Rund 30 Schüler haben das vierte Bewerbercamp in der Integrierten Gesamtschule genutzt, um sich für die Suche nach einer Ausbildungsstelle vorzubereiten. Das Angebot ist einer Kooperation von Schule, Jugendpflegern, Schulsozialarbeitern und Betrieben zu verdanken.
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Fabian, Kevin und zwei Schülerinnen mit Namen Julia machen sich Notizen von den Vorstellungsgesprächen, die reih um jeder in ihrer Gruppe probeweise absolvieren muss. TV-Foto: Ursula Schmieder
Morbach. Die Antwort auf die Frage, "was ist dein Berufswunsch?", kommt prompt. "Das weiß ich nicht", gesteht die Teilnehmerin des Bewerbercamps in der Integrierten Gesamtschule Morbach (IGS). Daher tut sie sich verständlicherweise schwer, ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen. Derweil überlegt ein Mitschüler, wie er sein Praxisengagement in den Musterbrief einbauen soll. Für solche Zweifel ist das von Jugendpfleger Mario Herges und Schulsozialarbeiterin Kerstin Kettern angebotene Bewerbercamp da. Dabei erfahren die jungen Teilnehmer, worauf es bei einer guten Bewerbung ankommt.
Die 14- bis 18-Jährigen sind beeindruckt. André Schmitz begrüßt es, Bewerbungsgespräche trainieren zu können: "Jetzt wissen wir, was wir besser machen können", weiß er die erhaltenen Rückmeldungen zu schätzen. "Da weiß man, was auf einen zukommt", pflichtet Kevin Kutz bei. Da ja weder Nervosität noch Schüchternheit ratsam seien, sei es gut, da lockerer reingehen zu können. Dazu gelernt haben auch Schülerinnen im Teamarbeit-Workshop.
Manche hätten erst eben erkannt, dass sich dank Mimik und Gestik auch ohne Worte kommunizieren lasse, berichtete Kursleiterin Camilla Müller. Sie hätten gelernt, im Team zu arbeiten und Vertrauen aufzubauen, erzählte Anne (15). Wichtig sei, aufeinander zu achten und miteinander zu sprechen, ergänzte Melina (14). Mitschüler Ef (15) fand es spannend, mit Leuten, die teils nicht sprechen durften oder verbundene Augen hatten, ein Seil zu entwirren. So etwas gehe nur, wenn man sich aufeinander verlassen könne. Laut Herges nutzen 29 Schüler das vierte Bewerbercamp mit Ansprechpartnern aus Betrieben. 2011 seien einige so zu ihrer Ausbildungsstelle gekommen, freut sich Kettern über die Chancen, die das Camp bietet.
Laut Claudia Künzer, bei Papier Mettler zuständig für Auszubildende, reichten etliche Teilnehmer später auch ihre echten Bewerbungsunterlagen ein. Persönlich vorgestellt hätten sich 14, von denen einige eingestellt worden seien. Das Camp sei eine gute Plattform, die Schüler auch nutzten, wie ihr Interesse und die aktive Mitarbeit selbst nach längeren Fachvorträgen zeigten. urs
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