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Eigentlich ist er erst 20: Berthold Resch aus Reinsfeld hat am 29. Februar Geburtstag – Heute wird er 80

(Reinsfeld) Geboren im Schaltjahr, das ist für Berthold Resch schon etwas Besonderes. Denn sein Geburtsdatum, den 29. Februar, gibt es nur alle vier Jahre. Heute kann er auf den Tag genau seinen 80. Geburtstag feiern.

29.02.2016
Christa Weber
Streng genommen dürften heute auf der Geburtstagstorte von Berthold Resch nur 20 Kerzen brennen. Denn der gebürtige Hunsrücker, der seit 56 Jahren im Hochwaldort Reinsfeld lebt, erblickte am 29. Februar 1936 das Licht der Welt. Diesen Tag gibt es nur alle vier Jahre, nur im Schaltjahr. Sonst hat der Fe-bruar bekannterweise 28 Tage. 

Dass sein 80. Geburtstag mal wieder auf einen 29. Februar fällt, freut den Reinsfelder zwar. Feiern will er aber trotzdem nicht an dem besonderen Tag – sondern erst im März. Dann reisen die beiden Töchter und der Sohn samt Enkel an, gefeiert wird im Landgasthof. Warum er die Gunst der Stunde beziehungsweise des Schaltjahrs nicht nutzen will? „Die Kinder sind berufstätig, der Montag ist eher ungünstig“, gibt er sich ganz pragmatisch. Ein paar Nachbarn kämen sicher schon vorbei: „Viele wissen ja Bescheid – dann gibt es Kaffee oder ein Glas Wein.“

Außerhalb seines persönlichen Umfelds, verrät Resch, falle sein außergewöhnliches Geburtsdatum den meisten Menschen gar nicht auf. Ein Vorfall ist ihm aber doch im Gedächtnis geblieben: Beim Besuch im Trierer Finanzamt vor einigen Jahren habe ihn die Sachbearbeiterin „plötzlich angegrinst“ und gemeint: „Wir haben am selben Tag Geburtstag, ich bin nur acht Jahre jünger.“

Geburtstagsglückwünsche, Anrufe oder auch Briefe habe er meist am 1. März bekommen, sagt der Hochwälder. Dass er nur alle vier Jahre am richtigen Tag feiern konnte, habe ihm eigentlich nie wirklich gefehlt – auch nicht in der Kindheit. „Das war ja in den Kriegsjahren. Da wurde nicht viel gefeiert oder geschenkt“, sagt Resch. Damals sei er schon „einen halben Meter in die Luft gesprungen, wenn es mal ein Bonbon oder ein Stück Kuchen gab“. Den Zusammenhang mit dem Schaltjahr habe er dann auch erst später „so richtig begriffen“.

Resch ist in Berglicht in der Verbandsgemeinde Thalfang geboren. 1960 kam er nach Reinsfeld, nachdem er seine Frau Brigitte geheiratet hatte. Zunächst war er Sägearbeiter, bis 1978 arbeitete er im Bilstein-Werk in Mandern, später bei der Alwitra-Tochter CTW in Hermeskeil. Inzwischen lebt der Ruheständler allein, vertreibt sich die Zeit zum Beispiel mit alten Eisenbahn-Filmen. 

Das Interesse an historischen Zeugnissen hat ihm auch geholfen, ein Rätsel in Bezug auf seinen Geburtstag zu lösen: „Ich wollte immer wissen, an welchem Wochentag ich geboren bin. Aber meine Mutter konnte es nicht sagen.“ Vor kurzem sei ihm ein altes Gebetsbuch der Diözese Trier aus den 1930er Jahren in die Hände gefallen – mit einer Liste der beweglichen Feste im Jahr 1936. „Aschermittwoch, 26. Februar, stand da, ich musste nur weiterzählen. Jetzt weiß ich, dass der 29. Februar 1936 ein Samstag war.“  


Extra Sieben Fakten zum 29. Februar

Das Schaltjahr schenkt uns mit dem 29. Februar einen zusätzlichen Tag. Aber der 29. Februar ist nur ein geschenkter Tag von vielen. Denn die Deutschen leben sieben Jahre länger, als sie denken. Die Initiative „7 Jahre länger“ hat sieben Fakten zum Schalttag zusammengestellt. 

1) Nach einer aktuellen Berechnung der Initiative „7 Jahre länger“ feiern heute rund 57.250 Deutsche ihren Geburtstag. Darunter sind auch einige Prominente wie das Model Lena Gercke und Fußballnationalspieler Benedikt Höwedes.

2) Rund 1900 Kinder kommen täglich auf die Welt. Legt man die Geburtenzahlen von 2014 zugrunde, werden am Montag schätzungsweise 1880 Kinder in Deutschland das Licht der Welt erblicken.

3) Neugeborene Mädchen können im Leben im Schnitt 21-mal ihren Geburtstag an einem 29. Februar feiern, Jungen 20-mal. Denn Mädchen werden statistisch 90,7 Jahre alt, Jungen 86,4. Normalerweise hätten sie noch einmal öfter die Gelegenheit dazu, doch 2100 fällt das Schaltjahr aus. 

4) Wäre der 29. Februar ein Tag ohne Verpflichtungen, so stünde die Familie ganz im Vordergrund. Laut einer aktuellen Umfrage der Initiative „7 Jahre länger“ würden drei Viertel (76 Prozent) der Deutschen geschenkte Zeit mit Freunden und Familie verbringen. An zweiter Stelle folgt mit 68 Prozent der Wunsch zu verreisen. Außerdem würden die Deutsche gerne neue Dinge lernen (61 Prozent), sich ehrenamtlich engagieren (47 Prozent), Sport treiben (46 Prozent), sich ausruhen (42 Prozent) oder ein neues Hobby entdecken (35 Prozent).

5) Von den zusätzlichen 24 Stunden verschlafen die Bundesbürger im Schnitt achteinhalb Stunden wieder. Rund eine Stunde geht für Sport und Hobbys drauf, jeweils rund drei für Haushalt und Familie sowie Medienkonsum. Arbeiten tun die Deutschen dagegen nur zwei Stunden und 43 Minuten. 

6) Anlässlich des Schaltjahrs verzehren einige Briten am 29. Februar gerne eine sonst gerne verspottete französische Spezialität: Froschschenkel. Denn der Frosch gilt auf der Insel als Symboltier für das „leap year“ – also das „Sprungjahr“, wie das Schaltjahr hier genannt wird.

7) Ein langes und gesundes Leben wird immer mehr zur Normalität, leider ist es nicht allen vergönnt. So leiden in Deutschland rund vier Millionen Menschen an einer seltenen Erkrankung, die sie im Alltag sehr einschränkt oder ihr Leben stark verkürzt. Der 8„Rare Disease Day“, der traditionell am letzten Februartag eines Jahres begangen wird, soll die Öffentlichkeit auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam machen. red


 

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