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aus unserem Archiv vom 21. März 2011
Autor: meinung Axel MunsteinerOrt: Drucken  E-Mail

Feuerwehrmuseum: Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen

Nachdem die Zuschussfrage geklärt ist, rückt der Bau des Feuerwehrmuseums in Hermeskeil in greifbare Nähe. Der Stadtrat soll das 3,7 Millionen-Euro-Projekt in seiner Sitzung am 29. März endgültig auf den Weg bringen. Dann können die Arbeiten im Sommer beginnen.

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Hermeskeil. "Wir haben lange warten müssen. Umso mehr freut es uns, dass wir jetzt endlich in die Gänge kommen." So fasst Ex-Wehrführer Ernst Blasius die Stimmungslage all derer zusammen, die auf den Bau des rheinland-pfälzischen Feuerwehrmuseums in Hermeskeil hoffen.
 
Seit 2007 laufen die Planungen für das Projekt auf dem Platz am Neuen Markt, das im Stadtentwicklungskonzept an erster Stelle steht. Dort steht das marode Gebäude des alten Heimatmuseums, das saniert und um einen Neubau ergänzt wird.
 
Nach vielen Hindernissen (siehe Extra) steht aber erst jetzt fest: Das Feuerwehrmuseum kann gebaut und vor allem bezahlt werden. Die in früheren Beschlüssen gestellte Bedingung des Stadtrats war nämlich, dass sich das Land mit einem Zuschuss von mindestens 65 Prozent an den Baukosten beteiligt. Diese Zusage ist jetzt da (der TV berichtete bereits). Insgesamt wird das Feuerwehrmuseum schätzungsweise knapp 3,7 Millionen Euro teuer. Ausklammern muss man aus diesem Betrag rund 700 000 Euro für den gastronomischen Teil, der im Untergeschoss des bisherigen Altbaus entstehen soll. Laut Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) - er besuchte am Samstag die Stadt - ist dieser Teil des Vorhabens "nicht förderfähig", weil es sich um einen wirtschaftlichen Betrieb handelt. Für den ersten Bauabschnitt des Feuerwehrmuseums gibt es dieses Jahr vom Land einen Zuschuss von einer Million Euro. In etwa die gleiche Summe fließt dann 2012 und 2013 in zwei weiteren Raten. Der Kreis Trier-Saarburg und die VG Hermeskeil steuern jeweils 150 000 Euro bei. Die Stadt muss circa 700 000 Euro schultern.
 
Für Stadtbürgermeister Udo Moser (Bürger für Bürger) steht der Nutzen dieser Großinvestition jedoch außer Frage: "Das Feuerwehrmuseum ist die Brücke, die für die Belebung der ganzen Innenstadt sorgen soll."
 
Auch VG-Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) betont: "Wir sind fest davon überzeugt, dass das Feuerwehrmuseum ein Highlight wird, mit dem wir uns von anderen, ähnlichen Ausstellungen deutlich abheben werden." Hülpes ist Vorsitzender eines Fördervereins, der eigens für dieses Vorhaben gegründet wurde. Seine Mitglieder werden das Museum betreiben und unter der Leitung Blasius' die Besucher fachlich betreuen.
 
Das neue Museum soll mehr sein als nur ein Arsenal für historische Ausstellungsstücke aus über 100 Jahren Feuerwehrgeschichte. Auf etwa 1080 Quadratmetern Fläche sind dort mehrere Erlebnisräume vorgesehen, in denen multimediale Techniken zum Einsatz kommen.
 
Stimmt der Stadtrat am 29. März zu, können die Arbeiten für das Feuerwehrmuseum ausgeschrieben werden. Hülpes und Moser halten es für realistisch, dass die Baufirmen "nach der Stadtwoche" im Juli loslegen können und die Arbeiten "innerhalb eines Jahres zu stemmen sind". Somit könnte das Museum 2012 eröffnet werden. Die angepeilte Besucherzahl liegt bei circa 25 000 jährlich. Was den Gastronomieteil angeht, sagt Moser: "Es ist jetzt unsere Aufgabe, dafür einen Pächter oder einen Privatinvestor anzuwerben. Bisher war das Problem, dass wir Interessenten nicht sagen konnten, wann es losgeht."

Meinung
Riskanter Luxus
 
Das Hermeskeiler Feuerwehrmuseum ist ein Bau, dem mit Ausnahme der Linkspartei alle Parteien im Stadtrat grundsätzlich zugestimmt haben. Es gibt also einen breiten politischen Willen für dieses Projekt - das im übrigen auch in der Bürgerschaft auf mehr Zustimmung als auf offene Kritik stößt. Klar ist aber auch: Hermeskeil gönnt sich mit dem Feuerwehrmuseum einen Luxus, der nur auf Kosten eines weiter wachsenden Schuldenbergs zu haben ist. Mit dem Feuerwehrmuseum geht die Stadt also ein großes finanzielles Risiko ein. Es lässt sich nur dann rechtfertigen, wenn sich die hohen Erwartungen erfüllen. Was bleibt, ist also das Prinzip Hoffnung, dass das Museum tatsächlich der erhoffte Magnet wird, der die Attraktivität der ganzen Innenstadt aufwertet und ihr mehr Besucher bringt. a.munsteiner@volksfreund.de


 
CHRONOLOGIE

 
Frühjahr 2007: Die ersten Entwürfe für den Umbau des alten Heimatmuseums in ein Feuerwehrmuseum mit Gastronomiebereich werden vorgestellt. Im Stadtentwicklungskonzept wird dem Projekt "Priorität 1a" eingeräumt. Oktober 2008: Das Land stellt einen Zuschuss von 65 Prozent in Aussicht. Die Kosten werden auf knapp 1,8 Millionen Euro geschätzt. Dezember 2008: Der bisherige Planer und Investor Wolfgang Schäfer (Schillingen) steigt aus. Damit fehlt der Geldgeber für den Gastronomieteil. März 2009: Der Stadtrat beauftragt den Hermeskeiler Architekten Christoph Eiden als neuen Planer. März 2010: Die Kostenschätzung für das Museum klettert auf knapp 3,7 Millionen Euro, da erstmals die Summe von rund 700 000 Euro für die Gastronomie in die Gesamtrechnung einfließt. Zudem müssen im Altbau des Heimatmuseums für 300 000 Euro Schadstoffe beseitigt werden. April 2010: Der Stadtrat hält trotz Mehrkosten am Projekt fest. Ein Landeszuschuss von 65 Prozent bleibt Bedingung. März 2011: Das Land gibt die Zuschusszusage.


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