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Klares Signal für den Ankauf

Der Morbacher Gemeinderat bekräftigte in der jüngsten Sitzung seinen Grundsatz-Entscheidung für den Ankauf der Hunsrückbahn-Strecke zwischen Büchenbeuren und Hermeskeil.

05.11.2008
Von unserer Redakteurin Ilse Rosenschild Von Ilse Rosenschild
Morbach. Dass der Gemeinderat Morbach grundsätzlich hinter dem Erwerb der Hunsrückbahn-Strecke steht, ist kein Geheimnis. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Beschluss vom Februar dieses Jahres erneuert. Bürgermeister Gregor Eibes ließ über den Erwerb der 50 Kilometer langen Trasse zwischen Büchenbeuren und Hermeskeil abstimmen. Morbach trägt seinen Anteil von 16,67 Prozent, war das Ergebnis des einstimmigen Beschlusses.
 
Bislang war von einem Gesamt-Kaufpreis von 600 000 Euro die Rede. Allerdings hat die DB Services Immobilien GmbH Anfang Oktober mitgeteilt, das Angebot nicht über einen "derart langen Zeitraum aufrecht erhalten zu können". Die vom Unternehmen gesetzte Frist war am 30. September abgelaufen (der TV berichtete). Geht man dennoch von dieser Summe aus und unterstellt beispielsweise einen fünfzigprozentigen Zuschuss, wäre Morbach mit einem Anteil von rund 50 000 Euro dabei. Steigt das Land stärker ein, verringert sich der Anteil der Gemeinde entsprechend.
 
Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Landesförderung. Wirtschaftsminister Hendrik Hering hat seine Zustimmung an ein betriebswirtschaftliches Konzept geknüpft. Doch das zu erstellen, sei gar nicht so einfach, schilderte der Rathaus-Chef. Viele Unternehmen würden sich schwer tun, ihr Interesse am Frachtverkehr zahlenmäßig zu konkretisieren. Eibes machte zudem deutlich, dass er keine Kenntnis davon habe, dass bei den 85 Millionen Euro für den Ausbau der Bahnverbindung von Langenlonsheim bis zum Flughafen Frankfurt-Hahn ähnliche Berechnungen angestellt würden.
 
Auch Jürgen Jakobs (CDU) hat ein Problem mit der Wirtschaftlichkeit von Infrastruktureinrichtungen. Beim Straßenbau frage auch niemand, ob er sich wirtschaftlich rechne.
 
Achim Zender (FWM) plädierte entschieden dafür. Wenn später "alle Stricke reißen", könne man immer noch einen Radweg bauen. Uwe Andretta (Grüne Liste) merkte kritisch an, dass Morbach vom Land bei anderen Projekten wie der Notarzt-Versorgung nicht unterstützt werde, warb für die Position des Bürgermeisters, dass "wir ins Eigentum müssen".
 
Sozialdemokrat Karlheinz Schneider appellierte, "diese Chance nicht vorüberziehen zu lassen". Im Gegenzug bedankte sich Eibes (CDU) für die pragmatische Haltung der SPD . Sie hebe sich "sehr wohltuend" von den Reaktionen der Genossen in anderen Gremien ab.
 
Eine Bürgschaft in Höhe von 20 000 Euro, die die Hochwaldbahn Gruppe für die Betriebserlaubnis benötigt, segnete das Gremium später in nicht-öffentlicher Sitzung ab.
 
Meinung
 
Wichtig, nicht selbstverständlich
 
Für die Wiederbelebung der Hunsrückbahn zwischen Büchenbeuren und Hermeskeil sind noch diverse Hürden zu nehmen: Das reicht von einem Gesprächstermin mit Wirtschaftsminister Hendrik Hering bis hin zur Gründung eines Zweckverbands. An den formalen Beschluss in Morbach zum Ankauf der Bahnstrecke kann spätestens jetzt ein Haken gemacht werden. Ein einstimmiger Beschluss ist mit Blick auf Zuschüsse aus Mainz schon wichtig, aber offenbar nicht selbstverständlich. Schließlich gab es in gleicher Sache beispielsweise in Hermeskeil Gegenwind von der SPD und FWG. Anderswo fehlen diese Entscheidungen ohnehin noch ganz. Kein Wunder also, dass Bürgermeister Eibes die Haltung der Morbacher Genossen als "wohltuend" beschrieb. Um so interessanter ist die Frage, wann und wie der Landkreis Bernkastel-Wittlich und die Verbandsgemeinde Thalfang entscheiden. i.rosenschild@volksfreund.de

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