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Mehr als 1100 Morbacher für Bürgerbegehren

Diskussion um Bestattungswald: Befürworter übergeben Ende Mai die Unterschriften

(Morbach) Die Leute, die in Morbach einen Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft durchsetzen wollen, haben offenbar genügend Unterschriften gesammelt. 1138 Bürger haben unterschrieben - mehr als erforderlich. Lehnt der Gemeinderat nach Prüfung der Unterschriften einen solchen Begräbnisort ab, haben die Bürger das Wort

21.05.2014
Christoph Strouvelle
Morbach. Offensichtlich haben die Initiatoren eines Bestattungswaldes in Morbach genügend Rückhalt in der Bevölkerung, um ein Bürgerbegehren durchzusetzen. 1138 Personen haben bis zum 20. Mai ihre Unterschrift in die ausliegenden Unterschriftenlisten gesetzt, sagt Rainer Stablo. Er ist einer er drei Leute, die die Bürger mit ins Spiel bringen möchten. Seine Mitstreiter sind Bruni Kluß und Rüdiger Luckow.
Der Morbacher Gemeinderat hatte im Februar einen Antrag zur Einrichtung eines Bestattungswaldes in kommunaler Trägerschaft abgelehnt (der TV berichtete). Daraufhin hatte die Bürgerinitiative begonnen, Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln.
Die Frage auf den Listen lautet: Soll die verbandsfreie Gemeinde Morbach in einem geeigneten kommunalen Waldgebiet einen Bestattungswald errichten und in kommunaler Trägerschaft betreiben? Zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen dieses Bürgerbegehren durch ihre Unterschrift unterstützen. Das sind in Morbach 875 Personen.
Doch die Initiatoren wollen noch etwas weiter sammeln. Denn auch wenn sie selbst die Unterschriften bereits überprüft haben, wollen sie auf Nummer sicher gehen, um ungültigen Unterschriften vorzubeugen. "Wir brauchen einen Puffer, denn wir können keine Unterschriften nachliefern", sagt Stablo.
Die Bandbreite der Menschen, die das Begehren unterschrieben haben, gehe durch die ganze Bevölkerung, sagt er. "Wir spüren viel Rückenwind. Das Bedürfnis nach einer Begräbnismöglichkeit im Wald ist bei großen Teilen der Bevölkerung vorhanden", sagt er.
Einige Dörfer wie Hundheim sei man gezielt abgelaufen, könne es aber nicht bei allen Orten machen, weil es zuviel Aufwand sei. Die Initiatoren seien geschafft, aber auch erleichtert, meint er.
Wie geht es weiter? Stablo sagt, dass die Unterschriften Ende Mai Bürgermeister Andreas Hackethal übergeben werden sollen. Man wolle dies nach den Kommunalwahlen machen, damit der Bestattungswald kein Wahlkampfthema wird.
Laut Stablo wird dann von der Verwaltung geprüft, ob das Begehren zulässig und die erforderliche Anzahl an Unterschriften tatsächlich zusammengekommen ist. Dann müsse der Gemeinderat formal die Zulässigkeit des Begehrens feststellen.
Der Gemeinderat könne sich dann immer noch die Forderung der Initiative zu eigen machen und im Einvernehmen mit den Initiatoren einen Bestattungswald einrichten.
Sollte der Gemeinderat das ablehnen oder keine Einigung zwischen dem Gremium und den Initiatoren erzielt werden, kommt es zu einem Bürgerbegehren.

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