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aus unserem Archiv vom 04. September 2007
Autor: Von unserer Mitarbeiterin Ursula SchmiederOrt: Drucken  E-Mail

Die Partei ist man los, aber nicht das Thema

Auf einer Info-Tour hat Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar Station gemacht in Gonzerath.

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Gonzerath. Dass viele Gonzerather ein Verbot der NPD freuen würde, ist nach dem Kampf gegen das im Ort geplante Schulungszentrum zu verstehen. Nach Ansicht von Experten wäre das aber keine Lösung. "Wir müssen uns immer bewusst sein, dass wir das Thema nicht los sind", gibt Monika Lazar, Grünen-Bundestagsabgeordnete, zu bedenken.

Zentrale Rolle der Bürger vor Ort

Auf einer Info-Tour durch Rheinland-Pfalz und das Saarland hat sie Halt gemacht in Gonzerath, dem Dorf, das den Nazis die Stirn geboten hat. Sie sei begeistert, dass das binnen so kurzer Zeit geklappt habe, lobt die Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion für Strategien gegen den Rechtsextremismus. Gleichzeitig warnt sie davor zu denken, "wenn man die Partei los ist, ist man auch das Problem los". Die Menschen mit ihren Gedanken seien weiter da, erinnert sie an jüngste Übergriffe, mit denen die NPD nichts zu tun gehabt habe.

Im Kampf gegen Rechts komme daher den Bürgern vor Ort eine zentrale Rolle zu. Aber auch deren Unterstützung durch Bürgermeister, Kreis oder Vereine. Die demokratischen Akteure dürften sich nicht auseinander dividieren lassen. Gonzerath sei bundesweit ein positives Beispiel, hofft Lazar, dass alle "bei der Stange bleiben" und andere ihn ähnlichen Situationen unterstützen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich zu vernetzen. Hilfreich sei eine Broschüre des Innenministeriums (kostenlos zu beziehen über Telefon 06131/163220). Landrätin Beate Läsch-Weber verweist auf die kommende Info-Tagung "Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus" (13. September, Wittlich). Es gebe generelle Bestrebungen der NPD, "sich einzunisten". Und die rechtliche Handhabe sei sehr eingeschränkt. Yaghoub Khoschlessan, Vorsitzender des "Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage", bezeichnet das Geschehen im Ort als hervorragend. Mit einem NPD-Verbot sei es indes nicht getan: "Man muss die Leute beim Namen nennen."

"Wir haben denen ein Gesicht gegeben"

Genau das hatte die Gonzerather Bürgerinitiative auch getan. "Wir haben denen ein Gesicht gegeben", berichtet Judith Linn von Aktionen, wie der Beobachtung des Eingangs zum NPD-Gebäude. Anfangs hätten sie sich einschüchtern lassen und Angst gehabt, sagt Frank Klein. Doch seien sie zur Überzeugung gelangt, "gemeinsam sind wir stark" , und in die Offensive gegangen. Von da an ließ auch das Gefühl der Ohnmacht nach, erinnert sich Ortsvorsteher Dietmar Thömmes. Für Jutta Blatzheim-Roegler, Sprecherin des Kreisverbandsvon Bündnis 90/Die Grünen, steht fest: "Es ist wichtig, dass der Widerstand vor Ort organisiert wird, dass es Menschen gibt, die aufstehen und sagen: Hier nicht!"



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