Gegen sechs Uhr haben etwa 20 Friedensaktivisten kurzzeitig Tore des Fliegerhorsts blockiert, wo 20 US-amerikanische Atombomben stationiert sein sollen, die der Bundeswehr im Rahmen der nuklearen Teilhabe der Nato zugeordnet sind.

Ihnen gegenüber stand eine Vielzahl von Polizisten.
Marcus Schäfer vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen
(Junepa), das die Aktion mitveranstaltet hat, spricht von einem "massiven Polizeiaufgebot" und unangemessenem Verhalten der Beamten, da "sechs Aktivisten für acht Stunden in Gewahrsam genommen wurden und eine weitere minderjährige Person vier Stunden". Gemeinsam haben sie angekündigt, offizielle Beschwerden gegen die Maßnahmen einzulegen. "Sollte es zu Verfahren kommen, werden wir diese als öffentlichkeitswirksame und politische Prozesse führen," sagt Arvid Jasper (22) von Junepa, einer der Betroffenen.
Der TV hat bei der Polizei nachgehört. Norbert Puth, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion (PI) Cochem, die den Einsatz geleitet hat, sagt: "Wir waren mit 80 Einsatzkräften vor Ort und somit relativ gut aufgestellt." Denn "solche Einsatzlagen sind immer sehr diffus, da müssen wir gerüstet sein". Pro Demonstrant, der weggetragen werden müsse, würden zwei Beamte benötigt, ein weiterer, um Personalien aufzunehmen. "Und vier weitere Teams waren damit beschäftigt, zu überprüfen, ob irgendwo jemand über den Zaun gelangen wollte. Das war aber nicht der Fall - im Gegensatz zum jüngsten Einsatz, als dies neun Personen gelungen ist", sagt Puth. Zur Info: Der Außenzaun um den Fliegerhorst ist zwölf Kilometer lang.
Die spontane Sitzblockade auf der Zufahrtsstraße wurde binnen einer Viertelstunde geräumt, die Polizei sprach gegen mehrere Aktivisten Platzverweise aus. Sechs von ihnen, die sich nicht daran hielten, wurden in der PI Cochem in Gewahrsam genommen.
Junepa, das von weiteren Gruppen unterstützt wird, kündigt an, dass die Blockade erst "der Auftakt der 20-wöchigen Aktionspräsenz der Kampagne "Büchel ist überall - atomwaffenfrei, jetzt" war.
Arvid Jasper begründet: "Wir sehen es nach wie vor als unsere Pflicht an, uns dieser unmenschlichen Abschreckungsmaschinerie mit unseren Körpern entgegenzustellen."