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Freundschaft geht durch den Magen

Nachbarschaftsfest in Wellen: Ortsbürgermeister ist neuer Ehrenbürger von Grevenmacher

(Wellen) Was vor Jahresfrist auf Luxemburger Seite begann, wurde diesmal in Wellen fortgesetzt. Die Nachbarn, die sich zutiefst verbunden fühlen, rückten noch näher zusammen. Der Grevenmacher Bürgermeister Leon Gloden ernannte den Wellener Ortsbürgermeister zum Ehrenbürger seiner Stadt.

23.05.2016
Herbert Thormeyer
Wellen. Da staunte Hans Dostert nicht schlecht. Der Wellener Ortsbürgermeister wurde beim Nachbarschaftsfest von seinem Amtskollegen aus Grevenmacher, Leon Gloden, zum Ehrenbürger der Stadt am gegenüberliegenden Moselufer in Luxemburg ernannt. So eng ist die Freundschaft über den Fluss hinweg inzwischen gewachsen. Die offizielle Ernennung mit Urkunde soll noch folgen.

Gedenken an Mitstreiter


Aber es gab auch einen traurigen Moment. "Wir gedenken Aly Gary, dem verstorbenen Präsidenten der Integrationskommission", sagte Dostert. Was aus dessen Bemühen gewachsen ist, darauf könne er stolz sein.
Nach dem Auftakt im letzten Jahr in Grevenmacher ("Echte Freunde, im europäischen Geist verein", TV vom 1. Juni 2015) hob diesmal Dirk Dostert den Taktstock vor dem Musikverein Wellen. Gespielt wurde symbolträchtig "Bridge over troubled Water" von Simon und Garfunkel. Auf allen Tischen, an denen den ganzen Tag über 350 Menschen saßen, standen kleine Fähnchen von Deutschland, Luxemburg und Europa. Viele von ihnen nutzten das Dorfmobil aus Mannebach zum Anreisen und Heimkehren.
Dreisprachig, auf Luxemburgisch, Deutsch und Englisch, wurde das Essen angeboten, untermalt vom Musikverein Grevenmacher mit Dirigent Volker Biwer aus Kirf und dem Gesangverein, der von Martin Elmquist geleitet wird. Dieser wohnt in Wellen und ist gebürtiger Däne, also Europäer, wie er im Buche steht. "Das alles zusammen soll zeigen, wie verbunden wir sind", sagt der Grevenmacher Bürgermeister Leon Gloden mit Stolz. Und ganz selbstverständlich geht hier die Freundschaft durch den Magen.
Die Grevenmacher Musikerin Lea Miller meint: "Es ist mir eine Ehre, hier in Wellen zu spielen." Die beiden Vereine müssten viel öfter zusammen spielen. Und das taten sie dann auch, ganz spontan und mit viel Freude.
Früher war Heinz Berg auch Musiker (Posaune). Der 78-Jährige aus Wellen freut sich über die Gesamtentwicklung: "Dass wir alle so schön zusammen feiern, das ist super." Er fühle sich als Wellener eins mit Luxemburg. Die Mosel trenne dabei nicht, sondern führe zusammen.
Extra
Der Kalkstein wiegt 59,1 Kilogramm. Bei der Schätzung am nächsten dran war Kai Zhan aus Grevenmacher mit 62,5 Kilogramm, gefolgt von Jutta Kloß aus Nittel mit 55 Kilogramm und Luuk Kolsema aus Wellen mit 65,25 Kilogramm. doth

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