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Pastor kritisiert Bestattungswald-Befürworter

Vorwurf von Michael Jakob: Initiative verhält sich respektlos gegenüber der katholischen Kirche

(Morbach) Wirbel um das Bürgerbegehren in Morbach: Pastor Michael Jakob verwahrt sich gegen Behauptungen der Befürworter, dass die katholische Kirche keine grundsätzlichen Einwände gegen einen Bestattungswald habe. Initiator Rainer Stablo weist die Vorwürfe zurück.

23.03.2014
Christoph Strouvelle
Morbach. Der Morbacher Pastor Michael Jakob ist verärgert über die Initiative Bestattungswald Morbach. Der Grund ist eine Formulierung in den Listen, mit denen die Initiative Unterschriften sammelt, um ein Bürgerbegehren durchzusetzen. Sie lautet: "Katholische und Evangelische Kirche haben keine grundsätzlichen Einwände und gestehen jedem das Recht auf eine kirchliche Bestattung zu." Jakob kritisiert, dass damit im Namen der Kirche Werbung für einen Bestattungswald gemacht wird.
Im jüngsten Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Morbach schreibt Jakob, er habe Rainer Stablo, Gemeinderatsmitglied und einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, zweimal aufgefordert, dies künftig zu unterlassen.
Doch Stablo weigere sich, "was von Seiten unserer kirchlichen Gremien als sehr befremdend, respektlos und nicht hinnehmbar empfunden wird", schreibt Jakob. Es könne nicht angehen, dass eine Einrichtung wie die katholische Kirche, die die Förderung neu zu errichtender Ruheforste ablehne, für diese Zwecke benutzt und instrumentalisiert wird. Jakob hat bis jetzt darauf verzichtet, Rechtsmittel einzulegen, um "nicht zu dick" aufzutragen, sagt er auf TV-Anfrage. Seit 2007 sei das Verbot für katholische Priester, Menschen in Bestattungswäldern beizusetzen, aufgehoben. Die Bestattung auf Friedhöfen stelle für die Kirche trotzdem die sinnvollere Bestattungsform dar, weil der Tod hier seinen Ort näher am Leben der Menschen hat.
Daher könnten aus kirchlicher Sicht Tendenzen für neu zu errichtende Bestattungswälder nicht gefördert werden, sagt der Morbacher Pastor. Zudem kritisiert er, dass keine der drei genannten Vertrauenspersonen für das Bürgerbegehren bisher mit ihm über das Thema Bestattungswald gesprochen habe.
Stablo kann die Aufregung nicht nachvollziehen. "Ich werbe nicht mit dem Namen der katholischen Kirche, ich mache nur klar, dass diese keine Einwände hat", sagt er.
Die Formulierung im Bürgerbegehren habe er von einer entsprechenden Initiative im Nordrhein-westfälischen Olpe übernommen und durch den hinzugefügten Begriff "grundsätzlich" abgeschwächt. "Wie soll ich das im Bürgerbegehren sonst formulieren", fragt Stablo. Das Arbeitspapier "Pastorale Handreichung zum Umgang mit Tod und Begräbnis im Bistum Trier", mit dem das Bistum seinen Geistlichen pastorale Anregungen geben und in bestimmten Fragen Umsetzungen für das Bistum regeln will, interpretiert der Initiator so, dass die Kirche Bestattungswälder nicht fördert, aber auch nicht behindert.

Bislang 353 Interschriften


Mit Jakob hat er bisher lediglich E-Mails ausgetauscht. Stablo habe aber Kontakt mit dem Dekanat und dem Bistum aufgenommen, sagt er.
Insgesamt sind Stablo sowie seine Mitstreiter Bruni Kluss und Rüdiger Luckow mit dem Verlauf der Unterschriftensammlung zufrieden. In den ersten Wochen haben schon 353 Unterstützer für ein Bürgerbegehren unterschrieben. .Stablo ist zuversichtlich, bis Mitte Juni die erforderliche Anzahl von 875 gültigen Unterschriften sammeln zu können.