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Bäume, Bänke und Brunnen statt tristem Parkplatz

(Hermeskeil) Ein Ort zum Feiern oder einfach nur zum Entspannen: Das soll 2018 aus dem Parkplatz neben der evangelischen Kirche werden. Die Stadt Hermeskeil findet das so gut, dass sie etwas beitragen will.

15.11.2017
Christa Weber
Hermeskeil Die evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch will ihr Gotteshaus in Hermeskeil renovieren und auch das Umfeld inklusive dem kleinen Platz nebenan neu gestalten. Eigentlich sollte das Reformationsjubiläum in diesem Jahr der Anlass sein. 2017 konnten die Arbeiten dann aber doch nicht starten. Denn es gab einigen Abstimmungsbedarf, auch, weil die Stadt die vor der Kirche vorbeiführende Saarstraße im nächsten Jahr ausbauen will.
Inzwischen liegen nun aber Entwürfe vor, die einen guten Eindruck davon vermitteln, wie das Kirchenumfeld künftig aussehen soll. Landschaftsarchitekt Stefan Jacobs vom Büro Ernst + Partner und Architekt Hans-Jürgen Stein vom Büro Stein Hemmes Wirtz stellten die Pläne im Stadtrat vor.

Kirche und Eingänge Geplant ist zunächst eine Sanierung im Inneren der Kirche. Anschließend sollen die Eingänge umgebaut werden. Das Podest vor dem Haupteingang wird laut Architekt Stein künftig nicht mehr nur über Treppenstufen, sondern auch barrierefrei über eine Rampe zugänglich sein. Am Nebeneingang will man ganz auf Stufen verzichten.

Der neue Platz Verändern soll sich auch der Platz neben der Kirche, der zurzeit als Parkfläche genutzt wird. Momentan sei der Platz geprägt durch Autos und jede Menge Schilder, stellte Stein fest. "Dabei haben wir hier eine charmante kleine Kirche, zu der dieses Umfeld nicht passt." Vor allem das große Verkehrsschild, das den Weg zur Autobahn A 1 weist, störe das Gesamtbild enorm. Deshalb suche man das Gespräch mit der Verkehrsbehörde, um dafür einen anderen Standort zu finden. Mit dem "wilden Parken" auf dem Platz soll definitiv Schluss sein. "Wir wollen einen schönen Ort zum Verweilen schaffen."
Wie das aussehen könnte, dazu präsentierten die Planer zwei Vorschläge, von denen der zweite (siehe Grafik) nach aktuellem Stand umgesetzt werden soll. Größter Unterschied zu Variante eins ist dabei, dass das jetzige Gefälle des Platzes stark reduziert wird. Das gelingt durch eine Stützmauer zur Saarstraße hin und eine Stufenanlage, die den Höhenunterschied ausgleichen soll. "So entsteht eine ebene Fläche, die auch besser für kleine Feste und Veranstaltungen genutzt werden kann", erläuterte Stefan Jacobs.
Zwei Sitzbänke werden mit Blick zum Kircheneingang postiert. Der gesamte Platz wird durch eine Hecke eingefasst und abgeschirmt, was laut Jacobs für den späteren "Wohlfühlcharakter" besonders wichtig ist. Im hinteren Bereich entsteht ein Grünstreifen, mehrere kleine Bäume sollen den Platz umrahmen. Im Zentrum ist ein Brunnenstein geplant. Die gesamte Fläche um die Kirche herum inklusive Gehweg und Platz soll einheitlich mit einem hellen Betonstein gepflastert werden.

Nachfragen im Rat Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) lobte die Initiative der Kirchengemeinde. Im Stadtrat sei man sich einig, "dass man hier städtebaulich besondere Akzente setzen kann". Die Stadt hat der Gemeinde das Parkplatz-Grundstück für den symbolischen Wert von einem Euro übertragen, aber ein Durchfahrtsrecht für die Zufahrt zu dem hinter der Kirche liegenden Hotel behalten. Die Zufahrt müsse auch nach der Umgestaltung gewährleistet sein, sagte Queck. Laut Planern soll sich an der Straßenbreite dort nichts ändern. Zudem will man gemeinsam mit den Gewerbetreibenden abstimmen, wo deren Werbeschilder weiterhin gut sichtbar untergebracht werden können. Sigurd Hein (SPD) wies darauf hin, dass beim Ausbau der Saarstraße das Pflaster für den weiteren Gehweg-Verlauf mit dem Pflaster vor der Kirche abgestimmt werden müsse. Laut dem städtischen Beigeordneten Volker König hat die Stadt dies im Blick.

Die Kosten Die Kosten für Kirchensanierung und neue Eingänge liegen laut Architekt Stein bei etwa 195 000 Euro, weitere 145 000 Euro kommen für den Platz hinzu. Weil dessen Neugestaltung eine "erhebliche Aufwertung" für das Stadtbild und somit "eine Win-Win-Situation" für beide Seiten bedeute, sollte über eine "gerechte Aufteilung" der Kosten nachgedacht werden. Die Vorschläge der Planer für einen Beitrag der Stadt lagen zwischen 53 000 und 60 000 Euro. Er halte es für richtig, dass sich die Stadt an den enthaltenen Verkehrsflächen - Gehweg und Zufahrt - beteilige, sagte Queck. Sein Vorschlag: Ein fester Zuschuss in Höhe von 53 000 Euro, eingeplant im Haushalt 2018. Dem schlossen sich die Ratsmitglieder einstimmig an. "Wir sind auch der Meinung, dass die Stadt sich mit einer klar kalkulierten Summe an diesem positiven Projekt beteiligen kann", sagte Markus Forster (CDU).

Der Zeitplan Die Innensanierung soll laut Stein Anfang 2018 beginnen. Die Arbeiten rund um die Kirche seien abhängig vom Straßenausbau. Dort könne man erst starten, wenn der Boden nicht mehr für Leitungsarbeiten geöffnet werden müsse - vielleicht ab Herbst 2018.