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Hilfe, die Vollsperrung kommt!

(Konz) Die Arbeiten am nächsten Bauabschnitt an der K 134 beginnen am Montag. Viele Autofahrer haben Angst, dass sie in der Konzer Innenstadt ein Verkehrschaos verursachen. Einer von ihnen legt sein eigenes Umleitungskonzept vor.

17.06.2017
Christian Kremer
Konz 10 000 Fahrzeuge täglich. Diese Zahl beunruhigt zurzeit viele Konzer. Denn diese Autos können in den kommenden zwölf Monaten weder auf die Domänenstraße (K 134) noch auf die Umleitungsstrecke, den Wirtschaftsweg am Asylbewerberheim, ausweichen. Wenn die Arbeiten am dritten Bauabschnitt der meistbefahrenen Kreisstraße im Landkreis Trier-Saarburg beginnen, gilt eine Vollsperrung. Die improvisierte Baustellenumfahrung aus dem zweiten Abschnitt fällt weg.

Die Arbeiten Die Straße wird zwischen dem Freizeittreff Fahl und der Bahnbrücke Richtung Karthaus ausgebaut. Während der Landesbetrieb Mobilität (LBM) für die Erneuerung der Fahrbahnen verantwortlich ist, lässt die Stadt Konz einen neuen Bürgersteig anlegen. Die Verbandsgemeindewerke erneuern ebenfalls Leitungen. Das kostet insgesamt etwa 2,6 Millionen Euro, wird zu 70 Prozent vom Land gefördert und soll bis Ende Juni 2018 dauern.

Auswirkungen Die Vollsperrung ist laut LBM notwendig, weil die Straße nicht breit genug ist, um den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeizuführen. Durch die Vollsperrung werde die Bauzeit verkürzt, sagt Ralf Jakobs vom LBM.
Die Umleitung verläuft über die Schillerstraße, Granastraße, Luxemburger Damm, B 51, Trierer Straße, Merzlicher Straße, Brücke Karthaus und umgekehrt (siehe Grafik). Sie greift ab Montag, 19. Juni. Um den Kreisverkehr des Paul-Magar-Platzes zu entlasten, wird die Konrad-Adenauer-Straße für den Durchgangsverkehr freigegeben. Außerdem werde in einzelnen Bauphasen an der Bahnbrücke in Karthaus eine Ampelregelung notwendig.

Reaktion von Autofahrern Viele Autofahrer aus Konz befürchten, dass die Konzer Innenstadt wegen der Sperrung der K 134 heillos überlastet wird. Das Verkehrschaos in der Schillerstraße sei unvermeidbar. In dem Nadelöhr sind schon jetzt laut einer kürzlich veröffentlichten Studie täglich 17 000 Fahrzeuge unterwegs ("Nur ein Tunnel hilft der Stadt", TV vom 8. April). Auch die parallele Sperrung der Karthäuser Hauptstraße wird von den Kritikern immer wieder herangezogen. Vor allem auf Facebook entlädt sich der Ärger, der zwischenzeitlich größer wurde.
Der Grund: Die Straße wurde nach Abschluss der Bauarbeiten am zweiten Bauabschnitt im Mai nicht bis zu Beginn der Arbeiten am dritten Bauabschnitt freigegeben ("Arbeiter gehen, Sperrung bleibt", TV vom 24. Mai).
Kreativer Lösungsvorschlag Die Reaktionen der Autofahrer fallen aber nicht nur destruktiv aus. Der Konzer Christian Steil, der jeden Tag von Roscheid aus Richtung Trier pendelt, hat sich mit einem eigenen Vorschlag zur Verkehrsführung während der Sperrung an den TV gewandt. Er schlägt vor, die Ampel an der Einmündung der Schiller- in die Granastraße provisorisch abzuschalten und das Linksabbiegen aus der Schiller- in die Granastraße zu verbieten. Die Autos würden so - ohne Rotphase - Richtung Möbel-Martin-Kreisel und B 51 Richtung Trier weitergeleitet, die Granastraße würde Richtung Konzerbrück zur Einbahnstraße. Für Fußgänger müsste laut Steil ein provisorischer Zebrastreifen eingerichtet werden.

Reaktion der Verwaltung Verwaltungssprecher Michael Naunheim hält Steils Ansatz für eine "kreative Lösung". Der Vorschlage könne sich zwar positiv auf den Weg von Roscheid nach Trier auswirken, gleichzeitig könnten aber Probleme für andere Verkehrsteilnehmer entstehen, sagt Naunheim. "Die Nachteile werden dann nur verlagert." Konkret bestehe die Gefahr, dass sich in der Gegenrichtung durch die Sperrung der Granastraße erheblicher Schleichverkehr über die Straße Am Markt in Richtung der Innenstadt einstelle. Vor allem für Busse und Laster sei das keine realistische Option.
Zusätzlicher Verkehr sei auch zwischen der Schillerstraße und dem Kreisel am Koksijder Platz (Blaue Säule) und auf der Straße Luxemburger Damm und im Möbel-Martin-Kreisel zu erwarten. Das könne zu Überlastungen in Spitzenzeiten führen.
Kommentar
Meinung
Augen zu und durch

Es ist soweit. Die Kreisstraße 134 wird voll gesperrt - richtig, ohne improvisierte Umfahrung. Das wird die in Stoßzeiten ohnehin angespannte Verkehrssituation in der Konzer Innenstadt verschärfen. Da sind sich alle einig. Die Devise kann deshalb nur sein: Augen zu und durch! Wer nicht im Stau stehen möchte, muss sein Auto wohl oder übel, soweit wie möglich, in der Garage stehen lassen. Denn eine reelle Möglichkeit, den Verkehr umzuleiten, scheint trotz kreativer Ideen nicht in Sicht zu sein. c.kremer@volksfreund.de
Extra: VERSTÖßE GEGEN DURCHFAHRTSVERBOT

Mehrere Autofahrer haben sich in den vergangenen drei Wochen nicht an die Vorgaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) und der Verbandsgemeinde Konz gehalten. Immer wieder sind Fahrzeuge an der Absperrung vorbei über die fertig ausgebaute Straße zwischen dem Lidl-Kreisel und dem Sportzentrum Fahl gefahren. Das belegen Videos und eine Vor-Ort-Recherche des Trierischen Volksfreunds. Der Leiter der Konzer Polizeiwache, Armin Görgen, sagt auf TV-Anfrage, dass es zwar Kontrollen, aber keine massiven Beanstandungen gegeben habe. Er verweist auch darauf, dass sich die Autofahrer an solche Durchfahrtsverbote halten müssen. Görgen kündigt an: "Wir werden die Situation im Auge behalten."