region/hochwald
aus unserem Archiv vom 28. Dezember 2012
Autor: Axel Munsteiner Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Hermeskeil/Kell am See Drucken  E-Mail

Kahlschlag, Kuh-Boykott und klamme Römer im Hochwald

"Und schon folgt der zweite Streich": Volksfreund.de führt seine satirische Vorschau auf die wichtigsten Ereignisse im Hochwald im Jahr 2013 fort - und setzt auch dieses Mal auf den Humor aller beteiligten Akteure.

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Im Hochwald geht es turbulent weiter. Nach den Prophezeiungen für die erste Jahreshälfte 2013 wagt volksfreund.de eine Vorhersage auf die Monate Juli bis Dezember.

Juli 2013: Aufstand in Neuhütten, Züsch und Damflos gegen die Landesregierung: Das Umweltministerium hatte kurz zuvor die Regeln verkündet, die im künftigen Nationalpark Hochwald gelten sollen.
Eine Vorschrift besagt, dass dort nur noch echte Forstmitarbeiter Brennholz machen dürfen. Privatleute müssen mit ihren Traktoren draußen bleiben.
Dieses Verbot bringt die Bewohner der drei Orte so auf die Palme, dass sie zu rabiaten Methoden greifen. Ausgerüstet mit Motorsägen ziehen Hunderte Menschen in die Wälder: Sie richten dort auf einer Fläche von mehreren Hektar einen riesigen Kahlschlag an und fällen Abertausende Bäume.
"So, jetzt kann das Land machen, was es will. Wir haben für die nächsten Jahre genug Brennholz", verkündet der Sprecher der Bürgerbewegung trotzig.

August 2013: Eklat bei der Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See: Ausgerechnet die Bauern aus dem Hochwald boykottieren die Traditionsveranstaltung.
Der Grund: "Wir haben es satt, dass unsere Kühe bei der Wahl zur Miss Hochwald leer ausgehen - und die Jury diesen Titel immer an irgendwelche Rindviecher aus der Eifel vergibt", echauffiert sich der Manderner Landwirt Helmut Backes.
Er und seine Kollegen aus dem Raum Kell fordern klipp und klar, dass in Zukunft nur noch einheimische Züchter zur Tierschau eingeladen werden und dort Landwirte von nördlich der Mosel nichts verloren haben. "Sonst sind wir nie wieder in Kell dabei", sagt Backes.

September 2013: Hermeskeil wird der neue Schauplatz des Römerspektakels Brot und Spiele, das die Stadt Trier aus Kostengründen nicht mehr ausrichten wollte.
Auf einem Acker in der Nähe des Waldstadions werden große Tribünen aufgestellt. An der frischen Luft gibt es dann eine aufwendige Inszenierung mit Gladiatorenkämpfen, nachgestellten Schlachten und Wagenrennen. Damit beginnt in der Hochwaldstadt auch die Vermarktung eines archäologischen Sensationsfunds.
Denn an genau dieser Stelle hatten zu Cäsars Zeiten um 50 vor Christus Legionäre das älteste römische Militärlager auf deutschem Boden aufgeschlagen. Doch die Erwartungen werden enttäuscht: Der Zuschauer-Zuspruch ist so dürftig, dass die Veranstaltung in der Hermeskeiler Kasse das nächste große Loch reißt. Nach einer Krisensitzung des Stadtrats stellt Bürgermeister Udo Moser klar: "Die Würfel sind gefallen. Eine Wiederholung gibt's hier nicht mehr. Die Trierer können Brot und Spiele gerne zurückhaben.

Oktober 2013: Hiobsbotschaft in Hermeskeil: Die geplante Eröffnung des Feuerwehrmuseums ist geplatzt. Nur wenige Tage vor der großen Einweihungsfeier wird bekannt, dass es in den beiden Gebäuden ausgerechnet beim Brandschutz gravierende Mängel gibt. Unter anderem gibt es nicht genug Fluchttüren - und auch die Sprinkleranlage funktioniert nicht richtig. Weil all diese Probleme so schnell nicht behoben werden können, wird die Eröffnung des Museums auf unbestimmte Zeit verschoben. Kritiker unken schon von einem 4,6-Millionen-Euro-Grab. Doch Bürgermeister Udo Moser macht gute Miene zum bösen Spiel: "Jetzt können wir uns endlich mit den ganz großen Metropolen messen", sagt er und denkt an Berlin und seinen Flughafen: Auch die deutsche Hauptstadt bekommt ja auf ihrem neuen Airport keinen Flieger hoch, weil es am Brandschutz hapert.

November 2013: Riesen-Empörung in der VG Hermeskeil: Die Reinsfelder haben bei der Landesregierung einen Antrag gestellt, dass ihr Ort in die benachbarte VG Kell wechseln darf. In Kell wird das Reinsfelder Angebot mit Kusshand aufgenommen. Denn durch eine zusätzliche Gemeinde mit 2000 Einwohnern würden sich die langfristigen Überlebenschancen der VG Kell bei der Kommunalreform schlagartig verbessern. Im Gegenzug versprechen alle Fraktionen im Keller Rat dem Reinsfelder Ortschef Rainer Spies (SPD), das sie ihn 2014 als Nachfolger von Werner Angsten (CDU) zum neuen VG-Bürgermeister wählen. Spies ist begeistert: "Für die Reinsfelder wäre eine Ehe mit Kell eine Herzenssache", sagt er. Doch in Hermeskeil protestiert der dortige Bürgermeister Hülpes energisch: "Wir lassen niemanden gehen. Eine Scheidung kommt überhaupt nicht in die Tüte."

Dezember 2013: "Wir machen alles noch mal eine Nummer größer", sagt sich der Hochwald-Gewerbeverband (HGV) vor dem dritten Lichterglanz im Park. Beim Weihnachtsmarkt in Hermeskeil wird die Zahl der Aussteller erneut verdoppelt, so dass sich nun 120 Stände dicht an dicht im Stadtpark drängen. Außerdem hat sich der HGV nicht mehr mit Hüttendorf und Mittelaltermarkt begnügen wollen. Diesmal ziehen auch noch die fliegenden Händler, die sich bisher bei ihrem Nikolausmarkt in der Fußgängerzone postiert hatten, mit Sack und Pack in den Park um. Der platzt wegen des enormen Besucherandrangs vollends aus allen Nähten. Doch dann folgt die große Ernüchterung: Die Menschenmengen haben in Hermeskeils grüner Lunge alles niedergetrampelt und so viel Schaden angerichtet, dass die Stadt ankündigt: "2014 läuft im Park nix. Der wird gesperrt."

 




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Donnerstag, 20.06.2013 | Archiv | ePaper Newsletter Registrieren Login | Auto Immo Stellen | Service

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