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17.12.2014

Von Auswanderern und Kriegsschicksalen

(Hunsrück) Einen breiten Querschnitt durch die Heimatgeschichte des Hunsrücks bietet das neue Heft der Hunsrücker Heimatblätter. Auf dem Titelblatt ist ein Ausschnitt aus dem Gedenkstein für Paul Schneider zu sehen, der vor 75 Jahren im KZ Buchenwald ermordert wurde.

Hunsrück. Mit der Nr. 156 liegt das dritte und letzte Heft der Hunsrücker Heimatblätter für das Jahr 2014 vor. Das neue Heft ist wieder breit angelegt. Der Bogen spannt sich vom Jahr 1557, der Einführung der Reformation in Simmern über die Auswanderungswelle von Hunsrückern im 19. Jahrhundert, der gut angenommenen Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im Hunsrück-Museum, den Kriegserfahrungen des Malers Friedrich Karl Ströher bis hin zur Erinnerung an den Dickenschieder Pfarrer Paul Schneider.
Damit liefert auch die neue Ausgabe der Hunsrücker Heimatblätter wieder einen interessanten Querschnitt durch die neuesten Ergebnisse der Heimatforschung des Hunsrücks. Das Titelbild des neuen Heftes zeigt einen Ausschnitt aus dem Gedenkstein für Paul Schneider, aufgestellt in der Ortsmitte seines Geburtsortes Pferdsfeld. Der Ort musste 1978/1982 dem Nato-Flugplatz weichen. Bis auf den Friedhof und die Trafostation ist das Dorf verschwunden.
Der Autor Dieter Junker zeichnet Leben und Wirken von Paul Schneider anlässlich der Erinnerung an seine Ermordung im KZ Buchenwald vor 75 Jahren eindrucksvoll nach. Fritz Schellack ergänzt mit seiner Darstellung über "Russische Kriegsgefangene im Raum Simmern im Ersten Weltkrieg" die Ergebnisse der Simmerner Ausstellung und rundet sie damit ab. Erika und Horst Glitza haben akribisch die Kisselbacher Auswanderungen nach Amerika im 19. Jahrhundert untersucht und unterstreichen ihre Ergebnisse durch interessantes Bildmaterial, wobei herauskommt, dass leider keiner der Ausgewanderten den Aufstieg vom "Tellerwäscher zum Millionär" schaffen konnte.
Rudolf Zimmer fasst die neuesten Ergebnisse über die Einführung der Reformation im Fürstentum Simmern durch Pfalzgraf Friedrich II. zusammen und stellt dar, dass Friedrich II. in seinen Territorien eine "obrigkeitliche Reformation" vorgenommen hat, wobei - bis auf Kloster Wolf - die Klöster ausgespart blieben. Das Kapitel "Berichte" ist diesmal wegen der Jahreshauptversammlung, die in Horn stattfand, und wegen des Berichtes über die Jubiläumsausstellung für Karl Kaul in Bad Kreuznach etwas umfangreicher ausgefallen.
Achim Baumgarten setzt seine "Hunsrücker Biografie" fort mit vier neuen Lebensbildern, diesmal von Gustav Erich Alt (1890-1963), Wilhelm Ludwig Viktor Graf Henckel von Donnersmarck (1775-1849), Dr. Samuel Hirsch (1815-1889) und Willi Lanninger (1945-2000), die die Autoren Dieter Diether, Achim Baumgarten und Hans Dunger geschrieben haben.
Wie gewohnt, bildet die von Wolfgang Heinemann erstellte "Kleine Hunsrücker Biografie neuer Publikationen zur Geschichte und Kultur unseres Raumes" den Abschluss des Heftes. red