Auf dem Gebiet der Stadt Hermeskeil gibt es nicht nur den früheren Kasernenübungsplatz, auf den Windkraftfirmen ein Auge geworfen haben. Das Unternehmen G.A.I.A plant auf dem Höhenzug Richtung Nonnweiler die Errichtung von bis zu 14 Rädern. Der Rat wird am 13. März grundsätzlich darüber entscheiden, ob für ihn ein Windpark an dieser Stelle überhaupt infrage kommt.
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Hinter der Martinuskirche drehen sich Richtung Norden mehrere Windräder, die aber auf der Gemarkung Hinzert-Pölert stehen. Auf Hermeskeiler Gebiet sind nun Richtung Nonnweiler solche Anlagen geplant.TV-Foto: Axel Munsteiner
Hermeskeil. "Das Thema Windkraft ist auch bei uns angekommen. Es gibt momentan einen Wettlauf der Gemeinden und Anbieter, dem sich auch die Stadt Hermeskeil nicht entziehen kann." Das sagt Stadtchef Udo Moser (Bürger für Bürger, BFB). Deshalb fälllt der Rat in der Sitzung am 13. März (19 Uhr, Rathaus) wichtige Grundsatzbeschlüsse. Denn es gibt im 31 Quadratkilometer großen Stadtgebiet inzwischen gleich zwei Standorte, die Investoren aus der Branche ins Visier genommen haben. Windpark Hochwald: Schon länger steht die Errichtung von weißen Riesen auf dem Gelände des früheren Kasernenübungsplatzes zur Debatte. Dort könnte die Stadt Hermeskeil eine Partnerschaft mit den Nachbarn aus Reinsfeld, Gusenburg und Grimburg eingehen. Wie im TV berichtet, haben sich die Pläne für den Windpark Hochwald inzwischen konkretisiert. Zwei der insgesamt 25 Anlagen hatten die Planer der Firma G.A.I.A. (Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen) auf Hermeskeiler Grund und Boden platziert. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass dort nur die Errichtung von einem Rad möglich ist. Laut Moser und VG-Chef Michael Hülpes (CDU) hatten die Investoren die andere Anlage in einer Entfernung von weniger als 1000 Metern zum Lascheider Hof eingezeichnet. Damit wäre der Mindestabstand zur Wohnbebauung nicht eingehalten. "Wir wären an dieser Stelle also nur marginal beteiligt", sagt Moser. Der Rat entscheidet am Dienstag darüber, ob Hermeskeil trotzdem beim Windpark Hochwald mitmacht. Windpark Hermeskeil: Neu ist, dass Investoren auch an einem anderen Hermeskeiler Standort Interesse zeigen. Und zwar geht es dabei um den im Süden des Stadtgebiets liegenden Höhenzug in Richtung der Landesgrenze bei Nonnweiler. 14 Räder hält die Firma G.A.I.A. dort bei ihrer "Maximalskizzierung" (Moser) für möglich. "In dieser Anzahl halte ich das aber für nicht umsetzbar. Sechs Räder sind aber realistisch", sagt der Stadtbürgermeister. Aber auch in dieser Sache ist zunächst die Entscheidung des Stadtrats nötig. Er soll am 13. März den Grundsatzbeschluss fassen, ob sich die Kommune überhaupt mit der Idee des Windparks Hermeskeil anfreunden kann und das Projekt weiterverfolgt wird.
Persönlich sei er neben den ökologischen Aspekten der Meinung, "dass wir es uns nicht leisten können, auf diese Möglichkeit zur Verbesserung unserer Einnahmen zu verzichten", so Moser.
Sollte der Hermeskeiler Stadtrat zustimmen, würde die ohnehin schon lange Liste der Gemeinden, die Windparks planen, noch erweitert. Letztendlich entscheidet der Hermeskeiler Verbandsgemeinderat über die Änderung des Flächennutzungsplans und legt die künftigen Windkraftsstandorte fest. Zuvor müssen die Vorschläge aus allen Orten jedoch beipielsweise im Hinblick auf den Artenschutz gutachterlich geprüft werden. So erklärt Friedbert Knop von der VG-Verwaltung das weitere baurechtliche Prozedere.
Rathaus-Chef Hülpes betont, dass er die Windkraft als "historische Chance" für die Region betrachtet. Man müsse aber darauf achten, "dass wir auch Bereiche freihalten, in denen keine Windräder zu sehen sind." Ein Vorteil sei, dass es durch die Autobahn schon eine "Vorbelastung" gebe. Dadurch falle es bei der Genehmigung leichter, in diesen Bereichen Räder aufzustellen. Schon jetzt gibt es im Bereich der Mehringer Höhe und bei Reinsfeld zwei große Windparks entlang der A 1. Die Gemeinde Beuren plant ebenfalls die Errichtung von Anlagen nahe der A 1. Hülpes sagt voraus, dass es aus seiner Sicht darauf hinausläuft, dass man künftig "von Mehring bis ins Saarland durch ein Spalier von Windrädern fahren wird.
Extra
Die Stadt Hermeskeil hat lange Zeit Windkraft auf ihrem Gebiet abgelehnt. Eine diesbezügliche Entscheidung aus dem Jahr 2002 hatte der Stadtrat im November 2009 noch einmal bekräftigt. Durch die Atomkatastrophe in Fukushima und die Forderung nach einer Energiewende gab es aber auch in diesem Gremium ein Umdenken. Im Mai 2001 erklärte der Rat, dass sich die Stadt grundsätzlich vorstellen kann, dass auf ihrer Gemarkung Windräder aufgestellt werden. In der aktuellen Sitzung geht es nun darum, ob das auch für die konkreten Pläne für die Windparks Hochwald und Hermeskeil gilt. ax
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