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aus unserem Archiv vom 09. Juli 2012
Autor: Hannah Schmitt Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Breit Drucken  E-Mail

Ehrenamtliche Gaststätte

Sie nehmen das Dorfleben selbst in die Hand: Etwa 30 Breiter haben sich zusammengeschlossen, um "Die kleine Kneipe" im Gemeindehaus freitags und sonntags zu betreiben. Seit Mai läuft das ehrenamtliche Geschäft.

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Breit. Das Bier läuft aus dem Hahn, die Stimmung in der "kleinen Kneipe" in Breit ist gut. Es sei alles richtig schön am laufen, sagt Marlies Eiden. Im Mai hat die 51-Jährige gemeinsam mit Werner Vogel, die Gaststätte im Gemeindehaus wiedereröffnet. Zuvor hatte sie mehrere Monate leergestanden. Das besondere an der Eröffnung: Nicht ein kommerzieller Betreiber steckt dahinter, sondern eine Reihe von Ehrenamtlichen aus dem 270-Seelen-Dorf, die sich in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und die Kneipe von der Gemeinde gepachtet haben.
Etwa 30 Leute zwischen 18 und 77 Jahren sind laut Eiden bereits beteiligt. Das Prinzip funktioniert so: Immer freitags und sonntags ist die Kneipe abends geöffnet. Dafür ist jeweils eine Person notwendig, die Thekendienst macht. Bei 30 Helfern macht das etwa einen Arbeitsabend in vier Monaten. Samstagsabends rentiere es sich dagegen nicht zu öffnen, da dann häufig Festchen in den umliegenden Orten seien, sagt Vogel. Um die Organisation kümmern sich Vogel und Eiden. Finanzieren sollen sich Getränkeinkauf und Pacht, mit der Heizungs- und Stromkosten bereits abgedeckt sind, über die Einnahmen. Wie viel Miete bezahlt wird, möchte Breits Ortsbürgermeister Günter Klassen nicht sagen. Erwirtschaftet die Interessengemeinschaft einen Gewinn, kommt er laut Klassen der Allgemeinheit zugute.

Immer weniger Dorfkneipen


Für Eiden ist die Arbeit in der Kneipe nichts neues. Bis vor einigen Jahren hat sie sie neben dem Beruf gemeinsam mit ihren Geschwistern betrieben. Irgendwann wurde ihr dies jedoch zu viel. Ein anderer Pächter übernahm die Gaststätte. Doch dieser machte Ende des vergangenen Jahres zu, ein neuer Betreiber war zunächst nicht in Sicht. Somit war ein Stück Dorfgeschichte geschlossen. Denn laut Eiden gibt es die Kneipe bereits seit den 60er Jahren. "Dass zu war, war schon schade", sagt Eiden.
Der Stein des Anstoßes für die Wiedereröffnung kam dann an Karneval. Marlies Eiden und die Lebenspartnerin von Werner Vogel, Agathe Backes, wurden Teil eines Sketches, der sich um die Kneipe drehte. "Wir waren drei Leute und da wurde dann gesagt, du machst freitags auf, du samstags, du sonntags", erinnert sich Eiden. Ab da ging ihr die Vorstellung, die Gaststätte mit mehreren Leuten zu eröffnen, nicht mehr aus dem Kopf. Kurz darauf war die Idee der Interessengemeinschaft geboren.
Bei dieser ist sogar Klassen mit an Bord. Der Ortsbürgermeister hat sich bereit erklärt, ebenfalls Dienste zu machen. Denn er weiß: "Es wird immer schwieriger mit den Kneipen auf den Dörfern." In Breit gibt es neben der "kleinen Kneipe" noch die privatbetriebene Wanderhütte am Johannisbaum. Hinzu kommen laut Homepage der Verbandsgemeinde 16 weitere Gaststätten und Restaurants in der Urlaubsregion Thalfang.
Für Marlies Eiden zählt derzeit nur, dass die Gaststätte wieder offen ist. "Wichtig ist das vor allem im Winter", ergänzt Vogel, "weil es für die Kommunikation zwischen den Dorfleuten gut ist." Was die Zukunft bringt, darum möchten sich beide keine Gedanken machen. Eiden: "Wir machen das jetzt, solange wir Leute haben."




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