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„Ein Besuchermagnet“: 12.000 Gäste beim Eifel-Literatur-Festival

Veranstalter zieht für 2016 positive Schlussbilanz

(Bitburg) Mit einer multimedialen Lesung des Thrillerautors Sebastian Fitzek endet an diesem Samstag das Eifel-Literatur-Festival 2016. Die insgesamt 20 Lesungen an mehreren Orten haben rund 12.000 Besucher angelockt. Festivalleiter Josef Zierden plant eine nächste Auflage, erteilt möglichen Kooperationen mit anderen Festivals aber eine Absage.

28.10.2016
Das Eifel-Literatur-Festival (ELF) hat sich längst bewährt. Mit der zwölften Auflage, bei der zwischen Mitte April und Ende Oktober insgesamt 20 Lesungen rund 12.000 Besucher angelockt haben, ist Festival-Leiter Josef Zierden sehr zufrieden: „Das Festival war auch 2016 ein Besuchermagnet", sagte er. Etwa die Hälfte der Veranstaltungen sei ausverkauft gewesen, das Publikum habe besonderes Interesse an Autoren wie Nele Neuhaus, Giulia Enders, Anselm Grün, Jan Weiler und Sebastian Fitzek gezeigt. Auch die Schullesungen, die erstmals wieder dabei waren, bezeichnete Zierden als Erfolg. Nicht nur seien sie ein besonderes Erlebnis für die Schüler gewesen, auch die Autoren hätten sich von den Besuchern begeistern lassen.

Eifel-Literatur-Festival 2016

Die Bilanz mit 12.000 Besuchern bei 20 Veranstaltungen kann man laut Zierden nicht mit früheren Auflagen vergleichen, bei denen die Lesungen in Räumen anderer Größe über die Bühne gingen. Nach der elften Auflage des im Zweijahresrhythmus veranstalteten Festivals war im Jahr 2014 bei rund 10.000 Gästen in elf Lesungen von einem Besucherrekord die Rede gewesen. Doch seitdem wurde die Ausrichtung verändert. Zierdens Credo: „Wir denken nicht in Quantitäten, verzichten auf megagroße Säle (Eventum in Wittlich), bauen bewusst den Anteil anspruchsvoller Autoren aus, die im Festsaal von Haus Beda auftreten (rund 300 Besucher maximal).“ Das Land Rheinland-Pfalz trägt laut Zierden 50.000 Euro zum Gesamtetat von rund 300.000 Euro bei, der Rest wird über Eintrittsgeld und die Untestützung von Sponsoren abgedeckt.

Thematisch setzt das Festival auf einen Mix vom Krimi über Humorvolles, Spirituelles und anspruchsvolle zeitgenössische Belletristik bis hin zur erzählten Zeitgeschichte. Man sei „publikumsorientiert, keine elitär-akademische Veranstaltung für Germanisten", sagte Zierden. Und die programmatische Ausrichtung habe sich „sehr bewährt“. „Schon die Tatsache, dass das ELF kopiert wird, von Echternach bis in die Nordeifel, ist Beleg dafür.“ Denkbar sei eine stärkere Einbeziehung internationaler Autoren von Rang.

 Das heißt aber nicht, dass man grenzüberschreitend Kooperationspartner suche, zum Beispiel mit dem Festival Echternach, das auch deutschsprachige Autoren einlädt und dieselbe Zielgruppe anspricht. „Das ELF wird weiterhin auf die rheinland-pfälzische Eifel konzentriert bleiben“, so Zierden. Das Trifolion habe völlig andere finanzielle und strukturelle Möglichkeiten. „Da möchten wir nicht ein Anhängsel sein. Eine eigenständiges Programmprofil sehe ich dort ohnehin nicht, eher plumpe Kopie.“ Das 1994 ins Leben gerufene Festival soll 2018 erneut stattfinden.aheu

*Die Lesung von Thrillerautor Sebastian Fitzek am heutigen Samstag in Bitburg ist ausverkauft.