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Damit kein Opfer jemals vergessen wird - 100 Besucher informieren sich in Gedenkstätte SS-Sonderlager KZ Hinzert

- Sieger des Fotowettbewerbs geehrt

(Hinzert) Das Vernichtungslager Auschwitz ist am 27. Januar 1945 von alliierten Soldaten befreit worden. Seit 1996 wird an diesem Tag aller Opfer des Naziregimes gedacht. In der Gedenkstätte SS-Sonderlager KZ Hinzert wurde mit Informationen, Liedern und preisgekrönten Fotos an die Toten und die, die unter Zwangsarbeit, Hunger und Folter gelitten haben, erinnert.

27.01.2014
Hinzert. Düster, in harten Schwarz-Weiß-Kontrasten, zeigt Simon Papenberg auf seinem Foto den Ehrenfriedhof in der Gedenkstätte SS-Sonderlager KZ Hinzert. Einzige Farbtupfer sind niedergelegte Blumen und die Menschen, die vor Kreuzen der Opfer des Nazi-Regimes gedenken.
Der 17-jährige Gymnasiast aus Unkel ist erster Preisträger des Fotowettbewerbes der Landeszentrale für politische Bildung "Menschen (ge)denken". Die Preise wurden bei einer Feierstunde in der Gedenkstätte Hinzert am Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz verliehen.
Der Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte, Dieter Burgard, zeigte anhand von 23 jungen Luxemburgern, die in Hinzert gefangen gehalten wurden, wie leichtfertig deren Tod durch Erschießen von den Kommandanten am 25. Februar 1944 angeordnet wurde: "Das waren junge Männer, die Pläne und Träume für ihr Leben hatten."
Die schwere Fron der Zwangsarbeit zeigt das Lied "Mir schaffen op de Stroossen" des Luxemburger Häftlings Lambert Schaus auf, das vom Luxemburger Duo Miller-Moaler vorgetragen wurde. "Das Lied wurde erst vor einem Jahr im Archiv des Widerstandsrates in der ehemaligen Gestapo-Zentrale Villa Pauly entdeckt", weiß Burgard. In Hinzert wurde es zum zweiten Mal gesungen. Weitere Lieder gegen das Vergessen, für Frieden und Mitmenschlichkeit sang Manfred Pohlmann aus Neuwied.
Geschätzt 100 Besucher nutzten den Tag, um sich bei Führungen und der Gedenkstunde über die Vergangenheit zu informieren. Eine von ihnen ist Alice Münster aus Hinzert. Die 79- Jährige kann sich noch gut an den Lagerbetrieb erinnern, denn: "Die Straße zu den Feldern der Bauern führte mitten hindurch." Nur wenn neue Häftlinge vom Bahnhof in Reinsfeld ankamen, war der Weg gesperrt. Was da geschah, sollte niemand sehen. Wenn in Hinzert gebaut wurde oder Erntezeit war, kamen schon mal "Helfer" aus dem Lager. "Die sahen so furchtbar mager aus. Meine Mutter musste die erst mal aufpäppeln", weiß die Zeitzeugin noch genau. Auf der Häftlingskleidung trugen sie Abzeichen. "PO" stand für Polen und "L" für Luxemburg.
Rund 13 600 Gefangene, Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und politische Häftlinge aus mehr als 20 Ländern waren im Lager Hinzert Hunger, Folter, Entwürdigung und harter Zwangsarbeit ausgesetzt.
Für mindestens 321 Männer endete der Leidensweg mit dem Tod. doth

 

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