region/hochwald
10.03.2010

Hochwald-Kliniken fordern offenen Dialog

Die Krankenhaus-Standorte in Losheim und Wadern sollen auf jeden Fall erhalten bleiben. Nun haben die Bürgermeister und die Vorsitzenden der Krankenhaus-Fördervereine eine Erklärung verabschiedet.

Losheim/Wadern. (cbe) Die Zukunft der Krankenhäuser in Losheim und Wadern beschäftigt seit Wochen die Menschen in den betroffenen Kommunen. Sowohl der Waderner Stadtrat als auch der Losheimer Gemeinderat haben bereits Resolutionen verabschiedet, in denen der Erhalt der beiden seit 1997 in einem Verbund zusammenarbeitenden Häuser gefordert wird.
 
Jetzt wollen die beiden Kommunen sich gemeinsam dafür starkmachen, dass das Verbundkrankenhaus Losheim-Wadern, das unter Trägerschaft der Marienhaus GmbH steht, auch in Zukunft bestehen bleibt. Am Montag präsentierten die Bürgermeister von Losheim, Lothar Christ (SPD), und Wadern, Fredi Dewald (SPD), sowie die Vorsitzenden der beiden Krankenhaus-Fördervereine, Raimund Jakobs (Losheim) und Edwin Reis (Wadern), eine gemeinsame Erklärung, die den Erhalt der beiden Krankenhausstandorte Wadern und Losheim fordert und sowohl die Landesregierung wie die beiden Träger-Gesellschaften zum "offenen Dialog mit den politisch Verantwortlichen und der Bevölkerung über die Zukunft der Krankenhaus-Standorte" aufruft.
 
Losheims Bürgermeister Lothar Christ betonte, das Verbund-Krankenhaus Wadern-Losheim habe bislang schwarze Zahlen geschrieben, erst 2009 sei es in die Verlustzone gerutscht. Die Kooperation der beiden Häuser habe sich aus ökonomischer Sicht also bewährt.
 

 

Kapazitäten bündeln ohne Vorsorge zu gefährden


 
Doch es gehe bei der Standort-Entscheidung auch um übergeordnete Aspekte: "Im ländlichen Raum darf die Gesundheitsvorsorge nicht schlechter sei, als in Ballungsgebieten", betonte Christ. Ein möglicher Neubau eines großen Krankenhauses bei gleichzeitiger Schließung bestehender Standorte wäre der Bevölkerung nach Christs Einschätzung nur schwer zu vermitteln.
 
Sein Waderner Amtskollege Fredi Dewald sagte, eine mögliche Schließung von zwei Häusern auf einmal "würde den Lebensnerv der Region treffen". Die beiden Kliniken in Wadern und Losheim seien in den jeweiligen Kommunen auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, nicht nur wegen der zusammen fast 500 Beschäftigten. Dewald: "Hier ist die Politik auf höherer Ebene gefordert, damit elementare Interessen unserer Region nicht unter den Teppich gekehrt werden."
 
Raimund Jakobs, Alt-Bürgermeister von Losheim und Vorsitzender des dortigen Krankenhaus-Fördervereins, sah in der Erklärung einen "guten Schritt für die Solidargemeinschaft beider Kommunen". Die Krankenhäuser in Wadern und Losheim würden schon seit langem als eine wirtschaftliche Einheit geführt, insofern sei es nur folgerichtig, wenn nun auch die beiden Kommunen sich Hand in Hand für den Erhalt beider Standorte starkmachen würden. Bei der zurzeit laufenden Unterschriftenaktion für den Erhalt des Verbund-Krankenhauses liegen in Losheim nach Jakobs Worten bereits rund 4000 Unterschriften vor, wobei zahlreiche Unterschriftenlisten noch im Umlauf und dadurch nicht erfasst seien.
 
Edwin Reis, der Vorsitzende des Waderner Krankenhaus-Fördervereins, bezeichnete eine mögliche Schließung der beiden Häuser als "menschlichen und wirtschaftlichen Erdrutsch" für die Region. Er appellierte an die Träger, zu bedenken, dass bei jeder Standort-Entscheidung, die jetzt getroffen werde, der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse.
 
Zugleich verwies er sämtliche Spekulationen über mögliche Alternativ-Standorte für ein neues, zentrales Klinikums, ins Reich der Märchen. Schließlich betonte Reis, die Entscheidung der Träger müsse möglichst rasch fallen.
 
Hintergrund Im Zuge der Fortschreibung des saarländischen Krankenhausplanes, dessen Neufassung zum 1. Januar 2011 in Kraft treten soll, denken die Träger der Kliniken im Hochwald, der Marienhaus GmbH in Waldbreitbach und der Cusanus-Trägergesellschaft in Trier über strukturelle Reformen in dem Hochwald-Krankenhausverbund nach, zu dem Krankenhäuser in Wadern, Losheim, Hermeskeil und Lebach sowie die Reha-Kliniken in Weiskirchen und Illingen gehören. Denn alle Kliniken in diesem Verbund arbeiteten zuletzt defizitär. Eine Variante bei diesen Struktur-Überlegungen ist die Schließung der bestehenden Standorte und der Neubau eines zentralen Verbund-Krankenhauses an neuer Stelle.

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