B419: Luxemburgischer Wasserversorger verlegt Leitungen bei Temmels
Tausende Autofahrer müssen sich noch eine Woche lang auf eine Ampel einstellen. Die B419 zwischen Oberbillig und Temmels bleibt teilweise gesperrt. Der luxemburgische Wasserversorger Sidere schließt sein Netz an die deutschen Wasserleitungen an.
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Ampel auf der B.419: Der Moselradweg wird auf einer Spur der Bundesstraße an der Baustelle des luxemburgischen Wasserversorger-Verbandes Sidere vorbeigeführt.
Foto: Christian Kremer
Besonders in den Hauptverkehrszeiten kostet die Ampel auf der B.419 Nerven. Obwohl nur ein kurzes Teilstück der Bundesstraße seit einer Woche gesperrt ist, sind die Wartezeiten zum Teil sehr lang. Der Grund: Der luxemburgische Wasserversorger-Verband Sidere verlegt Leitungen auf der deutschen Seite. Deshalb ist der Moselradweg zwischen Oberbillig und Temmels teilweise gesperrt, und die Radfahrer werden auf etwa 200 Metern über eine Spur der B.419 umgeleitet. Der motorisierte Verkehr wird per Ampelschaltung einspurig an dem provisorischen Radweg vorbeigeführt.
Sidere-Direktor Alain Bourmer bedauert auf TV-Anfrage die Verkehrsbehinderungen: „Ich selbst stand schon eine halbe Stunde auf dem Weg zur Baustelle im Stau.“ Die Sperrung sei vermutlich noch eine Woche lang notwendig. Eine Genehmigung hat der Landesbetrieb Mobilität bis zum 17. August erteilt. „Wir geben auf jeden Fall Gas“, beteuert Bourmer.
Der Sidere nutzt mit dem Projekt auf deutscher Seite die tariflich geregelten Bauferien in Luxemburg. Von Ende Juli bis Ende August liegen alle Tief- und Hochbauarbeiten im Ländchen still, und die Arbeiter dürfen Urlaub machen.
In Deutschland gilt diese Regelung für luxemburgische Firmen nicht. Deshalb kann der Sidere mit den Bauarbeiten bei Temmels ein drei Millionen Euro teures länderübergreifendes Projekts abschließen: Der Osten Luxemburgs soll künftig mit Trinkwasser der Verbandsgemeindewerke Konz versorgt werden. Die Vorbereitungen auf deutscher Seite sind schon seit April abgeschlossen – unter anderem wurde der Hochbehälter in Wasserliesch für eine Million Euro erneuert.
Der Sidere hat schon eine Leitung unter der Mosel durchgeführt und schließt sie jetzt noch an das Konzer Netz an. Weil dazu Schachtarbeiten auf dem Moselradweg notwendig sind, hat der Sidere eine Rampe für Radfahrer aufgebaut, die zu dem provisorischen Radweg auf der B.419 führt. Sind die Leitungen zusammengeführt, werden täglich eine Million Liter Wasser über die Grenze gepumpt.
Das Gesamtprojekt muss bis spätestens Oktober abgeschlossen werden, damit die Beteiligten EU-Fördergeld in Höhe von 844.000 Euro bekommen. Das Fördergeld stammt aus einem speziellen Topf für grenzübergreifende Projekte.
Extra: Wasserverkauf nach Luxemburg
Die Wasserversorgung Saar-Obermosel (WSO) verkauft ab Oktober täglich 1000 Kubikmeter Wasser an den luxemburgischen Verband Sidere. An der WSO sind die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg sowie der Kreis Trier-Saarburg beteiligt. Der Sidere zahlt pro Kubikmeter 1,09 Euro an die Deutschen und verkauft das Wasser über seine Verteilnetze an seine Mitgliedergemeinden. Von diesen beziehen die Verbraucher das Wasser über die Ortsnetze zu einem Kubikmeterpreis von 2,10 bis 3,10 Euro. In der VG Konz zahlen die Verbraucher 1,90 Euro pro Kubikmeter. cmk/daj
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