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Hunsrücker Wind sorgt für Spannung

(Thalfang/Morbach) Morbach und Thalfang sind bei der Energiewende weit vorne. Es gibt aber auch Kritik an den Windrädern.

11.11.2017
Hans-Peter Linz
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich zählen die Einheitsgemeinde Morbach und die Verbandsgemeinde Thalfang zu den führenden Kommunen im Bereich Windkraft. Das zeigt ein Blick auf eine Kartensammlung, die die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord auf ihrer Internetseite vorhält (www.map1.sgdnord.rlp.de). Dort sind alle Varianten von Windkraftanlagen verzeichnet: rückgebaute, geplante, genehmigte und Anlagen, die bereits am Netz sind. Dabei zeigt sich, dass in der VG Wittlich-Land lediglich das Gebiet um den Stöppelberg zwischen Klausen und Platten mit fünf beantragten Anlagen ins Auge gefasst wurde. Im Bereich um Manderscheid gibt es keinerlei Pläne für Windkraft. In der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach sind ebenfalls noch keine Anträge in der Karte der SGD Nord verzeichnet.

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues hingegen sind bereits zehn Anlagen am Netz und speisen Strom ein, 18 Anlagen sind genehmigt und zwei weitere bei Brauneberg beantragt. Der Großteil der Bernkastel-Kueser Anlagen liegt am Ranzenkopf, der als sehr windhöffig und damit für den Betrieb von Windkraftanlagen geeignet gilt. In diesem Grenzgebiet zum Hunsrück schließen dann auch weitere Anlagen der Verbandsgemeinde Thalfang an. Dazu zählt unter anderem der Windenergiepark Horath mit neun Anlagen vom Typ Vestas 112 mit einer Nennleistung von jeweils 3000 Kilowatt. Drei weitere Anlagen vom Typ Enercon E-115 sind hier noch geplant.

Während im Norden des Landkreises, auf der Eifelseite der Mosel, die Windkraft weniger stark ausgebaut ist, leisten die Hunsrücker Gemeinden mit ihren Windkraftanlagen Pionierarbeit. Ein Beispiel sind die Gemeinden Büdlich, Breit, Schönberg, Berglicht und Heidenburg, die zwei Windparks eingerichtet haben. Dort produzieren nach Betreiberangaben in dem interkommunalen Windpark sechs neue Anlagen Strom für 13 000 Haushalte. Das sind 44 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Das erspart der Umwelt, nach Angaben der Betreiberfirma Abo-Wind 33 000 Tonnen Kohlendioxid (der TV berichtete mehrfach). In den betroffenen Gemeinden wurden die Windparks in den vergangenen Jahren in den Gremien und in der Bevölkerung zwar kontrovers diskutiert, aber letztlich mehrheitlich in den Räten beschlossen.

Nach der Karte der SGD Nord laufen aktuell 46 Anlagen im Hunsrück, weitere 15 sind geplant, mit unterschiedlichem Verfahrensstand.

Auch in der Einheitsgemeinde Morbach steht derzeit das Repowering, also die Erneuerung einer bestehenden Anlage, an. Dabei geht es um die Morbacher Energielandschaft. Dort wurden 2002/2003 14 Windräder auf einem militärischem Konversionsgelände errichtet. Sie sollen nun durch höhere und leistungsstärkere Windräder ersetzt werden. Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit, stößt aber auf Kritik der Initiaitive Wald in Not, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gegen mehrere Standorte Einwände eingereicht hat. Nach Aussage der Sprecherin der Bürgerinitiative, Karin Fass-Gronau, fühlten sich viele Ortschaften, besonders Heinzerath und Elzerath, durch die Windenergieanlagen "regelrecht eingekesselt". Am kommenden Mittwoch, 15. November, können Bürger, die einen schriftlichen Einwand eingesendet haben, zu dieser Thematik Fragen stellen. Der Erörterungstermin beginnt um 10 Uhr im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung in Morbach.