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Raketenkuh soll erhalten bleiben

(Hunsrück) Sie ist ein unübersehbares Symbol der Hunsrücker Friedensbewegung - und das seit 25 Jahren - die Raketenkuh. Aber der Verfall der Scheune und das Verblassen der Malereien könnten sie in Vergessenheit geraten lassen.
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Hunsrück. Die "Raketenkuh" auf einer Scheune am Ortsrand von Bell soll erhalten werden. Im Vorfeld der Großdemonstration 1986 auf dem Gelände des Beller Marktes von einer Düsseldorfer Künstlergruppe gestaltet, symbolisierte sie einprägsam und imposant den geballten Zorn vieler Menschen im Hunsrück gegen die Stationierung von 96 Cruise Missiles auf der Pydna bei Hasselbach. Doch dieses Denk- und Mahnmal aus der Zeit des Kalten Krieges droht zu verfallen, die Hunsrücker Friedensbewegung hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, um die "Raketenkuh" zu erhalten.

Jugend sorgt für Auffrischung


"Genauso wie die Raketenkuh verblasst, droht auch ihre Geschichte in Vergessenheit zu geraten", befürchtet Johannes Krisinger (Kirchberg) von der Hunsrücker Friedensbewegung.
Doch Krisinger betont gleichzeitig: "Das, was damals war, darf nicht vergessen werden." Er gehört zu den Initiatoren aus der Friedensinitiative (FI) Hunsrück, die ein Projekt gestartet hat, um die Scheune und das bekannte Kunstmotiv zu erhalten. Erklärtes Ziel der Hunsrücker Friedensbewegung ist es dabei, die Scheune und die Raketenkuh an dieser markanten Stelle auch weiterhin als Mahnmal des Kalten Krieges und der atomaren Aufrüstung im Hunsrück zu erhalten. Bereits 1997 hatte eine Gruppe der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Simmern-Trarbach für eine Auffrischung der Farben gesorgt und sich dabei gleichzeitig mit dem Ursprung dieses Mahnmals beschäftigt, was später auch in einem Filmbeitrag dokumentiert wurde. Doch weitere 15 Jahre sind nicht spurlos an den Malereien vorbeigegangen. Die Farben sind blass geworden, der Hintergrund ist kaum noch zu erkennen. Bei der Vollversammlung der Hunsrücker Friedensbewegung im Juli vergangenen Jahres wurde einstimmig dafür votiert, möglichst bald Schritte für den Erhalt dieser Scheune anzugehen.

Bedeutung


Mittlerweile gab es bereits Gespräche mit den Besitzern aus Bell, aber auch mit einem Architekten und einem Bauunternehmer, um zu klären, welche Renovierungsarbeiten an Mauerwerk und Scheunentor dringend erforderlich und auch möglich sind. "Wir wissen noch nicht genau, was an Kosten da auf uns zukommt, aber es wird natürlich Geld erfordern", so Johannes Krisinger. Darum hat die FI nun zu Spenden aufgerufen, um Geld für das Projekt zu sammeln.
"Auch heute ist die Arbeit der Friedensbewegung nach wie vor wichtig", meint Heidrun Kisters (Kirchberg), die Vorsitzende des Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung. "Wenn wir sehen, dass trotz Ende des Kalten Krieges nur wenige Kilometer von Bell und Hasselbach entfernt in Büchel auch heute noch Atomwaffen lagern, mit denen sogar deutsche Piloten den Einsatz üben, dann zeigt das doch, dass ein solches Mahnmal weiterhin seine Bedeutung hat", ist sie sich sicher.
Informationen: Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung, Telefon 06763/4614,
Internet: www.fi-hunsrueck.de


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