aus unserem Archiv vom 04. Oktober 2012

Konz kämpft gegen das Schilderchaos

Barbara Cunietti

Der Konzer Stadtrat hat Richtlinien für Größe, Anzahl und Art von Werbeanlagen in der Innenstadt festgelegt. Für den Bau der neuen Mensa in der St-Johann-Grundschule vergab der Rat einen weiteren Auftrag.

Konz. Überdimensionierte Plakate und Laufschriften gehören nicht mehr an die Häuserfassade der Konzer Innenstadt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat eine Satzung beschlossen, die bestimmt, wie Werbeanlagen an privaten Grundstücken aussehen müssen. Gemeint ist Werbung wie Schilder oder Fahnen, die auf Gewerbe oder Veranstaltungen hinweisen.
"Wir brauchen eine Regelung", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden, "bis jetzt hat jeder nach Laune Werbung aufgestellt." Dadurch entstehe ein unruhiges und unordentliches Stadtbild. Ziel des Beschlusses ist nämlich, "Fehlentwicklungen aus dem Stadtbild herauszuhalten".
Größe und Art der ortsfesten Werbeanlagen sind nun festgelegt. Sie müssen dezent sein und sich dem Gebäude unterordnen. Zum Beispiel müssen sie farblich an die Fassade angepasst sein, an der sie angebracht werden. Maximal dürfen sie ein Drittel der Breite der Fassade haben.
Verboten sind insbesondere Leuchtkästen, Laufschriften oder Werbungen mit wechselndem Licht. Was schon besteht und den Regeln nicht entspricht, muss nicht verändert werden. Wer aber neue ordnungswidrige Werbeanlagen errichtet und dafür keine Genemigung hat, muss eine Geldbuße bis zu 5000 Euro bezahlen. Die Richtlinien wurden in verschiedenen Bauausschüssen erarbeitet. Dabei hat die Stadt Trier Hilfestellung gegeben.
"Die Satzung fand Zuspruch von allen Fraktionen", sagte der Bürgermeister. Und auch im Stadtrat stimmten alle Mitglieder dafür. "Es gibt auch seitens des Gewerbevereins keine Probleme", sagte Ernst Holbach, Vorsitzender des Konzer Stadtmarketingvereins. "Die Geschäftsleute haben genug Spielraum, um ihre Werbungen zu gestalten."
Ohne Diskussionen und einstimmig wurde auch die Vergabe einiger Sanierungsarbeiten an der Mensa der St-Johann-Grundschule beschlossen. Es geht um Arbeiten im äußeren Bereich der Mensa wie den Bau der Zugänge. Den Auftrag bekam eine Firma aus Saarburg, die mit 128 000 Euro das günstigste Angebot vorgelegt hatte.
Die Kinder der Grundschule benutzen zurzeit eine provisorische Mensa im Kloster Karthaus. Seit Monaten wird an der neuen Mensa gearbeitet, insgesamt kostet das Projekt rund 1,6 Millionen Euro.
Kosten in Höhe von rund 464 000 Euro wird die Sanierung der Dächer im Freilichtmuseum Roscheider Hof verursachen. "Es tropft nicht nur rein, sondern es regnet regelrecht rein", sagte Karl-Heinz Frieden. Auch mit dieser Investition stimmten die Mitglieder des Stadtrates überein.
Extra
Innenstadtbereich: Die Reglementierung der Werbeanlage betrifft nur die Innenstadt von Konz. Sie erstreckt sich im Norden bis unmittelbar zum Minikreisverkehr Granastraße, im Osten über die Bahnstraße bis zur Michael-Scherer-Straße/An der Lichtsmühle, im Süden bis zur Wiltingerstraße/Niedermenninger Straße, im Südwesten bis zum Bahnhof und im Westen bis zur Saarstraße/Granastraße. bc
Extra
Weitere Pläne: Die Bebauungspläne für den Mittleren Weinbergsweg, Roscheid V und Konzerbrück wurden einen Monat lang öffentlich ausgelegt. Der Stadtrat hat die Stellungnahmen von Bürgern und Behörden zur Kenntnis genommen und beschloss die Pläne ohne wesentliche Änderungen einstimmig. bc

 


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