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Sonne, Schweiß und Geisterhände

15. Mountainbike-Marathon rund um den Erbeskopf mit 794 Teilnehmern

(Thalfang) Die Gegend rund um den Erbes kopf bleibt ein Mountainbiker-Paradies: Rund 800 Radsportler haben gestern die 37, 67 und gut 110 Kilometer langen Strecken durch Wälder und über Felder rund um den höchsten Berg von Rheinland-Pfalz bewältigt.

10.07.2016
Thalfang. "Es ist so, als hätte das Wetter für den Erbeskopf-Marathon auf Sommer umgeschaltet!" Robin Blatt strahlt, wenn er daran denkt, durch welchen Morast sich Mountainbiker im bisher verregneten Sommer schon gewühlt haben. Und nun beim Sport-Großereignis strahlt die Sonne.
"Wir sind ja schon in der Woche vor der Veranstaltung auf der Strecke, um Hecken zu schneiden, zu mähen, Schilder aufzustellen, Pfosten einzuklopfen, und da ist gutes Wetter natürlich immer super. Das hebt auch die Stimmung", erzählt der Radfahrer aus Thalfang, der in diesem Jahr als Moderator die Seiten gewechselt hat. 2015 hatte er über die 67-Kilometer-Distanz noch den dritten Platz belegt.
Allein vom ausrichtenden Verein Sportfreunde Thalfang sind rund 50 Helfer eingebunden. "Dazu kommen noch die ganzen Leute von den Feuerwehren und aus den einzelnen Orten, was man oft gar nicht so sieht", erzählt Blatt vom enormen Personalbedarf, vor allem für die Streckensicherung.
Eine dieser Freiwilligen Feuerwehren ist die von Bäsch. "Wir machen das jedes Jahr. Wir stellen einen Teil der Streckenposten, um so die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren", erzählt Janosch Zwior. "Bei uns kommen morgens die Ersten vorbei und abends die Letzten", erklärt sein Feuerwehr-Kollege Uwe Edelmann.
Aber die Bäscher haben sich auf den langen Tag eingerichtet: "Wir machen einen Stand mit Würstchen und Getränken", zeigt Zwior auf den Grill. Am Streckenrand sind Stehtische und Biertischgarnituren aufgestellt. Mit Ratschen feuern die Feuerwehrleute, Freunde, Verwandte und Bekannte die Radfahrer an.
Zum Anfeuern und Zuschauen sind auch Andrea und Wolfgang Marx aus Thiergarten mit dem Fahrrad nach Thalfang gekommen.
"Der Ursprung liegt darin, dass unser ältester Sohn mal mitgefahren ist. Er ist zwar nicht mehr mit dabei, aber wir gehen trotzdem gucken. Es ist immer interessant. Man sieht neue Räder und für die Verpflegung der Leute ist einwandfrei gesorgt", erzählt Wolfgang Marx. "So haben wir einen schönen Vormittag und vielleicht auch Nachmittag", ergänzt seine Frau.
Lob bekommen die Erbeskopf-Marathon-Macher auch von den Teilnehmern. "Dadurch, dass hier alles gut organisiert ist, reicht es, eine Stunde vor dem Start da zu sein: Startnummer abholen, warmfahren, das geht alles sehr zügig", erzählt Patrick Müller, der seit zehn Jahren mitfährt. "Schön ist, dass viele Singletrails eingebaut sind. Die Strecke ist noch attraktiver als früher", sagt der Radfahrer aus Orscholz an der Saar.
Einige Probleme gibt es bei der 15. Auflage der Thalfanger Großveranstaltung trotzdem mit dem Parcours. Auf der 67-Kilometer-Distanz verpasst ein Teil der Fahrer die richtigen Abzweigungen, findet aber wieder auf den richtigen Kurs. "Es kommt immer schon mal vor, dass sich zwei, drei Schilder wie von Geisterhand umdrehen", sagt Robin Blatt scherzhaft. teu

Die Ergebnisse folgen in der Dienstagausgabe im Sportteil.