aus unserem Archiv vom 26. April 2012

Das Geld, der Wind und der neue Ortskern

Im Haushalt des 435-Einwohner- Dorfes Horath steht ein dickes Defizit. Mit 930 000 Euro steht diese Thalfanger Ortsgemeinde Ende des Jahres in der Kreide. Hoffnung macht die Aussicht auf Einnahmen aus der Windkraft und weitere Grundstücksverkäufe, auch um die geplante Erneuerung des Ortskerns zu finanzieren.

Horath. Auf den ersten Blick lasten auf Horath enorme Schulden, aus denen die 435 Einwohner kaum noch herauskommen können.
930 000 Euro minus weist der aktuelle Haushalt aus. "Darin enthalten sind 400 000 Euro Vorausleistung für das Neubaugebiet", relativiert der Finanzchef der Verbandsgemeinde Thalfang, Michael Suska, diesen enormen Betrag. Neue Bauherren lassen Geld stetig in die Gemeindekasse zurückfließen. "Interessenten sind da", freut sich Ortsbürgermeister Egon Adams und fügt hinzu: "Wir werden dieses Jahr auf größere Investitionen verzichten."
Denn die Ortsgemeinde hat mit der Verschönerung des Dorfkernes einen großen Sprung in Richtung Attraktivitätssteigerung geplant, allerdings nicht mehr in diesem Jahr. Auf rund 200 000 Euro, einschließlich der Mehrwertsteuer, schätzen die Planer vom Bopparder Büro Stadt- Land-plus, Sandra Lorenz und Sebastian von Bredow, die Kosten dafür.
Weit mehr als die Erhöhung der Grundsteuern A (landwirtschaftlich genutzte Flächen) und B (bebaute oder bebaubare Flächen), was Mehreinnahmen von gerade mal 3500 Euro bringt, soll die Windkraft wie fast überall in Rheinland- Pfalz das Finanzdebakel beenden.
"Wir streben acht Windkraftanlagen an und wollen mit den Einnahmen die Schulden bis 2015 abbauen", hofft Ortschef Adams. "Aber das ist derzeit noch Wunschdenken", warnt Suska den Ortsgemeinderat.
Doch nur so wäre Geld für das Projekt Dorfkernverschönerung da, das bislang nur auf dem Papier existiert. Der Dorfplatz soll am Brunnen vergrößert werden. Sitzsteine werden den Grashang ersetzen. "Der Brunnentrog könnte auf dem Friedhof gegenüber aufstellt werden", schlägt Planerin Lorenz vor.
Außerdem könnten die Friedhofsmauer vom Efeu befreit und entlang der Straße neue Bäume gepflanzt werden. Der Platz vor der Trauerhalle sollte zudem vergrößert werden, damit hier auch Fahrzeuge wenden können. Das Kirchenumfeld wird in Absprache mit der Kirchengemeinde gestaltet. Die Planerin kann sich ein Blütenmeer auf dem Platz vorstellen, der vor der Kirche nur noch Wiese ist.
In der Sitzung des Verwaltungs- und Pfarrgemeinderates am 2. Mai will Ortsbürgermeister Adams die Pläne den Kirchenvertretern vorstellen. Noch vor den Sommerferien,Ende Juni, können die Bürger in einer Versammlung über die Pläne diskutieren. doth


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