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Zahl der Asylbewerber verdreifacht sich

(Cochem-Zell) Zwar hat sich 2012 die Zahl der Asylbewerber im Kreis verdreifacht, damit liegt die Statistik aber genau im Bundesdurchschnitt. Das Land beteiligt sich an den Kosten.
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Cochem-Zell. Im vergangenen Jahr hat sich im Kreis Cochem-Zell die Zahl der Asylbewerber verdreifacht. Nahm der Kreis 2011 insgesamt 24 Frauen und Männer auf, die um Asyl nachsuchten, so waren es im vorigen Jahr nach Angaben der Kreisverwaltung 73 Personen.
Bei den Flüchtlingen handelt es sich vor allem um Bewohner aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie aus dem Nahen und Mittleren Osten. Der Kreis Cochem-Zell liegt damit sowohl im Landes- wie auch im Bundestrend, wo ebenfalls im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung bei den Asylbewerberzahlen festzustellen war.
Im Bund gab es im vergangenen Jahr bis November bereits rund 18 000 Asylanträge mehr als 2011, im Land waren es bis November etwa 800 Anträge mehr. Bis November wurden in Deutschland 71 807 Asylanträge gestellt, in Rheinland-Pfalz waren es im gleichen Zeitraum 3452 Anträge. 2011 waren es 53 347 im Bund und 2684 im Land.

Flüchtlinge werden verteilt


Damit sind die jetzigen Flüchtlingszahlen allerdings noch weit entfernt von der Zahl der Asylanträge um die Jahrtausendwende, als im Bund 2001 insgesamt 118 306 Anträge gezählt wurden. Im Kreis werden die Flüchtlinge auf die Verbandsgemeinden verteilt. Im vergangenen Jahr nahm die Verbandsgemeinde Cochem neun Personen auf, in der Verbandsgemeinde Kaisersesch waren es 18 Asylbewerber, in der Verbandsgemeinde Treis-Karden 13 Flüchtlinge, in der Verbandsgemeinde Ulmen 15 Personen und in der Verbandsgemeinde Zell 18.
Die Verteilung richtet sich dabei zum einen nach der Größe der Verbandsgemeinden, aber auch nach dem Geschlecht der Flüchtlinge und der Herkunftsländer. Wie die Kreisverwaltung einräumt, haben die Verbandsgemeinden aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen bereits erhebliche Schwierigkeiten, Wohnraum für die Asylbewerber anzumieten.
Die steigenden Asylbewerberzahlen haben auch finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen. Im Jahr 2010 betrugen die Ausgaben für alle im Laufe der Jahre zugewiesenen Asylbewerber zusammen 595 000 Euro, wobei das Land Rheinland-Pfalz den Kommunen 164 000 Euro erstattete. 2011 stiegen die Ausgaben für alle im Lauf des Jahres zugewiesenen Asylbewerber zusammen auf 660 000 Euro.
Hier erstattete das Land insgesamt 240 000 Euro. Im vorigen Jahr stiegen die finanziellen Mittel, die die Kommunen für die zugewiesenen Flüchtlinge aufbringen mussten, schon auf 770 000 Euro. Das Land, das derzeit den Kommunen pro Asylbewerber monatlich 480 Euro erstattet, beteiligte sich an diesen Kosten mit rund 400 000 Euro.


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