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13,8 Millionen Euro für die Stadt Konz

(Konz) Der Ausbau der Kinderbetreuung und die Stadtentwicklung sind die größten Posten im Investitionsprogramm für das kommende Jahr. Darunter sind auch drei prägende Projekte für die City.

11.11.2017
Christian Kremer
So viel Geld wollte die Stadt Konz schon lange nicht mehr in einem Jahr ausgeben: 13,8 Millionen Euro enthält der aktuelle Entwurf für das städtische Investitionsprogramm allein für 2018.

Größter Posten Ein großer Anteil der geplanten Investitionen fließt in Kitas und Grundschulen. Geplant ist unter anderem der Ausbau der Kita im Konzer Stadtteil Könen, der insgesamt 3,2 Millionen Euro kostet (siehe Info). Der Eigenanteil der Stadt liegt laut Investitionsprogramm bei 1,9 Millionen Euro und ist damit der größte Posten darin.

Kitas Kindergärten sollen auch in anderen Konzer Stadtteilen erneuert werden. Oberemmel soll eine vierte Gruppe bekommen (städtischer Anteil: 570.000 Euro), das Haus für Kinder soll saniert werden (100.000 Euro), die St.-Helena-Kita in Roscheid (230.000 Euro) und die Lorenz-Kellner-Kita in Karthaus ebenfalls (260.000 Euro für 2018). Ein strittiger Punkt bei diesem Projekt ist die Sanierung oder der Neubau einer Turnhalle an dieser Stelle. Die Fraktionen wollen zuerst überprüfen, wie die anderen Turnhallen in Karthaus genutzt werden. Schließlich gebe es dort drei Hallen, darunter eine ganz neue an der Grundschule St. Johann. Wenn die Räume nicht ausgelastet seien, müsse hinterfragt werden, ob die Kita Lorenz Kellner überhaupt eigene Räume brauche.

Grundschulen Neben den Kleinsten sollen auch die Schulkinder in der Stadt von den geplanten Investitionen profitieren. Das ambitionierteste Projekt in diesem Bereich dürfte die geplante energetische Sanierung und Erweiterung der Grundschule in Könen werden. 280.000 Euro stehen in dem 2018er-Programm - nicht für den Bau, sondern nur für die Planung der Sanierung. Laut dem künftigen Konzer Bürgermeister Joachim Weber ist ein Planungswettbewerb möglich. Deshalb sei der Ansatz im Investitionsprogramm so hoch. Beschlossen sei jedoch noch nichts.

Zudem sind 370 000 Euro für die Erweiterung des Lehrerzimmers und die Schaffung eines Büros in der Grundschule St. Johann in Kar thaus eingeplant, mit 500.000 Euro 2018 und 400.000 Euro 2019 schlägt die Sanierung der Grundschule in Konz Oberemmel zu Buche.

Stadtentwicklung Größere Ausgaben plant die Stadt Konz auch im Rahmen der Stadtentwicklungsprogramme Aktive Stadt und Soziale Stadt. Beide Programme gehen 2018 ins siebte Jahr und auf die Zielgerade. Zehn Jahre laufen sie insgesamt. Bei Aktive Stadt stehen deshalb gleich acht Projekte im Programm: Die Planungskosten von 600 000 Euro für das Gebäude der Stadtbibliothek in der Konstantinstraße 50 sind dabei der größte Posten. Weitere stadtprägende Projekte wie die Umgestaltung der Saarpromenade (370 000 Euro), der Bau eines Parkplatzes an der Brienonbrücke (350 000 Euro) und die Umgestaltung des Maiersparks (180 000 Euro). Alle drei Projekte wurden dieses Jahr im Bauausschuss vorgestellt (der TV berichtete).

Im Rahmen von Soziale Stadt Karthaus sind die Umgestaltung des Brunoplatzes (420.000 Euro) und die Neugestaltung des Umfelds der evangelischen Kirche (200.000 Euro) die teuersten Projekte. Insgesamt sind Ausgaben für zehn Projekte in Karthaus geplant.

Straßenbau Die Stadtstraßen sind vor allem im Konzer Zentrum marode. Deshalb sind für das Wohngebiet Berendsborn (1,4 Millionen Euro) und den Bereich rings um die Olkstraße (1,5 Millionen Euro) hohe Ausgaben geplant.

Baugebiete Teuer ist auch der Endausbau des Wohngebiets Pferdsgarten in Könen. Dafür sind wahrscheinlich knapp 1,5 Millionen fällig. 380 000 Euro stehen für Grunderwerb in Oberemmel in dem Investitionsprogramm. Dort soll das kleine Baugebiet Petschel II entstehen.
 

Kita Könen: Sieben statt fünf Gruppen

Statt fünf Gruppen sollen im Könener Kindergarten St. Amandus künftig sieben Gruppen untergebracht werden, so dass dort mehr als 135 Kinder betreut werden können. Der Baubeginn ist für Ende Juli 2018 vorgesehen, Ende 2019 soll das Projekt abgeschlossen werden. Bis dahin müssen weiterhin mehrere Gruppen in Containern und temporär auch im benachbarten Bürgerhaus untergebracht werden. Der von der Stadt beauftragte Architekt Frank Heinz hat in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses den Zeitplan vorgestellt und die hohen Kosten von 3,2 Millionen Euro erläutert. Heinz musste seine Planung mehrfach umwerfen, weil der "schlechte Baugrund" am Kindergarten eine reine Aufstockung des Kitagebäudes nicht zugelassen habe. Nun sei ein Anbau mit Aufstockung geplant, um die zusätzlichen notwendigen Räume zu schaffen. Die Details der Planung sollen laut dem Könener Ortsvorsteher Detlef Müller-Greis (FWG) bei der nächsten Sitzung des Könener Ortsbeirats am Montag, 13. November, 19 Uhr, im Gasthaus Sturm, Könener Straße 8, vorgestellt werden.



Meinung

Konsequenter Kurs in die Zukunft

Der Bauausschuss der Stadt Konz hat ein ambitioniertes Investitionsprogramm aufgelegt, aus dem sich die Prioritäten der Konzer Stadtpolitik ablesen lassen. Die Fraktionen sind sich weitestgehend einig, dass Geld in Schulen, Kitas und Straßen investiert werden muss. Auch die Notwendigkeit der Förderprogramme Aktive Stadt und Soziale Stadt wird akzeptiert. Allerdings bleibt zu bezweifeln, dass wirklich alle Projekte auf der Liste wirklich 2018 umgesetzt werden. Viele der Projekte werden in den Folgejahren wieder auftauchen. Bei den Projekten, die im Rahmen der Städtebauförderprogramme auftauchen, sind sie allerdings wegen des befristeten Förderzeitraums nicht mehr allzu lange verschiebbar. Deshalb müssen sich die Politiker und die Verwaltung sputen - und um des Sparens willen müssen sie sich vielleicht auch von dem ein oder anderen geliebten Projekt verabschieden.

c.kremer@volksfreund.de