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Wo der Hunsrück mörderisch ist: Beatrix Lohmann und R. Reinke geben ihr Krimi-Debüt mit dem Thriller Christophorus

(Greimerath) Ein regionaler Krimi ist es nicht. Kauzige Typen aus der Provinz spielen keine Rolle, ebensowenig wie romantische Städte, Dörfer oder idyllische Landstriche. Dafür ist der Krimi-Erstling Christophorus von Beatrix Lohmann und R. Reinke an Spannung kaum zu übertreffen. Ein Buch, dass niemand mehr aus der Hand legt, sobald das erste Kapitel gelesen ist.

30.10.2015
Von Verona Kerl
Krimis sind bislang nicht unbedingt ihr Metier. Doch die Idee, sich einmal an eine richtige Mordgeschichte zu wagen, spukte Michaela Knospe alias Beatrix Lohmann aus Greimerath schon länger durch den Kopf. In diesem Jahr war die Zeit reif dafür. Und so legte sie ihre preisgekrönten Kinderbücher über Käpten Schisshose beiseite und begann gemeinsam mit ihrer Schwester, die unter dem Pseudonym R. Reinke schreibt, besagten Krimi zu entwerfen. Keinen regionalen, wohlgemerkt. Einen, der zwar im Hunsrück seine Wurzeln hat, aber ebenso in Nordrhein-Westfalen und im Saarland spielt. Einen, der nichts für schwache Nerven und zartbesaitete Gemüter ist, aber für Fans von hintergründigen Handlungen und unerwarteten Wendungen.

Gleich fünf Morde

Die Ereignisse jenes Frühsommers beginnen mit einem mörderischen Vorspiel und enden mit einem tragischen Tod. Doch davon weiß Katharina Münz noch nichts, als sie mit ihrem Hund – einer Border-Collie-Hündin namens Ella – in den Hunsrück-Wäldern joggen geht. Die junge Fallanalytikerin, glücklich liiert mit dem gutaussehenden Kai aus der Werbebranche, liebt das Landleben und ihre neue Arbeitsstelle. Doch dann entdecken Waldarbeiter einen Toten unter einer Baumwurzel – er wurde bei lebendigem Leibe zerquetscht. In kurzen Abständen folgen Mord zwei, drei, vier und fünf. Jedes Opfer bringt der Täter auf individuelle, aber perfide und grausame Art um. Der Abdruck eines Christophorus-Medaillons und markante Siegelringe sind dabei die einzigen Hinweise auf eine Verbindung zwischen den älteren Männern. Katharina und ihre Kollegen stochern im Dunkeln. Und nicht nur die.

Christophorus beinhaltet alles, was einen richtig guten Krimi ausmacht: einen Serienkiller, eine dramatische, packende, aufwühlende, fesselnde Story und einen knappen, nüchternen Stil. In 17 Kapiteln gelingt es den beiden Autorinnen eine mörderische Geschichte schlüssig aufzubauen, mit wechselnden Perspektiven zwischen Täter und Ermittlern. Allein der Leser als Hobbykriminologe hat es schwer.

Denn kaum glaubt er sich auf der richtigen Spur, wendet sich unerwartet das Blatt und das buchstäblich bis zur letzten Seite des Krimis.

Christophorus: Beatrix Lohmann/R. Reinke, 215 Seiten, 9,90 Euro. Erhältlich in Buchhandlungen auf www.miko-verlag.de

EXTRA Leseprobe
„Clemens Holkenried schlug die Augen auf. Er lag auf einem feuchten, übelriechenden Betonboden. Ihm dröhnte der Kopf, und er hatte das Gefühl, das Innere seines Magens hätte sich in Säure verwandelt. Sein Blick huschte über nackte Betonwände und blieb an einer geschlossenen Metalltür hängen. Er hatte keine Ahnung, wo er sich befand oder wie er hierhergekommen war.“

EXTRA
Die Autorinnen Beatrix Lohmann (Michaela Knospe) und R. Reinke stellen ihren Krimi Christophorus am Freitag, 6., und Freitag, 20. November, jeweils um 19.30 Uhr im Restaurant Greimerather Forst vor. Unter dem Titel Geschichten mit Biss wird außer der Lesung ein Drei-Gang-Menü serviert. Es spielen: „We two“. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung unter 06587/257.