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Staatsanwalt: Ertappter Einbrecher ist zum Mörder geworden - Prozessauftakt

(Trier/Konz) Ein 41-jähriger Mann aus Konz muss sich seit Donnerstag wegen Mordes vor dem Landgericht Trier verantworten. Der Mann soll bei einem Einbruch eine Rentnerin getötet haben, die ihn auf frischer Tat ertappt hat. Die Frau des mutmaßlichen Täters ist ebenfalls angeklagt – wegen Diebstahls.

18.02.2016
Christian Kremer
Angesichts von mehr als 150.000 Einbrüchen pro Jahr in Deutschland ist es wohl der Alptraum von vielen: Ein Geräusch, man schreckt nachts auf. Der Weg führt einen durch das Haus, sein eigenes Zuhause. Plötzlich taucht ein Maskierter auf. Der Schrecken ist riesig. 

Die meisten Einbrüche enden anders, doch eine 63-jährige Rentnerin aus Konz hat laut der Trierer Staatsanwaltschaft so wie geschildert wohl die letzten Minuten ihres Lebens erlebt. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August soll ein 41-jähriger Mann, ebenfalls aus Konz, in ihr Haus eingebrochen sein. Die Rentnerin habe den Mann dann auf frischer Tat ertappt.

Staatsanwalt Wolfgang Barrot rekonstruiert am Donnerstag im Landgericht Trier bei der Anklageverlesung, wie die Frau aus dem Schlaf aufgeschreckt sei. Dann habe sie den Einbrecher in ihrem Haus gesehen. Sie habe ihm eine Skimaske vom Kopf gerissen, sagt Barrot. Der Angeklagte habe sie jedoch niedergerungen, sich mit vollem Gewicht auf sie geworfen und die Rentnerin dann erwürgt. 

Dass die Anklage Mord und nicht Totschlag lautet, begründet Barrot folgendermaßen: Der 41-Jährige habe mit dem Gewaltverbrechen den Einbruch vertuschen wollen. Zudem habe er aus Habgier gehandelt. 

„Er wusste, dass sie (das Opfer) über große Mengen Bargeld verfügt“, sagt Barrot. Das Geld habe der 41-Jährige stehlen und nutzen wollen, um aus Deutschland auszuwandern. Auf diesen Vorwürfen beruht die Mordanklage. Ebenfalls angeklagt ist die Ehefrau des 41-Jährigen, eine 37-jährige Frau aus Konz. Sie ist die Ex-Schwiegertochter des Opfers. Sie soll zwar nicht an dem Mord beteiligt gewesen sein, aber den Einbruch mitgeplant haben. Der Prozess wird am 9. März fortgesetzt. 

Mit Blick auf den Fall rät ein Polizeisprecher auf TV-Anfrage, dass Einbruchsopfer „so schnell wie möglich die Polizei alarmieren“ sollen. Eine unmittelbare Konfrontation mit dem Täter sei hingegen unkalkulierbar und könne „die negativen Folgen für das Opfer vergrößern“.  
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