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Ideen für ein "lebenswertes Dorf"

Dorfmoderation startet in Geisfeld durch in die nächste Runde

(Geisfeld) Nach detaillierten Bestandsaufnahmen geht es in Geisfeld ans systematische Ideensammeln. Im Rahmen der Dorfmoderation sind alle Bürger aufgerufen, Vorschläge zu machen, was im Dorf verbessert werden könnte.

09.09.2013
Ursula Schmieder
Geisfeld. Zwei Ziele stehen ganz oben an: der Ort soll optisch und von seinen Angeboten her attraktiver werden. Menschen jeden Alters sollen sich wohl und gut aufgehoben fühlenkönnen. Ortsbürgermeister Theo Palm hofft, mit der vom Land geförderten Dorfmoderation Geisfeld als lebens- und liebenswertes Dorf weiter entwickeln zu können. Um das zu erreichen, braucht es die Ideen der Leute vor Ort. Was wünschen sie sich, was vermissen sie und worauf möchten sie in einigen Jahren keinesfalls verzichten? Stärken und Schwächen des Dorfes sind bereits ermittelt - ebenso etliche Anregungen für Verbesserungen. Sie reichen vom Kaugummiautomaten bis zum Landeplatz für Rettungshubschrauber - beides von Kindern vorgeschlagen - und vom Dauerbrenner schnelles Internet über Dialogforen zum regelmäßigen Meinungsaustausch bis zur Archivierung von Dorfgeschichten und Bildern. Gesammelt wurden die Anregungen bei Rundgängen durch den Ort, Gesprächen mit Gruppen wie Vereinen oder Bürgern jeden Alters sowie in einem Workshop, an dem sich vor zehn Monaten rund 20 Bürger beteiligten (der TV berichtete).
Eine Einwohnerversammlung mit rund 40 Teilnehmern läutete nun die nächste Phase ein. In deren Verlauf gilt es, noch mehr Ideen zu sammeln und erste Ansätze zu verfeinern. Dorothe Wagner liegt beispielsweise am Herzen, beim Internet auch gesundheitliche Aspekte zu berücksichtigen. Außerdem regte sie Verbesserungen an einer unübersichtlichen Einmündung an und signalisierte Bereitschaft, an einer Dorfzeitung mitzuarbeiten. Ideen wie das Anpflanzen einer Streuobstwiese oder, ein Sommercafé, ehrenamtlich betrieben, findet sie sehr gut. Aber was letztlich tatsächlich umsetzbar sei, müsse sich natürlich zeigen.
In den kommenden Monaten werden sich Bürger mehrmals in kleineren "Interessengruppen" (IG) treffen. Für zwei von fünf Themenblöcken gibt es bereits den ersten Termin: Die IG Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Außendarstellung trifft sich Donnerstag, 12. September, 20 Uhr in der Gaststätte Roswitha, die IG Kinder/Jugend Montag, 23. September, 18 Uhr, im Jugendclub. Auch für die IG "Älter werden im Dorf" gibt es drei Bürger, die sich damit befassen möchten. Der erste Termin wird demnächst veröffentlicht.
Für die IG "Leben im Dorf und Tourismusförderung" und die IG Veranstaltungsmanagement haben sich laut Dorfmoderatorin Beate Stoff noch keine "Paten" gemeldet. Die Diplom-Pädagogin vom Osburger Büro Plan B ist aber zuversichtlich, dass sich Geisfelder finden, die sich darum kümmern möchten. Was sie darin bestärkt, sind immer neue Vorschläge wie auch im Rahmen der Einwohnerversammlung. So wurden etwa Veranstaltungen für Ältere angeregt oder auch ein Flyer, der über Angebote des Ortes informieren könnte. Bürgermeister Michael Hülpes bezeichnete Geisfeld als ein "noch sehr gut funktionierendes Dorf" mit vielen Vereinen und einem regen Gemeinschaftsleben. Der in der Region starke Preisverfall bei Immobilien zeigt für ihn aber schon heute auch die andere Seite auf.

Extra
Bestandsaufnahme und Ideensammlung sind demnächst auf der Homepage der Ortsgemeinde nachzulesen. Die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit trifft sich erstmals Donnerstag, 12. September, 20 Uhr (Gaststätte Roswitha), die IG Kinder/Jugend Montag, 23. September, 18 Uhr (Jugendclub). Wer sich für eine der anderen drei Gruppen interessiert, kann sich an Ortsbürgermeister Theo Palm, Telefon 06586/310, wenden oder an Beate Stoff, 06500/913104. urs