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Klares Ja zur Privatklinik im St.-Fargeau-Park

Stadtrat Hermeskeil billigt Pläne für privates 25-Millionen-Euro-Projekt zur Behandlung psychisch kranker Patienten

(Hermeskeil) In Hermeskeil sollen psychisch kranke Menschen mit medizinischer Hilfe wieder ihre Freude am Leben zurückgewinnen. Der Stadtrat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass eine Investorengesellschaft ihre Pläne zum Bau einer Privatklinik im St.-Fargeau-Park mit Platz für 80 Patienten verwirklichen kann. Sie soll Ende 2018 fertig sein und kostet rund 25 Millionen Euro.

08.07.2015
Axel Munsteiner
Hermeskeil. "Wir haben von Anfang an gespürt, dass wir hier in Hermeskeil in den politischen Reihen willkommen sind, und wir brennen darauf, unser Vorhaben in einem Filetstück der Stadt zu realisieren." Das betonte Thomas Schiwek, als er am Dienstagabend im Stadtrat die inzwischen sehr viel konkreteren Pläne für den Bau einer Privatklinik im Hermeskeiler St.-Fargeau-Park vorstellte. In ihr sollen in insgesamt 80 Zimmern gut situierte Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen, Burnout-Syndrom oder Angststörungen behandelt werden.

Schiwek ist Sprecher der Gesellschaft "Image Select & Grub Ingenieure" (Zweibrücken), die in Hermeskeil nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Euro investieren will. Als Projektentwickler hat Image Select bereits maßgeblich an der Umwandlung eines alten Schlosses in Dirmstein (Kreis Bad Dürkheim) in eine kürzlich eröffnete Privatklinik mitgewirkt.

Das Konzept seiner Gesellschaft in Hermeskeil hatte Schiwek erstmals im Juni 2013 im Rat vorgestellt, was schon damals auf breite Zustimmung stieß (der TV berichtete). Danach wurde es aber lange Zeit ruhig um die Parkklinik. Nach mehreren Gesprächen hinter den Kulissen und Vorberatungen in den städtischen Ausschüssen "sind wir jetzt aber an einem Punkt angekommen, an dem wir das Vorhaben nicht nur vorstellen, sondern auch erste vertragliche Vereinbarungen treffen wollen", sagte Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU).

Das hat der Rat dann auch getan. Er stimmte geschlossen dem Abschluss eines städtebaulichen Vertrags zu und eröffnete das formelle Verfahren, damit die Investoren Baurecht erhalten. Das könnte noch dieses Jahr vorliegen, wie Hugo Kern, Chef des beauftragten Planungsbüros, betonte. Eröffnet werden soll die Privatklinik Ende 2018, wie Schiwek im Anschluss an die Sitzung auf TV-Anfrage sagte. Zuvor hatte er im Rat betont, dass bei voller Belegung rund 45 Arbeitsplätze in der Klinik entstehen. Für einige wichtige Stellen der künftigen Fachklinik - etwa für die Position der Chefärztin - ist das Personal schon gefunden. Die Medizinerin war bei der Vorstellung des Projekts im Stadtrat auch dabei.

Die Stadt wird den Investoren den aktuell kaum noch genutzten und circa 14 000 Quadratmeter großen St.-Fargeau-Park verkaufen. Die Klinik wird nach Auskunft des Architekten Martin Grub ein viergeschossiger Bau, zu dem neben den Patientenzimmern und Therapieräumen auch ein großer Wellness- und Gastronomiebereich im Parterre gehören. "Unsere Patienten sind zwar krank, aber nicht blind. Wir wollen ihnen in der Klinik einen Vier-Sterne-plus-Komfort bieten", sagte Schiwek. Architekt Grub versicherte zwar, dass die Klinik optisch ein "verträgliches Bauwerk für die Stadt" sei. Aber zumindest in diesem Punkt wurde im Rat - etwa von Paul Gemmel - darauf hingewiesen, dass man darauf achten müsse, dass der Klinikbau keine zu erdrückenden Auswirkungen auf die Häuser in der angrenzenden Königsberger Straße hat (siehe Extra). Grundsätzlich bezeichnete der SPD-Sprecher das Vorhaben aber als "wichtig für die Entwicklung der Stadt". Auch CDU-Fraktionschef Bernd Mende betonte, "dass die Privatklinik sehr zu begrüßen ist und der St.-Fargeau-Park damit wieder eine sinnvolle Nutzung erfährt."
Extra
Wie kann die Privatklinik im St.-Fargeau-Park verkehrstechnisch erschlossen werden? Eine Zufahrt über den Königsberger Weg habe die Stadt vermeiden wollen, um die Anlieger nicht zu stark zu belasten, so Bürgermeister Queck. Auch eine Anbindung über den Neuen Markt war nicht gewünscht. Das Ergebnis der Verhandlungen sieht nun so aus: Von der Trierer Straße aus kommen Patienten und Besucher über das Grundstück der Polizeiinspektion und eine neue Zufahrtsstraße zur Privatklinik. Die Kosten dafür trägt der Investor. Die Notausfahrt der Polizei über die Königsberger Straße bleibt bestehen. Es wird dort aber eine Schranke aufgestellt. Die Hermeskeiler Bürger sollen zwar künftig nicht grundsätzlich aus dem St.-Fargeau-Park außen vor bleiben. "Wir wollen dem Investor aber die Möglichkeit einräumen, den Park zu bestimmten Zeiten zu schließen", sagte Queck. Auch Schiwek betonte, dass die Bürger den Park zwar weiter nutzen können. "Unsere Patienten brauchen aber auch einen geschützten Raum. Es wird Zonen geben, in denen nicht jeder durch den Park laufen kann." ax