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Hand in Hand für mehr Besucher

(Hermeskeil) Das Hochwaldmuseum ist bald wieder an sechs Tagen der Woche geöffnet. Möglich wird dies durch die Zusammenarbeit zweier städtischer Vereine und ein wenig neue Technik.

18.04.2017
Christa Weber
Hermeskeil An der Kasse des Feuerwehrmuseums kauft eine Familie Eintrittskarten. Nebenan im Ausstellungsraum klettern drei Jungs in einen alten Löschwagen. Es sind Osterferien, da steigt der Besucherandrang in der Hermeskeiler Einrichtung am Neuen Markt. Das freut nicht nur Museumsleiter Ernst Blasius. Auch für Renate Meyer, Vorsitzende des Fördervereins Hochwaldmuseum, sind die vielen Gäste ein erfreulicher Anblick. Denn ab sofort werden am Schalter des Feuerwehrmuseums auch Eintrittskarten für das benachbarte Hochwaldmuseum verkauft.
Die Idee kam bei einem Workshop mit Vereinsvertretern und Mitgliedern des städtischen Kulturausschusses auf. Sie hatten überlegt, wie wieder mehr Gäste in die multimediale Ausstellung gelockt werden können. Denn das Hochwaldmuseum ist seit etwa zwei Jahren geschlossen. Ein Besuch war seitdem nur nach Anmeldung möglich. Seit die Touristinformation aus dem Gebäude an der Trierer Straße ausgezogen ist, konnte man vor Ort keine Karten mehr verkaufen. "Der Verein konnte das nicht leisten", sagt Renate Meyer. In der Folge gingen die Besucherzahlen weiter zurück. Die Stadt zog Konsequenzen und ließ den Vertrag der ehrenamtlichen Museumsleiterin auslaufen.
Dank der Kooperation mit dem Feuerwehrmuseum ist das Haus nun wieder fast täglich geöffnet. Möglich macht dies auch neue Technik, für die der Förderverein 4500 Euro ausgegeben hat. Zentrales Element ist ein neues Türschließsystem. Besucher bezahlen im Feuerwehrmuseum den Eintritt und erhalten dort gegen zehn Euro Pfand einen Plastikanhänger. Diesen Transponder halten sie vor die Eingangstür des Hochwaldmuseums - und sie öffnet sich. Von einem Computer im Feuerwehrmuseum aus lassen sich Licht und Audio-Infostationen im Haus einschalten.
"Es hat etwas gedauert, aber jetzt ist alles freigeschaltet", sagt Willi Auler, erster Beigeordneter der Stadt Hermeskeil. "Großer Dank" gebühre dem Techniker Alex Schmitt, der alles am Computer eingerichtet habe. Im Hochwaldmuseum seien nun auch Kameras installiert. "Man kann jetzt wieder allein durchs Haus gehen - ohne Voranmeldung. Aber Führungen bieten wir weiterhin an", sagt Meyer. Audioführer können für zwei Euro an der Kasse im Feuerwehrmuseum ausgeliehen werden. "Die Ausstellung ist so schön gemacht", sagt die Vereinschefin. Auf drei Etagen wird das Leben früherer Generationen im Hochwald präsentiert. Für die Unterstützung durch den Verein des Feuerwehrmuseums ist Meyer sehr dankbar. Die Vereine müssten sich helfen, findet Ernst Blasius: "Wir haben ja auch ein Interesse daran, dass es mit dem Hochwaldmuseum weitergeht."
Seit das neue Zutrittssystem öffentlich angekündigt wurde, sei das Interesse schon gestiegen, sagt Meyer. Ein Hotelier von der Mosel habe von Mai bis August vier Gruppen mit je 40 Leuten angemeldet. Alle Hermeskeiler Schulen seien da gewesen, auch Klassen aus Thalfang und Beuren.
Eine offene Baustelle gibt es aber noch: Ein neuer ehrenamtlicher Leiter wird weiterhin gesucht. Eine Interessentin ist laut Auler kurzfristig abgesprungen. Im nächsten Jahr wolle die Stadt die Stelle, für die im Haushalt weiterhin Geld eingestellt sei, unbedingt wiederbesetzt haben.
Kommentar
Meinung
Es wartet noch viel Arbeit

Das Hochwaldmuseum braucht mehr Besucher, sonst wird die Diskussion über den Fortbestand des Museums irgendwann von vorn losgehen. Umso schöner, dass es jetzt eine Lösung gibt, die relativ einfach umzusetzen war. Die Kooperation mit dem Feuerwehrmuseum ist naheliegend. Aber natürlich musste der Verein auch bereit sein, den Mehraufwand durch die neue Technik und das Kassieren der Eintrittsgelder zu schultern. Es spricht für den guten Zusammenhalt zwischen den Hermeskeiler Vereinen, dass das geklappt hat. Allerdings geht die Arbeit erst richtig los. Jetzt gilt es, verstärkt für das Hochwaldmuseum zu werben. Die Leute müssen wissen, dass sie dort wieder offene Türen vorfinden. Und die Suche nach einem Museumsleiter, der den neuen Schwung gleich in neue Projekte umsetzen kann, sollte die Stadt nicht auf die lange Bank schieben. c.weber@volksfreund.de
Extra: 30 000 BESUCHER IM FEUERWEHRMUSEUM

Das Feuerwehrerlebnismuseum besteht seit drei Jahren. Vor wenigen Tagen wurde dort der insgesamt 30 000. Besucher begrüßt. Während der Öffnungszeiten des Museums (montags geschlossen, www.feuerwehr-erlebnis-museum.de) können sich Besucher ab sofort auch das benachbarte Hochwaldmuseum anschauen. Eintrittspreise: Erwachsene 3 Euro, ermäßigte Karten 1,50 Euro, Familien mit Kindern bis 14 Jahre 7 Euro. Für Kinder unter sieben Jahren ist der Eintritt frei. Für Gruppen gibt es einen Nachlass, Führungen kosten 25 Euro.