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Geburtstagsfest mit stolzen Dorfkindern

(Gusenburg) Mit Mundart-Vorträgen, der Dorflauf-Premiere und einem Festabend haben die Gusenburger am Wochenende ihre 550-Jahr-Feier fortgesetzt. Dabei hat auch der Nachwuchs eine wichtige Rolle gespielt.

19.06.2017
Ursula Schmieder
Gusenburg Der Nachwuchs mischte tüchtig mit beim großen Jubiläumsfest: Schüler als stolze "Dorfkinder" und die Kleinsten von der Kindertagesstätte haben als Vorgruppe der Trierer Gruppe Leiendecker Bloas den Mundart-Abend im Festzelt mitgestaltet.
Mit diesem Programmpunkt ging am Freitagabend die fünftägige 550-Jahr-Feier der Hochwaldgemeinde weiter. Begonnen hatte das große Jubiläumfest mit Popkonzerten am Mittwoch und einem historischen Markttag an Fronleichnam (der TV berichtete am 16. Juni).
Am Wochenende stand nun zunächst der heimische Dialekt im Vordergrund. In Gusenburg sprechen die Bewohner von klein auf "Platt" - auch in der Drei-Königen-Kita. Laut Doris Giebel macht es den Kindern großen Spaß, sich beim Mittagessen und bei Spaziergängen im Dialekt zu üben.
Die Initiative für das kreisweite Modellprojekt (der TV berichtete) ging sogar von den Kindern selbst aus. Giebel erinnert sich noch gut an die Frage eines Schützlings: "Ihr redet so schön - warum redet ihr so nicht auch mit uns?"
Eltern und Träger, der Zweckverband KiTa Gusenburg/Grimburg, stehen hinter dem Projekt, bestärkt von Pädagogen, laut denen das Dialektlernen der Entwicklung der Kinder zugutekommt. Und es koste nicht einen Cent, dieses "wichtige Kulturgut" zu erhalten, betonte Giebel am Freitag in einem Mundart-Vortrag. Moderator Marco Weber war gerührt, wie fit die Kinder im Gusenburger Platt sind. Egal, was er auf der Bühne aus einem großen Korb hervorzauberte: Die Kinder wussten, dass die Suppenkelle eine "Boll" ist und die "Sei" ein Sieb. Und, dass Hosenträger "Galjen" sowie Jacke und Hose "Juppen und Box" heißen.
Am Abend darauf wirbelten dann die ältere Kinder von Karnevalsgarden und Kinderchor über die Bühne - in T-Shirts mit dem Aufdruck "Dorfkind - und stolz drauf". Schirmherr Günther Schartz war beeindruckt: "Ein schönes Symbol. Die Gusenburger können stolz sein auf ihr Dorf." Sie hätten sich aber auch seit jeher gekümmert und gestaltet, lobte der Trier-Saarburger Landrat im Rahmen des festlichen Dorfabends. Ebenfalls positiv sah Schartz die aktuelle Diskussion um geplante Windräder im Ort: "Ein Dorf, das nicht diskutiert, lebt nicht."
Verbandsbürgermeister Michael Hülpes lobte die Vereine und ehrenamtliche Unterstützer wie Günter Dellwo. Die Erwähnung der Foto-Ausstellung des Dorfchronisten quittierte das Publikum spontan mit kräftigem Applaus. Zustimmung fand zudem Hülpes’ Appell, die Chancen der Windkraftpläne für die finanzschwache Gemeinde zu sehen: "Es kommt allen Bürgern zugute."
Den Umbau der Bühne, auf der der Musikverein spielte und danach Tänzer und Liveband auftraten, überbrückte Ortsbürgermeister Josef Barthen mit Ehrungen. Er dankte seinen Vorgängern Heinz Schuh, 1998 bis 2009 im Amt, und Alfons Becker (1989 bis 1994) und zwei Aufsteigern: der zweiten Mannschaft des Schachclubs Gambit und den Fußballsenioren, die nun in der B-Klasse gegen ihre Hochwälder Nachbarn kicken. Er freue sich schon auf nun anstehende Lokal-Derbys, sagte Barthen.
Sportlich ging es auch vorher zu, beim ersten Gusenburger Dorflauf mit gut 200 Teilnehmern aus dem nördlichen Saarland und der ganzen Verbandsgemeinde Hermeskeil. Organisator Michael Weber freute sich besonders für den gebürtigen Gusenburger Josef Schirra, der sich als Ü-50er den dritten Platz im Hauptlauf sicherte.
Am Sonntag ist das Jubiläumsfest zu Ende gegangen. Nach einer Messe zog eine Fronleichnamsprozession zum Festzelt, wofür der Ortschef Dechant Clemens Grünebach ausdrücklich dankte. Nach dem Frühschoppenkonzert des MV Geisfeld wurde am Nachmittag die neue Gusenburger Bambiniwehr gegründet (Bericht folgt).