Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) veranlasst verschärfte Kontrollen bei Prostituierten entlang der Hunsrückhöhenstraße. Hintergrund der verschärften Kontrollen sind nach Angaben der Trierer Behörde Wohnwagen-Brände in der Eifel, die im Zusammenhang mit illegaler Prostitution stehen sollen.
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Prostituierte können ihre Tätigkeit an vielen Orten ausüben. In Wohnmobilen oder Kleinbussen an Bundes- und Landesstraßen sind sie laut Landesbetrieb Mobilität unerwünscht. Foto: dpa
Kleinbusse oder Wohnmobile am Straßenrand beziehungsweise auf einem Parkplatz, manchmal stilgerecht mit roten Lämpchen - für die Autofahrer an der Hunsrückhöhenstraße war dies bis vor kurzem ein ganz normaler Anblick. Zwischenzeitlich waren Frauen mit ihren Bussen wie vom Erdboden verschluckt. Ihre Kunden mussten sie suchen, wenn sie ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollten. Inzwischen sind sie vereinzelt wieder da. Sind dort Behörden eingeschritten? Oder haben die Frauen rein zufällig ihren Arbeitsbereich gewechselt? Beide Vermutungen treffen nicht zu. Nach Angaben von Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Trier ist Prostitution an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen eine Sondernutzung, die genehmigungspflichtig ist. Auf freier Strecke sei eine solche Genehmigung "nicht denkbar", sagt der stellvertretende LBM-Chef in Trier. Seine Behörde sei verpflichtet, jeder nicht erlaubten Sondernutzung nachzugehen.
Die Mitarbeiter des LBM melden die Fälle an die zuständige Kreisverwaltung, die in der Regel ein Bußgeld zwischen 50 und 250 Euro verhängt. Zudem werde die Halterin oder der Halter des Fahrzeugs angeschrieben und aufgefordert, die Sondernutzung einzustellen.
Hintergrund sind laut Bartnick mögliche Gefahren. Autofahrer werden nach seiner Ansicht beispielsweise durch die "leichte Bekleidung" von Frauen abgelenkt. Oder es komme zu Problemsituationen durch plötzliches Bremsen.
Und warum wurde der LBM erst in jüngerer Vergangenheit tätig? Aus der Sicht Bartnicks hat sich das Problem "verschärft". In der Eifel sei es zu Wohnmobil-Bränden gekommen. Die Polizei vermute dort Zusammenhänge mit illegaler Prostitution durch die sogenannte "Russenmafia".
"Das kann ich nicht so bestätigen", sagt Gerd Schneider, als Leiter des Kommissariats II in Wittlich zuständig unter anderem für Gewalt gegen Frauen und Menschenhandel. In seinem Zuständigkeitsbereich habe es zwar je einen Wohnwagenbrand in Daun und Prüm gegeben.
Dass diese Vorkommisse Ausdruck eines Konkurrenzkampfs seien, sei denkbar, aber nicht belegt. Von einer "Russenmafia" wisse er nichts.
"Nicht bei uns", sagt Schneiders Kollege Peter Johann bei der Kriminalpolizei Idar-Oberstein auf die Frage nach möglichen Straftaten im Zusammenhang mit der Wohnmobil-Prostitution. Die Beamten aus der Schmuckstadt haben laut Johann die Sex-Wohnmobile eher aus Gründen der Gefahrenabwehr im Auge.
Weder bei der Hermeskeiler und Morbacher Polizei noch beim Ordnungsamt gibt es irgendwelche Probleme. Das bestätigen Franz Petry, kommissarischer Leiter in Hermeskeil, Hermann-Josef Decker, stellvertretender PI-Chef in Morbach, und Axel Schmitt vom Morbacher Rathaus.
Meinung
Verdrängung nicht sinnvoll
Auch Prostituierte müssen sich an geltendes Recht halten, sagt man beim Landesbetrieb Mobilität. Das ist grundsätzlich richtig. Aber offenbar sind Sondergenehmigungen an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen grundsätzlich nicht möglich. Was passiert, wenn die Prostituierten nun verschärft kontrolliert werden? Sie stellen sicher keine Anträge auf Sondernutzungen. Sie werden auch nicht den Job wechseln, allenfalls den Stellplatz. Und sie fahren weiter in den Wald hinein oder in andere abgelegenere Gebiete. Gerade wenn man befürchtet, dass sich illegale Prostitution an der Hunsrückhöhenstraße breitmacht, macht eine solche Vorgehensweise keinen Sinn. Aber dafür gibt es derzeit keine Anhaltspunkte. i.rosenschild@volksfreund.de
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