region/hochwald

Debüt des Geisfelder Jugendorchesters

500-Einwohner-Ort ist um eine Besonderheit reicher

(Geisfeld) Die gut 500 Geisfelder sind um eine Besonderheit reicher: das Jugendorchester des Musikvereins (MV). Im Bürgerhaus gaben die jungen Leute nun ihr erstes umjubeltes Konzert.

12.07.2016
Geisfeld. Mit Bravo-Rufen und lang anhaltendem Applaus honorierte das Premierenpublikum die Leistung der 11- bis 15-Jährigen. In einem gut einstündigen Konzert entführten die 14 Jungmusiker "Von Mozart bis Deep Purple" - mit Filmmusik und Marsch, Rock und Pop. Dabei präsentierten sie anspruchsvolle Stücke wie Yakety Sax, das flotte Saxofon-Solo, komponiert von Randy Randolph und Titelmusik der berühmten Benny Hill Show. Als Solistin beeindruckte Franziska Bach, gerade mal elf Jahre alt. "Was die alten Hasen können, können die jungen Küken schon ganz lang", weckte Moderatorin Beate Räsch Neugier mit Vorschusslorbeeren. Doch Franziska wurde dem "hohen technischen Anspruch" mehr als gerecht. Ebenso überzeugten die Klarinettistinnen Luna Thömmes und Emma Knop sowie Schlagzeuger Luiz Cronauer mit ihren Soloparts. Unmittelbar vor dem Konzert freuten sich die Schüler einfach nur auf ihren ersten großen Auftritt, für den sie zuletzt öfter als einmal die Woche geprobt hatten. Es sei toll, in Geisfeld ein Jugendorchester zu haben, sagte Posaunist Niklas (13). "Hier wohnen ja nicht so viele Leute", ist sich Klarinettist Leon (15) der Besonderheit für ein Dorf mit gut 500 Bürgern bewusst. Bei der Auswahl der Stücke konnten die Schüler mitreden, wie die drei Solistinnen erzählten. "Es macht Spaß", sagten Luna (13) und Emma (12). Und was Spaß macht, ist auch zeitlich zu packen, ließ Franziska durchblicken. Denn nicht nur sie spielt zusätzlich in einer Schulband.
Bei der Premiere unterstützten laut Andreas Bach, dem Leiter des Jugendorchesters des MV Geisfeld, lediglich ein Trompeter und zwei Musiker an Schlaginstrumenten. Die seit etwa zwei Jahren zusammenspielenden Jugendlichen seien bisher immer nur kurz aufgetreten. Mal bei einem Kirchenkonzert, mal bei Veranstaltungen wie Altennachmittagen. Daher hätten sie sich nun selbst gewünscht, ihr Können bei einem eigenen Konzert zeigen zu können, wofür sie zehn neue Stücke übten.
Besucher wie Ewald Kolz waren begeistert. Die Kinder hätten sehr gut gespielt, lobte er vor allem die Solisten. Alois Waschbisch, 1965 Gründungsmitglied des MV und aktiver Tenorhornist, schloss sich dem an. Er selbst fing als 14-Jähriger an und brachte sich vieles selbst bei. Für Ortsbürgermeister Theo Palm ist das neue Orchester "das Schönste, was einer Gemeinde passieren kann". Die jungen Leute spielten ja nicht nur Musik, sondern hätten auch eine echte Aufgabe. Der beste Jugendclub seien die Vereine. Der MV stellt sich dem seit Mai mit einem neuen Konzept. Für Karl-Heinz Jüngels rückten drei gleichberechtigte Vorsitzende nach: Andreas Harig, Marc Hein und Sebastian Schneider. Sie teilen sich die Aufgaben, was sich laut Beate Räsch, die als neue Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit durch das Programm führte, zusehends bewährt. urs

Empfehlungen

Kommentare