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Nach dem Messerangriff: Konzer diskutieren über Polizei vor Ort

(Konz) Von den beiden Männern, die am Mittwoch einen Autofahrer in Konz mit einem Messer attackiert haben sollen, fehlt jede Spur. Während die Ermittlungen laufen, keimt im Internet Kritik an der Besetzung der Polizeiwache vor Ort auf.

15.01.2016
Christian Kremer

Nach dem Messerangriff in Karthaus, bei dem zwei Männer am Mittwochmorgen mitten in Karthaus einen Autofahrer überfallen und schwer verletzt haben sollen, will die Polizei weiterhin keine Details zu den Hintergründen der Tat bekanntgeben. Die Kriminalpolizei ermittele weiter, sagt Polizeisprecher Karl-Peter Jochem auf TV-Anfrage. Am Freitagmorgen seien Beamte vor Ort gewesen, um weitere Nachbarn zu befragen. „Darüber hinaus haben Ermittler Flugblätter mit einem Zeugenaufruf an Anwohner und Passanten verteilt“, erklärt Jochem gegenüber dem TV. Die Kripo hat unter der Telefonnummer 0651/9779-2480 ein Hinweistelefon eingerichtet.

„Der 27-jährige Geschädigte befindet sich noch im Krankenhaus, ist aber nicht in Lebensgefahr“, sagt Jochem. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er derzeit keine detaillierteren Angaben machen, begründet er die restriktive Informationspolitik. In der Stadt Konz werden nach der Messerattacke die Rufe nach mehr Polizeipräsenz wieder laut. „Also ich bin dafür, dass die Polizeiwache in Konz rund um die Uhr besetzt bleibt, eine Stadt wie Konz braucht eine Polzei vor Ort“, schreibt Sascha Berweiler, der das Westwallmuseum in der Granastraße betreibt in mehreren konzspezifischen Facebook-Gruppen. Etliche Konzer unterstützen ihn im Internet. „Bin zwar dafür, aber das wird leider nicht möglich sein. Jahrelang wurden Stellen gekürzt“, schreibt zum Beispiel ein anderer Facebook-Nutzer. 

Kritik: Zu weite Anfahrt

Andere spielen auf die steigende Zahl der Einbrüche an. Ein Kritikpunkt ist, dass die Beamten außerhalb der Dienstzeiten der Konzer Wache oft aus dem 20 Kilometer entfernten Saarburg nach Konz anrückten und mit großer Verzögerung am Einsatzort ankämen. Die Kritik ist nicht neu: Forderungen nach erhöhter Polizeipräsenz in Konz gibt es schon lange (siehe Extra).
Auf TV-Anfrage erläutert Polizeisprecher Jochem, dass die Öffnungszeiten der örtlichen Polizeiwache aufgrund der Belastungszahlen bereits vor längerer Zeit erweitert worden seien. Konkret sind 2012 zwei neue Beamte dazugestoßen. Seitdem ist die Wache mit 13 Polizisten besetzt, die im Schichtdienst von Montag bis Freitag von 7 bis 21 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr vor Ort sind. „Außerhalb dieser Zeiten befindet sich grundsätzlich eine Streifenwagenbesatzung der Polizeiinspektion Saarburg im Bereich Konz und nimmt die dort anfallenden Aufgaben wahr“, sagt Jochem. Im Notfall komme Unterstützung von der nahe gelegenen Polizeiinspektion Trier. Bei dem Messerangriff seien Polizei und Rettungsdienst innerhalb weniger Minuten nach dem Notruf am Tatort gewesen, betont Jochem. „Die Sicherheit in der Region Trier ist somit auch in Zukunft auf hohem Niveau von der Polizei gewährleistet“, lautet sein Fazit. 

Wegen der großen Anzahl der Flüchtlinge in den Kommunen unterstütze das rheinland-pfälzische Innenministerium das Polizeipräsidium Trier seit November zudem mit zusätzlichen Streifen der Bereitschaftspolizei. Eine dieser Streifen ist laut Jochem auch für den Bereich Konz zuständig.
Extra: Politische Diskussion
Die Konzer Kommunalpolitik hat mehrfach gefordert, dass die Polizeipräsenz in Konz erhöht wird. 2010 und 2011 hat eine Mehrheit aus CDU, FWG und FDP den Vorschlag gemacht, im Karthäuser Bahnhof eine Polizeiinspektion (PI) einzurichten, die auch für Trier-Süd zuständig sein sollte. Das zuständige rheinland-pfälzische Innenministerium hatte abgewunken. Das Land hat entgegen der Konzer Vorschläge an den Plänen für die PI in der ehemaligen Post am Trierer Bahnhof festgehalten. In Konz wurden nur zwei neue Beamte eingesetzt, um die Präsenzzeiten zu erweitern. cmk

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