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09.02.2015

Kontroverse um Bestattungswald

(Morbach) Die Kontroverse um die Einrichtung eines Bestattungswaldes bei Morbach geht weiter. Während das Thema derzeit in den Gemeinderäten besprochen wird, melden sich viele Bürger auch in den sozialen Medien zu Wort.

Morbach. Seit Monaten wird in der Einheitsgemeinde Morbach um die Errichtung eines Bestattungswaldes diskutiert. Der Morbacher Rat hat den Vorschlag abgelehnt. Aber eine Initiative um Rainer Stablo, der für die Linke im Rat sitzt und auch Mitglied des Kreistags ist, will sich weiterhin dafür einsetzen.
Deshalb soll es am 15. März ein Bürgervotum geben. Das Thema steht derzeit in den Ratsversammlungen der einzelnen Ortsteile auf der Tagesordnung, so zum Beispiel heute, um 18.30 Uhr, in Hinzerath im Gemeindehaus, morgen, 11. Februar um 18.30 Uhr im Gemeindehaus in Rapperath. Die Kontroverse hat vergangene Woche eine neue Facette erhalten, als sich ein Friedhofsplaner aus Hamburger zu Wort meldete, der vor einer Gefährdung des Grundwassers durch krebserregende Chrom-Bestanteile warnte.
Totenasche sei zum Beispiel durch Kleidung oder aber auch durch die Rückstände von Chemotherapien mit giftigen Substanzen belastet. Er warnte davor, dort einen Bestattungswald einzurichten, verwies aber auch darauf, dass er von der Steinmetz innung und weiteren Verbänden auf das Thema aufmerksam gemacht worden sei. Auf volksfreund.de und in den sozialen Medien häuft sich die Kritik an seiner Argumentation. Viele Leser und Online-Nutzer können das Argument, dass Totenasche die Umwelt belaste, nicht nachvollziehen. Ein Leser sagt, dass normale Friedhöfe das Grundwasser wahrscheinlich mehr gefährden als Asche. Außerdem gebe es größere Umweltschäden an anderen Stellen. Dabei verweist er auf die Schadstoffbelastung durch Löschwasser auf US-Flugplätzen oder auf die Düngung von Feldern und Weinbergen. Ein anderer Kommentar verweist darauf, dass die Zersetzung eines Körpers ein normaler biologischer Prozess ist. Viele Leser erinnerten außerdem daran, dass normale Friedhöfe dann doch ebenfalls ein Umweltrisiko darstellen müssten. hpl