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Zeitalter vergehen, Holz bleibt

Die Vielfalt des Rohstoffes Holz, seine Bedeutung in der Geschichte der Menschheit und für die Zukunft ist mit der Ausstellung "Dendro 2009 - Die Hunsrücker Holztage" rund um das Holzmuseum Weiperath deutlich geworden. Die Besucher staunten, was mit und aus Holz alles gemacht werden kann.

28.06.2009
Von unserem Mitarbeiter Herbert Thormeyer
Weiperath. (doth) "Dendron" ist das griechische Wort für Baum. Alle drei Jahre organisiert der Leiter des Holzmuseums Weiperath, Michael Pinter, die Großveranstaltung rund ums Holz.
 
"Wir wollen zeigen, welche Bedeutung Holz in der Vergangenheit hatte und wie sie heute im wahrsten Sinne des Wortes weiter wächst", erklärt der Museumsmann. Immer mehr Menschen entdecken den natürlichen Rohstoff als großen Wert fürs eigene Leben.
 
Mit 55 Ausstellern ist "Dendro" seit der Premiere vor drei Jahren bereits um 20 Prozent gewachsen. Vom Holzfällen bis zu der vielleicht schönsten Form der Holzverarbeitung, dem Instrumentenbau - die Nutzung von Holz ist schier unerschöpflich.
 
"Ohne Holz ist die gesamte menschliche Entwicklung nicht denkbar, vom zündenden Funken des ersten Feuers in der Höhle der Steinzeitmenschen bis zum Niedrigenergiehaus heutiger Zeit", macht Pinter deutlich.
 
Festredner Prof. Dr. Karl Keilen vom Mainzer Umweltministerium will ebenfalls das Bewusstsein um den vielfältigen Wertstoff Holz stärken. "Wir dürfen uns nicht vom Öl ausverkaufen lassen und müssen uns auf unsere heimischen Ressourcen besinnen", sagte der Ehrengast bei der Eröffnung.
 
Rund 3000 große und kleine Besucher kamen an zwei Tagen von Stand zu Stand nicht mehr aus dem Staunen darüber heraus, was alles mit Holz möglich ist. Die Aussteller erklärten viel. Von hölzernen Grabsteinen über die Zahnbürste komplett aus Holz, einer historischen Kutsche bis zu edlen Instrumenten. Vieles wurde nicht nur gezeigt, sondern die Entstehung konnten die Besucher miterleben.
 

Mehr Menschen entdecken den natürlichen Rohstoff


 
Derzeit geht das Holzmuseum mit gutem Beispiel voran und errichtet einen Fachwerkbau, in dem die ehemalige Schneidmühle Emmerich wieder zum Leben erweckt und eine 100 Jahre alte Stellmacherwerkstatt aus Gonzerath gezeigt werden soll.
 
Der gebürtige Hunsrücker Karl-Heinz Martini kam aus Bonn angereist und fand: "Das sind großartige Informationen über den Werkstoff Holz. Der ganze Hunsrück hat einen großen Bewusstseinssprung gemacht." Das Ziel von Museumsleiter Pinter, die Verknüpfung des Museums mit der Holzregion, ist wieder ein Stück näher gerückt.
 
Klar ist jetzt: Ohne Holz gäbe es keine Menschheit, keine Kultur. Zeitalter vergehen, Holz bleibt.