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30.12.2015

Hickhack um Hunsrückbahn

(Thalfang/Morbach/Hermeskeil) Ob die ehemalige Hunsrückbahn in den nächsten Jahren reaktiviert werden soll, ist derzeit heftig umstritten. Die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg unterstützen einen solchen Ausbau. Der Rhein-Hunsrückkreis hat aber andere Pläne. Bahnbefürworter melden sich nun zu Wort.

Thalfang/Morbach/Hermeskeil. Auch wenn es derzeit nur Planspiele sind und kein Geld geflossen ist: Das Tauziehen um die Hunsrückbahn geht weiter. Durch die Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald hatte die Diskussion in diesem Jahr neuen Schub erhalten (der TV berichtete mehrfach).
Schließlich sei es sinnvoll, ein Naturschutzgebiet auch mit naturverträglichen Verkehrsmitteln - sprich Schienenverkehr - zu erschließen. Das würde Autofahrer dazu bewegen, mit ihren Familien eher mit der Bahn zu kommen, um dort zu wandern und die weiteren Angebote zu nutzen. Landrat Gregor Eibes (Bernkastel-Wittlich) berief einen runden Tisch zur Förderung des Schienenverkehrs ein.
Auch Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg unterstützt das.
Im Rhein-Hunsrück-Kreis sieht man die Dinge hingegen anders. Denn dort machen sich Kreistagsmitglieder für die Umwandlung einer 50 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Büchenbeuren und Hermeskeil in einen Radweg stark. Es gebe keinerlei Bedarf mehr für eine Eisenbahn, heißt es dort.
Nun zeichnet sich auch ein Umschwenken im Saarland ab. Verkehrsministerin Anke Rehlinger sagte unlängst: "Wir haben uns verständigt, gemeinsam ein Kostengutachten zu dem vom Kreis St. Wendel bereits vorgeschlagenen Radwegekonzept in Auftrag zu geben. Dann haben wir eine solide Entscheidungsgrundlage für die Realisierung einer solchen neuen Nutzung der Bahnstrecke." Fest steht: Sind einmal die Gleise demontiert, um einem Radweg Platz zu machen, dann gibt es kein zurück mehr. Daran erinnert auch Eberhard Pitzius von der Initiative zum Erhalt der Hunsrückbahn.
Für ihn ist dieser Vorstoß ein "kontraproduktives Vorgehen für eine nachhaltige, ökologische Einrichtung wie den Nationalpark. Er bemängelt, dass die Erschließung der Region mit Bus und Bahn nicht weiter ausgebaut worden ist. Die Hochwaldbahn und die Hunsrückquerbahn hingegen könnten die Verkehrsströme gezielt bündeln und über die Region verteilen.
Daher fordern Pitzius und seine Mitstreiter die beiden Landesregierungen auf, das Verkehrskonzept zu überdenken und ein ökologisch nachhaltiges Verkehrskonzept zu erstellen. hpl

 

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