ausallerwelt/kultur

1100 Besucher bei "Verstehen Sie Spaß?" – Bangen um David Garrett

(Trier) 1100 Zuschauer haben „Verstehen Sie Spaß?“ live aus der Trierer Arena mitverfolgt. Sie erlebten in der ausverkauften Halle Stars wie David Garrett und Sarah Connor hautnah. Der Auftritt David Garretts stand bis kurz vor der Sendung auf der Kippe, weil er wegen eines Fremdkörpers im Auge kurzzeitig nicht mehr sehen konnte. Dossier zum Thema: Verstehen Sie Spaß

24.10.2010
Von unserem Redaktionsmitglied Mandy Radics
„Wussten Sie, dass Trier 17 vor Christus gegründet wurde?“, fragt „Verstehen Sie Spaß?“-Moderator Guido Cantz einen Zuschauer. Der nickt. Cantz: „Ja, ne? Sie sind doch mit der ersten Legion hier einmarschiert.“ Feinde macht Cantz sich mit diesem Spruch nicht. Im Gegenteil, das Trierer Publikum lacht lauthals.

1100 Besucher sind bei der Produktion der Live-Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ dabei. Damit ist die Veranstaltung ausverkauft. Vor den Bildschirmen verfolgen 4,5 Millionen Zuschauer die Show, in der Stargeiger David Garrett, Popsängerin Sarah Connor und Fernsehkoch Horst Lichter auftreten. Außerdem ist endlich der Trier-Film zu sehen, den Cantz und Guildo Horn zur Vorstellung der Stadt gedreht hatten (der TV berichtete).

Das Markenzeichen der Sendung, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag gefeiert hat: Spaßfilme und Promis, die hinters Licht geführt werden. David Garrett muss sich in Belgien vor dem Zoll verantworten, weil er Potenzmittel und Bargeld in seinem Geigenkasten geschmuggelt haben soll. Auch die Beteuerung, so etwas brauche er nicht, verfängt bei den strengen Beamten nicht. Als die ihn nicht erkennen, schlägt er doch die Hände vor das Gesicht und ist froh, als der fiese Streich aufgelöst wird. Garrett kopfschüttelnd: „Mann, das war morgens um sechs Uhr! Ich hatte ein Jetlag vom Flug aus New York hierher.“ Mit eingefädelt hatten Garretts Eltern den Streich. Beide sitzen im Publikum und schmunzeln. Ein echter Höhepunkt ist Garretts live gespielte Interpretation von Paul McCartneys James-Bond-Titelsong „Live and let die“ auf seiner mehr als eine Million Euro teuren Stradivari. Im Plausch mit Cantz erzählt der 30-Jährige von seiner neuen Wohnung in Berlin, die er gerade renoviert. „Ich habe ständig in Hotels gewohnt. Ich wollte auch mal heimkommen können, wenn ich einige Tage in Deutschland bin.“

Sehnsüchtig von den Zuschauern erwartet wird Sarah Connor. Sie präsentiert den Song „Real Love“ von ihrem aktuellen Album. Die Popqueen glänzt in einem mausgrauen, bodenlangen Abendkleid.
Richtig schwitzen musste Horst Lichter in seiner neuen Liveshow. Aus den Lautsprechern tönen plötzlich Funksprüche des Pizzaservices und der Taxizentrale. Die technische Panne überspielt Lichter schlagfertig und humorvoll. Dass er gerade hinters Licht geführt wird, bemerkt er nicht. Als seine Showküche plötzlich in Flammen aufzugehen droht, ist auch Lichter sprachlos und nimmt ein paar Schlucke aus der Likörflasche.

Die unfreiwillig Mitwirkenden eines Spaßfilms bleiben nicht ruhig, als „aus Versehen“ eine Vogelspinne in ihr Auto fällt. Der Schock und das Gebrüll von Männlein und Weiblein sind gleichermaßen groß, das Lachen des Publikums vor Ort in Trier noch größer. Gut, dass sich die vermeintliche Spinne als Plastikdouble entpuppt. rm./r.n.

EXTRA
Fremdkörper im Auge: Bis 19.30 Uhr hat der mit Spannung erwartete Auftritt des Geigenvirtuosen David Garrett auf der Kippe gestanden. Warum, erklärt seine Mediamanagerin Elke Krüger auf TV-Anfrage: „Er hat etwas ins Auge bekommen und konnte nichts mehr sehen. Wegen starker Schmerzen sind wir ins Brüderkrankenhaus gefahren, wo ein Augenarzt David behandelte.“ Kurz vor der Generalprobe um 14 Uhr hatte Garrett den Fremdkörper ins Auge bekommen, das sich dann durch Reiben entzündete. Der 30-Jährige konnte seine Probe nicht wie geplant absolvieren, hielt aber trotz Schmerzen die zweistündige Sendung durch und spielte live. Am Sonntag flog er nach Leipzig zu den Proben für seinen Tourstart. Elke Krüger: „Seine Netzhaut wurde nicht verletzt. Es geht ihm schon etwas besser. Trotzdem muss er stündlich sein Auge mit Tropfen behandeln.“ Dass Garrett nicht ausreichend geprobt hatte, fiel den Zuschauern am Samstagabend nicht auf. Sie bejubelten den talentierten Geiger und waren etwas enttäuscht, weil er am Ende keine Autogramme schrieb. (MRA)