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Bach und Lieder aus Griechenland

Förderverein Kirchenmusik Hermeskeil präsentiert facettenreiches Neujahrskonzert

(Hermeskeil) Vier Interpreten haben beim Neujahrskonzert in St. Martinus Hermeskeil eine breite Palette musikalischer Epochen abgedeckt. Klassische Kirchenmusik ist dabei nicht erklungen, dafür aber Werke voller Dynamik, Melancholie und Leidenschaft.

03.01.2017
Herbert Thormeyer
Hermeskeil. In der Sakristei blubbert ein kleiner Wasserkocher. Daneben steht eine Sängerin mit Thermoskanne, die sich auf das Neujahrskonzert in St. Martinus vorbereitet, das vom Förderverein für Kirchenmusik Hermeskeil präsentiert wird. "Wasserdampf einzuatmen macht die Stimmbänder geschmeidig", erklärt Sopranistin Christiana Aloneftis dem TV. Sie ist sowohl akustischer wie optischer Blickfang des sechsten Neujahrskonzertabends, mit dem der Verein das neue Jahr mittlerweile traditionell begrüßt.
Begleitet wird die 25-jährige gebürtige Griechin, die in einem roten Taftkleid vor den Altar schritt, vom Klarinettisten Ulrich Junk, dem aus Rumänien stammenden Geiger Laurentiu Candea und Dekanatskantor Rafael Klar am Klavier.
Klar und der Vorsitzende des Fördervereins, Stefan Butterbach, hatten keine Mühe, dieses Ensemble zusammenzustellen. Man kennt sich. Klassische Kirchenmusik war jedoch keine zu hören. Vielmehr führte das Programm die rund 200 Zuhörer quer durch die musikalischen Epochen, vom barocken Johann Sebastian Bach (1685-1750) bis zum modernen Paul Hindemith (1895-1963).
Lieder aus ihrer Heimat Griechenland trug die Sopranistin mit großer Melancholie und in ihrer Muttersprache vor. "Man muss nicht nur singen, sondern den Inhalt der Stücke auch spielen", weiß sie und ist dankbar für diesen Auftritt, denn: "Das bringt immer mehr Bühnenerfahrung mit immer neuen Musikern zusammenzuspielen." Gleiches gilt für eine Arie aus Jacques Offenbachs "Les Contes D’Hoffmann" (Hoffmanns Erzählungen). Hier stellt sie Antonia dar, die wegen des Todes ihres Vaters eigentlich gar nicht singen darf.
Die Stipendiatin studiert inzwischen in Paris und pendelt deshalb von Zeit zu Zeit zwischen ihrer Wahlheimat Saarburg und der Metropole an der Seine.
Im Jahr 2010 gründete sich der Förderverein für Kirchenmusik in Hermeskeil. "Heute bekommen wir Anfragen von Künstlern über unsere Homepage", freut sich Vorsitzender Stefan Butterbach darüber, dass sein Verein ein immer stärkerer Begriff in Musikerkreisen geworden ist. "Dieser Verein ist für unser kulturelles Leben wichtig", findet auch der Hausherr, Dechant Clemens Grünebach.
Wieder wurde das gesamte Kirchenschiff klanglich inszeniert, inzwischen ein Markenzeichen des Fördervereins. Mal erklangen Orgel und Violine von der Empore, mal reflektierte das Halbrund des Altarraumes den Klarinettenklang in den Sakralraum. Immer erstrahlte die Musik in St. Martinus.
Viel gute Musik hat Bernd Mühlhaus, der ehemalige Vorsitzende der Stadtkapelle, bereits gehört. Er findet nach dem Konzert: "Hier wurde eine große Vielfalt geboten, quer durch die Epochen." Silvia Scherer aus Nonnweiler sagt: "Es war musikalisch wunderschön gestaltet."
Für 2018 plant der Förderverein Großes. "Es soll ein Konzert aller Kirchenchöre des Pfarreienverbandes St. Franziskus werden", kündigt Stefan Butterbach an.