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Hundebesitzer schlagen Alarm: Tiere in Hentern vergiftet

Seit zwei Jahren sterben Vierbeiner auf mysteriöse Weise

(Hentern) Treibt in Hentern ein Tierquäler sein Unwesen? Diese bange Frage stellen sich die Hundehalter im Hochwaldort. Im Zeitraum von zwei Jahren soll es im Dorf mindestens acht Fälle gegeben haben, bei denen Hunde vergiftet wurden. Offenbar sind daran fünf Hunde gestorben. Der zuständigen Polizei in Saarburg liegen bisher aber keine Anzeigen von Betroffenen vor.

20.08.2013
Hentern. Katja Jost sagt es ganz deutlich: "Ich finde das alles sehr beunruhigend." Vor sechs Wochen ist ihr Berner Sennenhund Max gestorben. Die Todesursache war Rattengift. Das wurde später beim Tierarzt festgestellt: "Wir konnten nicht mehr lokalisieren, wo er einen solchen Köder gefressen haben soll und dachten zunächst an einen Einzelfall", sagt Jost.
Bei Gesprächen mit anderen Hundehaltern in Hentern (Verbandsgemeinde Kell am See) sei dann aber deutlich geworden, dass dies nicht so ist. "Es sieht ganz nach einer Serie aus", so Jost.
Henterns Ortsbürgermeister Bernhard Wagner bestätigt das. In den zurückliegenden zwei Jahren sei es in "unregelmäßigen Abständen" schon mehrmals vorgekommen, dass Hunde in Hentern vergiftet wurden. Er habe vom Hörensagen Kenntnis von acht Tieren, "bei denen offenbar Köder mit Gift im Spiel waren."

Täter auf Privatgelände aktiv


Fünf Hunde sind daran nach TV-Informationen gestorben, drei haben die Attacke überlebt.
Ob es einer oder mehrere Tierqüäler sind, die in Hentern unterwegs sind, weiß keiner. Für Jost deutet aber vieles auf ein "strukturiertes Vorgehen" hin. Auch Ortschef Wagner glaubt nicht daran, dass die betroffenen Tiere beim Herumlaufen versehentlich Köder mit Rattengift gefressen haben. Insbesondere ein Vorfall könnte dafür ein Beleg sein. Laut Wagner gibt es in Hentern eine Familie, die ihre drei Hunde auschließlich auf dem Privatgelände hielt. Aber auch diese Tiere wurden offenbar vergiftet und sind daran gestorben.
"Hier passiert Merkwürdiges", räumt Wagner offen ein und denkt dabei auch an andere unerklärliche Vorfälle im Ort. Im Mai 2013 wurde durch einen TV-Bericht publik, dass seit zehn Jahren immer wieder verscharrte oder abgelegte Rinderknochen in den Gärten von mehreren Bürgern gefunden wurden. Ob es einen Zusammenhang mit den vergifteten Hunden gebe, könne man aber nicht sagen, betont Wagner.
Weil die Sorge unter den Henterner Hundehaltern wächst, hat sich Wagner nun an die Öffentlichkeit gewandt und bittet um Hinweise, die auch vetraulich behandelt werden. Jost findet, dass es dafür höchste Zeit ist: "Viele im Ort wissen von den Vorfällen ja noch nichts. Dabei müssten die Leute viel wachsamer sein."
Für die zuständige Polizei in Saarburg kommen die Meldungen aus Hentern einigermaßen überraschend. Familie Jost habe sich zwar einmal nach dem Vorfall mit ihrem Hund Max telefonisch beim Bezirksbeamten gemeldet. Eine Anzeige sei aber nicht erstattet worden. Das gelte auch für die anderen Fälle von vergifteten Hunden, die es angeblich in Hentern gegeben haben soll. "Die Polizei kann nur ermitteln, wenn sie von etwas Kenntnis hat und jemand Anzeige erstattet. Dann gehen wir der Sache auch nach", sagt Dienststellenleiter Markus Kohl auf TV-Anfrage. ax
Hinweise an den Ortsbürgermeister Bernhard Wagner, Telefon 06587/255 oder die Polizei in Saarburg.

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