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Eine Party mit politischen Spitzen - Macklemore & Ryan Lewis beginnen ihre Welttournee in Luxemburg

(Esch-sur-Alzette/Luxemburg) Das Hip-Hop-Duo Macklemore & Ryan Lewis hat vor 5500 Besuchern im luxemburgischen Esch-sur-Alzette seine Welttournee eröffnet. Ein Abend voller Party, Witz und Gesellschaftskritik.

09.03.2016
Sarah Jasmin Schmidt
Esch-sur-Alzette/Luxemburg. "Wir kennen uns nicht, aber am Ende dieser Nacht verlassen wir den Saal als Familie", sagt Macklemore zu Beginn des Abends. Er wird recht haben. Das erste Konzert des Hip-Hop-Duos Macklemore & Ryan Lewis löst eine Welle der Emotionen aus, die die 5500 Besucher in der Rockhal mitreißt. Ob Party, Witz oder Gesellschaftskritik, die Jungs haben für ihre Welttournee ein Showpaket auf die Beine gestellt, das ihre musikalischen Botschaften auf den Punkt vermittelt. Jedes Kleidungsstück, jedes Statement, jeder Tänzer passt genau ins Bild.
Wenn Macklemore mit übergroßem Leopardenmantel und Ryan Lewis mit weißer Felljacke posen, ist es Zeit für das Lied "Thrift Shop". Ein riesiger Leopardenkopf erscheint auf der Bühnenleinwand. Musiker glänzen im Hintergrund mit Strass und Prunk. Es wird getanzt und geschwitzt. Genauso wie bei dem Lied "Can’t Hold Us", das Macklemore mit den Worten "Das ist der Platz, an dem der Zauber beginnt" einleitet. Während Breakdancer die Menge richtig auf Touren bringen, klettert er runter von der Bühne, läuft zu seinen Fans und lässt sich vom Publikum tragen. Die Halle strotzt vor Lebensgefühl.
Lustig wird’s bei dem Lied "Let’s eat", das der Sänger mit den Sätzen "Ich bin es nicht mehr gewöhnt, auf der Bühne hin und her zu laufen. Ich denke, ich brauche eine Pause. Ach, egal. Lasst uns essen" einleitet. Er habe während der Arbeit an seinem neuen Album "This Unruly Mess I’ve Made" nur Pizza gegessen und sich nicht bewegt. Passend dazu werden im Hintergrund bunte Workout-Szenen abgebildet. Auf der Bühne steht ein gedeckter Tisch und Macklemore wirft Brownies in die Menge.
Doch der Künstler kann auch anders: "Das ist ein Song über die Liebe. Denn kein Mensch sollte uns sagen, wen wir lieben dürfen oder nicht. Keine Kirche. Keine Institution." In der Rockhal wird es ruhiger. Die ersten Töne des Liedes "Same love" erklingen auf dem Klavier. Ein Song, der für Gleichberechtigung von Homosexuellen steht. Auf der Leinwand erscheinen Regenbogenfarben und Demonstrationen von Homosexuellen, die für ihre Rechte kämpfen. Das Publikum singt gemeinsam den Refrain. Gänsehautstimmung. Es ist der Moment, in dem Künstler und Publikum eine Familie werden.
 

 

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