Ein Gewitter mit starkem Regen ist gestern über Hinzerath gezogen. Innerhalb weniger Minuten war die Ortsdurchfahrt vollkommen überflutet, mindestens sieben Keller liefen voll. Sonst war laut Feuerwehr Morbach kein Ort betroffen.
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Die Feuerwehrleute pumpen das Wasser aus dem Haus von Sonnhild Janzik. TV-Foto: Hannah Schmitt
Hinzerath. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Bernd Reinhardt mit Blick auf das Unwetter, das gestern über Hinzerath gezogen ist. Einen halben Meter hoch habe das Wasser in seinem Keller gestanden, erzählt er.
Es ist etwa 13.45 Uhr, als sich ein Gewitter zusammenbraut und plötzlich Unmengen von Regen vom Himmel kommen. Innerhalb weniger Minuten steht die Belginumstraße, die mitten durch den Ort führt, unter Wasser. Von den Gehwegen ist an vielen Stellen nichts mehr zu sehen. "Wir haben noch oben am Schlafzimmerfenster gestanden und uns darüber amüsiert, wie unvernünftig die Autofahrer sind, durch das Wasser zu fahren", erzählt Reinhardt. "Und dann kam schon der Hilferuf von nebenan."
Denn seine Nachbarin hat es wesentlich schlimmer erwischt. Bei Sonnhild Janzik drückt sich das Wasser durch die Gartentür ins Esszimmer, auch in der Scheune steht es knöchelhoch. Möbel, Teppiche - alles muss raus. Das Problem: Der Bach direkt hinter ihrem Haus kann die Wassermassen nicht halten und läuft sofort über. Sie sei aber glücklicherweise gegen Hochwasser versichert, erzählt Janzik. Insgesamt sind mindestens sieben Häuser entlang der Straße betroffen.
Schnell sind die freiwilligen Feuerwehren aus Hinzerath und Morbach vor Ort, um die Wassermassen zu stoppen. Besonders den Regen, der sich in den Feldern nahe der Hunsrückhöhenstraße sammelt und ins tiefergelegene Hinzerath fließt. Mit einem gefüllten Schlauch als Barriere leiten die Feuerwehrleute das Wasser von der Straße weg, um weitere Schäden zu verhindern. Dann heißt es Keller auspumpen und die Straße vom restlichen Wasser befreien. Insgesamt sind 20 Kräfte im Einsatz, die umliegenden Dörfer sind nicht betroffen. Vor etwa zehn oder zwölf Jahren habe es bereits eine ähnliche Situation gegeben, sagt Morbachs Wehrleiter Marco Knöppel. "Da war rundherum schönstes Wetter und nur in Hinzerath ging die Welt unter." Wie hoch der Schaden ist, lässt sich noch nicht abschätzen.
Nach gut einer Stunde sind die meisten Überschwemmungen beseitigt. Nur der Schlamm muss noch weggeräumt werden. Auch bei Reinhardts. Bernd Reinhardt nimmt die Sache dennoch gelassen: Es sei ein alter Keller, in dem sie auch nichts gelagert hätten.
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