aus unserem Archiv vom 16. September 2012

"Soziale Stadt": Karthaus will näher an die Mosel rücken

Dorothee Quaré

Wenn es nach den Karthauser Bürgern geht, dann soll es an der Mosel bald mehr Plätze und Bänke zum Verweilen, Grillstellen und Zugang zum Wasser geben. Um die Umgestaltung des Uferbereichs bis zum Jachthafen ging es bei der Bürgerbeteiligung im Rahmen des Programms Soziale Stadt Karthaus.

Konz. Was wünschen sich die Menschen aus Konz-Karthaus für die Zukunft ihres Ortes? Mehr Aufenthaltsflächen an der Mosel, Grillstellen oder Fußball- und Beachvolleyballfelder erhofft sich etwa der Türkische Elternverein Konz. Damit ist er nicht allein: Knapp zwei Dutzend Bürger sind im Rahmen des Programms Soziale Stadt Karthaus beim Jachthafen erschienen und haben ihre Wünsche geäußert, darunter auch Vertreter von Vereinen wie dem Wassersportclub. "Gemeinsam haben wir eine Begehung gemacht", berichtet Anwohnerin Gisela Krämer.

Skateplatz und Grillstellen


"Ich finde es gut, dass wir Spiel- und Ruhebereiche bekommen sollen." Eines ihrer Anliegen: "Wie viele Karthauser gehe ich oft durch den Durchgang Merzlicher Straße, der wirklich nicht sehr schön ist." Aber rechts und links davon verbringen Leute - junge genau wie ältere - gern ihre Abende. Sie regt dort Rastplätze mit Grillstellen und Mülleimern an. Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz, schwebt ein Skateplatz an der Mosel vor. "Die Jugendlichen treffen sich dort sowieso gern, und sie brauchen Treffpunkte." Es gehe darum, das Moselufer für den Stadtteil zurückzugewinnen.
"In den Gruppen haben wir uns sehr intensiv ausgetauscht", sagt Quartiersmanager Dominik Schnith. Häufig geäußert worden sei der Wunsch, Möglichkeiten zu schaffen, zum Wasser zu kommen. Auf einem Plakat sind die Wünsche und Ideen festgehalten worden. "Wassertretbecken" und "Beachplatz mit Liegen" verkünden kleine bunte Zettel. Auch Minigolf, Kunst, Beleuchtung und Toiletten sind angeregt worden.
"Die Grünfläche sollte nicht so sehr vom Radweg durchschnitten werden. Wenn man ihn vom Ufer wegnimmt, kann man dieses besser gestalten", sagt Schnith. Dem am Projekt beteiligten Landschaftsarchitekten Klaus-Dieter Aichele schwebt ein weitläufiges Konzept mit dezentralen Schwerpunkten vor - der zu gestaltende Bereich an der Mosel ist immerhin fast zwei Kilometer lang. "Ein Problem ist der Überschwemmungsbereich", sagt er. Das Wasser- und Schifffahrtsamt müsse entscheiden, welche Projekte genehmigungsfähig seien.
"Wir werden die Wünsche der Bürger bündeln, fachlich bewerten und dann Rückmeldung geben", sagt Sven Fries vom beauftragten Stadtberatungsbüro. Ein Feedbacktermin sei für Anfang November vorgesehen. "Wir werden den Bürgern dann auch erläutern, warum sich manche Wünsche nicht umsetzen lassen", ergänzt er. Die Planung solle dieses Jahr noch fertig werden, die Umsetzung könne im Herbst kommenden Jahres beginnen. "Die Maßnahmen in dem Bereich Unterführung Merzlicher Straße bis Unterführung Möbel Martin können möglicherweise im nächsten Jahr schon komplett umgesetzt werden", sagt Klaus-Dieter Aichele. Und für einige Anregungen könnte dies noch schneller gehen: "Wir werden in den nächsten Wochen prüfen, ob auch Sofortmaßnahmen möglich sind", sagt Sven Fries. So könnte es am Konzer Moselufer vielleicht bald weitere Mülleimer und Bänke sowie die eine oder andere Grillstelle geben. DQ
Extra
Mehr als hundert Bürger hatten bereits am Freitag im Klosterpark ihre Vorschläge eingebracht. So soll der Bach wieder freigelegt werden. Gewünscht werden auch Spieplätze, barrierefreie Wege, Sitzplätze im Schatten, Blumenwiesen und Beleuchtung. An der Südost ecke der Albanstraße soll noch ein Zugang zum Park eingerichtet werden. Im Haushalt der Stadt Konz sind für dieses Jahr 295 000 Euro für das Förderprogramm Soziale Stadt Kar thaus eingeplant. Priorität haben die Neugestaltung der Hauptstraße in Karthaus, die Verschönerung des Klosterparks und die Aufwertung des Moselufers. DQ

 


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