Die Polizei spricht von einem sehr ruhigen Konzer Heimat- und Weinfest. Stadt, Winzer und Schausteller ziehen angesichts des schlechten Wetters ein durchwachsenes Fazit. Vereinzelt kommt Kritik auf.
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Konz. Trotz des vielen Regens haben nach Schätzungen der Stadtverwaltung insgesamt 25 000 Besucher beim Konzer Heimat- und Weinfest vier Tage lang gefeiert. Das seien circa 5000 Besucher weniger als im Vorjahr. Der TV hat bei den Beteiligten nachgefragt, wie es gelaufen ist.
Bilanz der Polizei: Ungemütlich war nicht nur das Wetter. Unangenehm wurde es auch für einen Besucher des Konzer Heimat- und Weinfests am frühen Dienstagmorgen. Als die Polizei zu einer Rangelei hinzukam, leistete der 23-Jährige Widerstand und versuchte nach den Beamten zu treten. Ein Diensthund biss dem Mann daraufhin in den linken Fuß. Nach Angaben der Polizei zog er sich eine leichte Bisswunde zu und wurde noch vor Ort behandelt.
Insgesamt sei das Fest aber ruhig verlaufen, sagt Markus Kohl von der Polizeiinspektion Saarburg. Zwar habe es drei Körperverletzungen gegeben, "angesichts der Größe der Veranstaltung und der Masse an Menschen ist das aber eine positive Bilanz." Zwei Autofahrer, die zu viel getrunken hatten, erhielten ein Fahrverbot, einem Fahrer, der Drogen genommen hatte, wurde der Führerschein entzogen.
Bewertung der Stadtverwaltung: "Man kann sich nicht einmal mehr auf das Wetter verlassen. Das hat uns in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Finanziell gesehen hat die Stadt etwa 8000 Euro Verlust gemacht - wie in jedem Jahr.
Am Konzept mit dem kleineren Festzelt will Frieden auch in Zukunft festhalten. "Die großen Festzelte haben sich überlebt", sagt der Bürgermeister. Bei gutem Wetter sei es in einem großen Zelt zu heiß. Außerdem wollten sich die Besucher auch abseits der Musik miteinander unterhalten. Auch das vor fünf Jahren eingeführte Glasverbot bewertete Frieden positiv: "Dass mal eine Weinflasche oder ein Glas zu Bruch geht, lässt sich nicht vermeiden. Aber hier wird nichts mehr sinnlos zerdeppert."
Kritik am Shuttle Service: Eine Leserin hat sich beim TV beschwert, dass sie auf dem Weg zum Fest gemeinsam mit elf anderen Wartenden an der Bushaltestelle in Konz-Könen nicht mitgenommen worden sei. Der Busfahrer habe am Samstagabend kurz nach 21 Uhr abgewunken und sei ohne anzuhalten einfach vorbeigefahren. Zwar sei der Bus voll besetzt gewesen, auf der Rückfahrt vom Heimat- und Weinfest hätten die Fahrgäste aber auch stehen müssen, sagt sie.
Bürgermeister Karl-Heinz Frieden will der Sache nachgehen. "Wenn dem so war, ist das eine Ungehörigkeit", sagt Frieden. "Wir werden das dem Shuttle Service mitteilen und um eine Stellungnahme bitten. Insgesamt ist der Service aber sehr gut gelaufen."
Das Fazit der Winzer: Winzer Hans-Josef Luy, der auch im städtischen Festausschuss mitarbeitet, zieht ein positives Fazit. "Unsere Bilanz entspricht nicht dem schlechten Wetter. Am Sonntag war sogar sehr viel Betrieb. Man muss sich wirklich wundern, wie regenresistent die Konzer sind", sagt Luy. Das sehen jedoch nicht alle Winzer so. "Unsere Bilanz ist in diesem Jahr bescheiden", sagt Marco Kirchen. Der Inhaber des Weinguts Kirchen-Faber ist nicht der Einzige, der Kritik am kleinen Festzelt übt, das vor zwei Jahren eingeführt wurde. Zwar wolle er das große Festzelt nicht zurück, "die Bühne und die Veranstaltungen im Zelt sollten aber besser ins Gesamtkonzept eingebunden werden", sagt Kirchen. Zufriedene und unzufriedene Schausteller: Auch die Schausteller sind sich uneins. "Dieses Jahr war überhaupt nicht gut", sagt Marvin Liebe. Liebe war mit seiner Dartbude in Konz und litt wie viele unter dem Regen. "Der Freitag war katastrophal", sagt auch Hans Wingender. Der Schausteller, der mit seinem Süßigkeitenstand schon seit 20 Jahren nach Konz kommt, erinnert sich nur an ein Heimat- und Weinfest, an dem es ähnlich schlecht lief. "Das war der Sommer, als es 40 Grad hatte. Da war auch nichts los. Und Süßigkeiten will bei so einer Hitze keiner." Positiver gestimmt ist hingegen Elke Heinen, die zwei Kinderkarussells betreibt. Zwar sei der Umsatz schlechter als im vergangenen Jahr, "dafür, dass es so stark geregnet hat, sind wir aber mit einem blauen Auge davongekommen", sagt sie. Auch Jutta Philipps, die am Stand der Saarburger Fleischerei Thörnich Würstchen und Schwenkbraten anbot, ist zufrieden: "Das Wetter hätte zwar besser sein können, der Umsatz passt dennoch."
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